Symbolbild Schweinfurt
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Festnahme nach Enkeltrick: 26-Jähriger Bote in Untersuchungshaft

Auf frischer Tat festgenommen

SCHWEINFURT/ WÜRZBURG / INNENSTADT UND BEREICH MAIN-RHÖN. Am Dienstag waren sogenannte Enkeltrickbetrüger in Schweinfurt, Bad Kissingen, Hammelburg und Würzburg aktiv. Einen außerordentlichen Erfolg kann die Kripo in Würzburg verbuchen, denn hier konnte ein 26-jähriger Geldabholer auf frischer Tat festgenommen werden.

Der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Würzburg ordnete am Mittwochnachmittag die Untersuchungshaft gegen den Beschuldigten an. Die Maßnahmen zur Identifizierung der Hintermänner laufen jetzt auf Hochtouren.

Bis zu 120.000 Euro gefordert

Gegen 13:30 Uhr hatte das Telefon bei einer Seniorin in der Eichhornstraße geklingelt. Eine weibliche Stimme fragte die Angerufene, ob sie wisse, wer dran sei. Zunächst vermutete die 62-Jährige eine Bekannte, was am anderen Ende der Leitung so auch bestätigt wurde. Schnell forderte die Betrügerin dann Summen zwischen 20.000 und 120.000 Euro, die für einen Kauf benötigt würden.

 

Zu diesem Zeitpunkt vermutete die Angerufene bereits einen Betrugsversuch und es begann eine absolut lobenswerte Zusammenarbeit mit der Polizei. Zum Schein ging die 62-Jährige auf die Forderungen ein und verständigte gleichzeitig die Polizeieinsatzzentrale. Nachdem die Anruferin ankündigte, dass ein Bote das Bargeld an der Wohnanschrift abholen würde, willigte die Seniorin ein. Die Kriminalpolizei hat dann mit Zivilkräften entsprechend Stellung bezogen.

Beschuldigter in U-Haft

Tatsächlich kam dann ein Mann, der sich als angekündigter Bote vorstellte. Wenige Sekunden später klickten dann für den 26-jährigen Mann, der in Polen wohnhaft ist, auch schon die Handschellen. Der Beschuldigte wurde zur Kripo Würzburg transportiert. Die Staatsanwaltschaft Würzburg ordnete in der Folge die Vorführung am Mittwochnachmittag beim Ermittlungsrichter an. Dieser erließ schließlich einen Untersuchungshaftbefehl und der 26-Jährige wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Zehn Fälle in der Region Main-Rhön

In der Region Main-Rhön fanden bereits ab den Morgenstunden am Dienstag ähnliche Anrufe statt. In insgesamt zehn Fällen forderten die Unbekannten unter Vorspiegelung eines Verwandtschaftsverhältnisses Bargeld von Seniorinnen und Senioren. Bei der Polizei meldeten sich Angerufene aus Bad Kissingen, Hammelburg und Schweinfurt.

Ebenfalls sehr vorbildlich hat ein Bankangestellter aus Bad Kissingen reagiert. Als eine 88-Jährige am Dienstagmittag 13.000 Euro in bar abheben wollte, wurde der Mitarbeiter hellhörig. In einem Gespräch berichtete die Frau, dass ihr Sohn angerufen hätte und um Bargeld gebeten hat. Ihr angeblicher Sohn hat dann sogar ein Taxi bestellt, dass die Rentnerin zur Sparkasse brachte. Zusammen mit dem Bankangestellten fuhr die Frau dann nach Hause und in einem letzten Telefonat wurde dem Betrüger erklärt, dass er kein Geld bekäme. Mit zornigen Worten brach der Mann dann das Telefonat ab. Anschließend wurde die Polizei eingeschaltet.

Die Kriminalpolizei Würzburg überprüft jetzt zusammen mit den Beamten in Schweinfurt einen möglichen Tatzusammenhang der Betrugsanrufe in Würzburg und dem Bereich Main-Rhön. Auch die entsprechenden Ermittlungen zur Identifizierung der Hintermänner dauern an.

Präventionstipps des Polizeipräsidiums Unterfranken gegen den Enkeltrick

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt.
  • Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.
  • Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen, auch wenn diese sich als Amtspersonen ausgeben.
  • Informieren Sie sofort die Polizei über die Notrufnummer 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt. Dann kann die Polizei vor Ort kommen und ggf. „Geldabholer“ festnehmen.
  • Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Unterfranken.

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