Symbolbild Schweinfurt
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High-Tech in Schweinfurt: Großlager-Prüfzentrum

Umweltfreundliche Zukunftstechnologie

Wie SKF und Ilse Aigner, Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, am Mittwochabend auf der Hannover Messe bekanntgaben, fördern das Bayerische Staatministerium sowie das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit ein einzigartiges Technologieprojekt: Am Standort Schweinfurt wird SKF das leistungsfähigste Großlager-Prüfzentrum der Welt errichten.

Das Prüfzentrum soll dazu beitragen, große Wälzlager für alle Industriezweige deutlich wirtschaftlicher und ressourcenschonender zu produzieren und die Zuverlässigkeit und Lebensdauer solcher Lager signifikant zu steigern.

Ab 2017 in Betrieb

SKF will das leistungsfähigste Großlager-Prüfzentrum der Welt im Jahr 2017 in Betrieb nehmen. Der gigantische Prüfstand mit Schwerpunkt „Windenergie“ wird der weltweit erste sein, der nicht nur ein einzelnes Hauptlager für Windturbinen, sondern gleich die komplette Lagerungseinheit testen kann.

Auch der neue Prüfstand zum Testen von Großlagern für Industriebereiche wie Schiffbau, Bergbau oder Zement und Stahl soll wichtige Erkenntnisse für die Verbesserung der heute verfügbaren rechnerischen Simulationsmodelle liefern und Einblicke in bisher unzugängliche Abläufe ermöglichen.

„Ein Musterbeispiel für bayerische Innovationskraft“

Das neue SKF Testcenter für Großlager wird auf dem Gelände von „Werk 3“ in Schweinfurt entstehen. Dort installiert die Augsburger Renk Test System GmbH zwei neue Prüfstände in einem futuristisch anmutenden Zwillingsgebäude. „Das Testzentrum ist ein Musterbeispiel für bayerische Innovationskraft“, betonte Staatministerin Aigner auf dem Messestand von SKF.

„Denn in diesem Center werden die im Freistaat ansässigen Traditionsunternehmen SKF und Renk die aktuelle Technik entscheidend weiterentwickeln“, so Aigner. Die beiden Technologieführer würden hier eine Pionierleistung erbringen, die auf dem gesamten Globus ihresgleichen sucht.

Führende Rolle im Bereich erneuerbare Energien

So unterstreiche das Projekt nicht nur Bayerns hervorragenden Ruf als Hochtechnologiestandort, fährt die Staatsministerin fort, sondern stärke zugleich Deutschlands führende Rolle im Bereich der erneuerbaren Energien. Aigner: „Das ist in diesem internationalen Zukunftsmarkt ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, der hierzulande Arbeitsplätze sichert!“

Das Land Bayern und der Bund fördern das Projekt mit zusammen mehr als drei Millionen Euro. Dazu Bernd Stephan, Senior Vice President Group Technology Development bei SKF: „Dank des neuen Testzentrums werden wir unseren Kunden bessere Großlager liefern können: Wir werden dort maßgeschneiderte, anwendungs- spezifische Lösungen entwickeln, die sich insbesondere durch ihre überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit und höhere Effizienz auszeichnen.“

Zeit, Geld und Energie wird gespart

Durch die einzigartigen Fähigkeiten der neuen Prüfstände lassen sich beispielsweise die dafür notwendigen Lebensdauer-Tests deutlich schneller durchführen als das bisher möglich war. Das spare nicht nur viel Zeit und Geld, sondern auch Energie. Außerdem plane SKF, die Abwärme der Prüfeinrichtungen per Wärmerückgewinnungsanlage zu nutzen. Stephan: „Das wird die Energiebilanz des Testzen- trums weiter optimieren.“

Experten bei SKF rechnen damit, dass das Testzentrum eine weitere Optimierung der Lagerauslegung ermöglicht: Auf Basis neuer Erkenntnisse aus den Tests dürfte sich die Lagerauslegung genauer an die späteren Betriebsbedingungen anpassen lassen. Aus diesem Grund sieht SKF auch Einsparpotenziale beim Materialeinsatz.

High-Tech-Bekenntnis

„Das neue Testzentrum ist also nicht nur ein weiteres herausragendes Bekenntnis zum Hochtechnologie-Standort Schweinfurt, sondern auch ein High-Tech-Bekenntnis zu unseren erfolgreichen Umweltschutzanstrengungen“, so Manfred E. Neubert, Vorsitzender der Geschäftsführung der SKF GmbH.

„Es wird unseren Kunden helfen, die Effizienz und Zuverlässigkeit ihrer Anlagen zu steigern und uns in die Lage versetzen, unsere Großlager effizienter zu produzieren. Unter dem Strich werden auf beiden Seiten wertvolle Ressourcen geschont. Somit passt das innovative Prüfzentrum perfekt zur unserer Öko-Life-Cycle-Strategie BeyondZero“, betont Neubert.

Zwei neue Gebäudekomplexe

Das neue Prüfzentrum wird aus zwei sich ähnelnden Gebäudekomplexen bestehen, wobei jeder Flügel etwa 80 x 20 Meter misst. Einer dieser Flügel nimmt technische Hilfseinrichtungen auf; im anderen Flügel kommen zwei bereits vorhandene SKF Testeinrich- tungen sowie die beiden brandneuen Prüfstände unter.

Der „monumentalere“ der beiden Neuzugänge eignet sich besonders gut für Großlager im Bereich der Erneuerbaren Energien, während der andere vornehmlich der Prüfung von Großlagern für Industriebereiche wie z.B. Schiffbau, Bergbau oder auch Zement und Stahl dient.

Schwerpunkt „Windenergie“

Der gigantische Prüfstand mit Schwerpunkt „Windenergie“ wird der weltweit erste sein, der nicht nur ein einzelnes Hauptlager für Windturbinen, sondern gleich die komplette Lagerungseinheit – inklusive Umbauteilen des Kunden – testen kann. Dabei ist er bereits auf Konstruktionen vorbereitet, wie sie beispielsweise für kommende Generationen von Multi-MW-Windturbinen zu erwarten sind. Konkret heißt das, dass dieser Prüfstand Lager mit einem Außendurchmesser von 4,5 Metern (in einer weiteren Ausbaustufe sogar 6 Meter) aufnehmen kann.

Die riesigen Lager können in alle Richtungen dynamisch mit Kräften beaufschlagt werden, die in ihrer Kombination um ein Vielfaches höher liegen als bei der bislang stärksten verfügbaren Prüfanlage. Damit lassen sich extreme dynamische Lasten sehr realitätsnah simulieren. Außerdem ermöglicht der Prüfstand deutlich höhere Test-Drehzahlen als bisher bekannt.

Bau-Beginn: Sommer 2015

Mit dem Bau der unvergleichlichen Anlage will SKF noch im Sommer dieses Jahres beginnen. Die technische Pionierleistung soll im Jahr 2017 ihren Betrieb aufnehmen.

Weitere Informationen über das vielfältige Lösungsangebot von SKF erhalten Besucher der Hannover Messe in Halle 22 am Stand B12 sowie unter www.skfpowerthefuture.com.

Diese Meldung beruht auf einer Presseinformation der SKF.

 

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