Symbolbild Würzburg
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Arbeiten in der Industriestadt Schweinfurt

Der Arbeitsmarkt in Schweinfurt

Wusstet Ihr, dass die Arbeitslosenquote seit vier Jahren unverändert in Schweinfurt und der Region geblieben ist? Wie es um den Pendlerstatus in Schweinfurt steht, welche Berufsgruppen es derzeit besonders schwer auf dem Arbeitsmarkt haben und wie Schweinfurt im bayernweiten Vergleich abschneidet, erfahrt Ihr in dem folgenden Artikel. Ein Pressesprecher der Arbeitsagentur Schweinfurt liefert dazu Infos, Zahlen und Vergleiche rund um die Stadt.

Fast 41.000 Pendler

Die Stadt Schweinfurt bietet laut des Jahresberichts 2014 der Arbeitsagentur sehr viele Arbeitsplätze, die dort Beschäftigten wohnen aber zu einem großen Teil im Landkreis. Der so genannte Pendlersaldo fällt hier auch im bundesweiten Vergleich extrem hoch aus. Insgesamt pendelten fast 41.000 Beschäftigte in die Stadt Schweinfurt, davon über 21.000 aus dem Land-kreis Schweinfurt. Im Juni 2014 wurden in der Stadt Schweinfurt 54.067 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gezählt (bei 51.851 Einwohnern Ende Dezember 2013), im Landkreis 23.110 (bei 113.007 Einwohnern).

Durch Großindustrie geprägt

Speziell in Schweinfurt sei der Arbeitsmarkt laut Angaben eines Pressesprechers der Arbeitsagentur Schweinfurt stark durch den gewerblich-technischen Bereich in der Großindustrie geprägt. Hier allerdings bestünde wohl auf längere Sicht eine gewisse Sättigung. Die Zahl der Beschäftigten sei zwar auf hohem Niveau, es bestehe jedoch nur wenig Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften, zumal in einigen Bereichen strukturelle Anpassungen vorgenommen werden, welche sich auch negativ auf den Arbeitskräftebedarf auswirken könnten.

Arbeitslosigkeit in der Region

Das Risiko der Arbeitslosigkeit in unserer Region sei laut Angaben der Arbeitsagentur Schweinfurt in erster Linie von der Branche abhängig. Fachkräfte seien in vielen Bereichen gesucht, der Bedarf an ungelernten Kräften gehe aber eher zurück. Die größte Nachfrage besteht in vielen Bereichen des Handwerks und der Pflege, im kaufmännischen Bereich ist sie deutlich geringer. Obwohl die meisten Großbetriebe laut des Jahresberichts 2014 keinen oder kaum Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften hatten, kamen 17 Prozent aller Stellenangebote aus diesem Bereich.

Handwerks- und Gesundheitsberufe

Sehr viele Handwerksbetriebe beklagen laut des Jahresberichts 2014 inzwischen erhebliche Probleme bei der Besetzung offener Stellen mit geeigneten Bewerbern. Auch bei den Gesundheitsberufen, zusammen mit den Sozialberufen mit 15 Prozent der Stellenzugänge auf Platz zwei, hatten viele Arbeitgeber große Probleme, geeignete Fachkräfte zu finden.

Hier kamen zu dem schon rein zahlenmäßig zu geringen Angebot an Fachkräften auch noch die Schwierigkeiten mit den in diesen Berufen notwendigen Arbeitszeiten im Schichtdienst und an Wochenenden hinzu. Dies galt auch für den Hotel- und Gaststättenbereich. Aus dieser Branche wurden zwar nur sieben Prozent aller neuen Stellen gemeldet, sie gehört aber ebenfalls zu den Bereichen, bei denen die Besetzung der Stellen äußerst problematisch geworden ist.

Büroberufe problematisch

Weniger günstig war die Situation bei den Büroberufen. Hier überstieg auch im Jahr 2014 die Nachfrage das Angebot an freien Arbeitsstellen, insbesondere, wenn die Bewerberinnen und Bewerber nicht über spezielle Fachkenntnisse z.B. in der Buchhaltung oder in Fremdsprachen verfügten. Dass die Chancen für ungelernte Kräfte immer schlechter werden, ist eine Tatsache, die schon seit vielen Jahren zu beobachten ist.

Schwer haben es laut der Arbeitsagentur Schweinfurt auch ältere Arbeitnehmer über 50, haben sie einmal ihre Stelle verloren, sei es für sie relativ schwieriger, wieder einen Arbeitsplatz zu finden als für jüngere Arbeitnehmer. Auch schwerbehinderte Menschen seien auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor benachteiligt.

„Gesamtsituation unverändert“

„Die Gesamtsituation in der Region ist seit vier Jahren praktisch unverändert, so hatten wir von 2011 bis 2014 im Jahresdurchschnitt die gleiche Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent“, so ein Pressesprecher der Arbeitsagentur Schweinfurt. Die Arbeitslosenquote lag laut des Jahresberichts 2014 in der Region Main-Rhön, dem Bezirk der Agentur für Arbeit Schweinfurt, im Jahresdurchschnitt bei 3,7 Prozent.

Besser als der bayerische Durchschnitt

Dieser Wert war 0,1 Prozentpunkte besser als der bayerische Durchschnitt. In ganz Franken waren nur die Werte der Arbeitsagenturen Würzburg und Ansbach-Weißenburg mit 3,2 bzw. 3,4 Prozent besser als der Schweinfurter Wert. Die Spitzenreiter in Bayern waren Freising und Ingolstadt mit jeweils 2,3 Prozent.

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