Symbolbild Schweinfurt
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Der gefährliche Rausch durch „legales Kiffen“

Legal Highs – Kräutermischungen

In bunten Verpackungen kommen die sogenannten Legal Highs daher. Sie werden zwar als Kräutermischungen, Lufterfrischer oder Badesalz im Internet für 10 bis 35 Euro angeboten, faktisch aber als legale Drogen konsumiert. Vegas, Book, Rocket, die Namen für Poppers, Spice & Co. sollen Konsumenten mittels synthetischen Cannabinoide in einen bekifften Rauschzustand versetzen. Die „Badesalze“ bringen einen amphetamin-ähnlichen Kick.

Gefahren der legalen Drogen

Per Definition fallen die Substanzen unter den Begriff „Experimentalchemie“, oder banal unter pharmazeutischer Abfall, denn Studien oder Dokumentationen über kurz- bis langfristige Folgen existieren nicht. Bisweilen kann man sich nur auf subjektive Erfahrungsberichte  und auf Fälle mit schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen berufen , wie sie zuletzt im Kreis Würzburg und Aschaffenburg vorgefallen sind.

Bekannte Nebenwirkungen

Bekannte Nebenwirkungen sind unter anderem Angstzustände, Herzrasen, Kreislaufversagen, Ohnmacht, Warnvorstellungen und sogar Vergiftungen sowie Nierenversagen. Letztlich werden sogar einige Sterbefälle auf den Konsum von diesen neuen Substanzen zurückgeführt.

Bisweilen legale Drogen

Obwohl dem Europäischen sowie dem Bundesgerichtshof das vermehrte Auftreten dieser „Kräutermischungen“ seit 2011 bekannt ist, kommt man der Regulierung durch die Aufnahme in z. B. das Betäubungsmittelgesetz oder per anderer Gesetze nicht schnell genug nach. Sobald eine Substanz verboten ist, sind unlängst eine Vielzahl neuer um Umlauf. Erst im September 2014 entschied der Bundesgerichtshof aufgrund einer vorangegangen Entscheidung vor dem EuGH, dass die „legal highs“ auch nicht unter das Arzneimittelgesetz fallen und somit der Vertrieb der Substanzen tatsächlich dem Verkauf von Kräuter und Badezubehör gleichkommt.

Verbot 32 psychoaktiver Substanzen

Am 28.11. letzten Jahres wurde dann doch beschlossen, dass durch eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) 32 dieser psychoaktiven Substanzen verboten werden. Der Bundestag stimmte einer Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften zu. Drogenbeauftragte Marlen Morler sagte laut Focus Online: „Man sei auf einem guten Weg, indem man die Substanzen unter das Betäubungsmittelgesetz stelle.“ Dennoch müsse man stetig auf neue Substanzen reagieren. Die notwendige Strafverfolgung soll überdies erleichtert werden.

Erfahrungsbericht von Korbinian*

Korbinian (*Namen von der Redaktion geändert) schreibt: „Vor ca. 4 Jahren habe ich selber diese Kräutermischungen konsumiert. An dem Tag erwarteten mein Kollege und ich eine Lieferung durch die Post. Als es soweit war ,machte ich mir sofort einen Kopf (Bonzai Winterboost) durch die Bong. Es vergingen ca. 5 Minuten, als das Unheil seinen Lauf nahm. Ich bekam Herzrasen und hörte regelrecht mein Herz schlagen. Ich begann zu zittern, mir war schlecht und ich habe mich mehrmals übergeben. Das Herzrasen wurde so schlimm, dass ich dachte ich muss jetzt sterben. Ich konnte weder aufstehen noch sonst etwas machen. Dieses Gefühl war das Schrecklichste, das ich je hatte! Seit diesem Tag habe ich Herzproblemen, wie mir durch den Kardiologen mitgeteilt wurde. Es ist zwar nicht lebensbedrohlich und doch bin ich eingeschränkt im Alltag. Das Zeug ist pures Gift und ich kann jedem nur davon abraten.“

Erfahrungen mit Kräutermischungen?

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