Symbolbild Schweinfurt
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EU-Richtlinie: Einige Zigarettenmarken verschwinden

Neue EU-Richtlinie

Die Eurpäische Union sagt dem Rauchen weiterhin den Kampf an:  Grusel- und Schockbilder von verfaulten Zähnen, Auswucherungen im Kehlkopfbereich und schwarzen Lungen sollen nun laut Angaben von Die Welt auf zwei Drittel der Schachtelfläche gedruckt werden. Die Konsequenz: Einige Zigarettenmarken werden die neue EU-Richtlinie nicht überleben, da diese nicht für jeden Tabakkonzern zu finanzieren sei, so Die Welt.

Kleinere Marken gefährdet

Die großen Tabakkonzerne dürften darunter kaum leiden, denn besonders unbekannte, kleinere Marken soll die neue Regelung treffen, da sich bei diesen der finanzielle Aufwand kaum rechnen würde. Die neue Tabakrichtlinie der Europäischen Kommission fordert, dass die neue Richtlinie bereits ab kommendem Jahr in nationales und damit auch in deutsches Recht umgesetzt werden solle.

Von 16 nur 6 Marken übrig?

„Es gibt Nischenmarken, bei denen die Umstellung im Verhältnis zum Marktanteil einfach zu teuer sein wird“, so Ralf Wittenberg, Vorstandsvorsitzender von British American Tobacco gegenüber von Die Welt. Er ginge davon aus, dass von den aktuell 16 Zigarettenmarken in Deutschland nur sechs übrig bleiben werden. Besonders düster sehe es besonders für kleinere Marken aus, die nur einen Marktanteil von höchstens einem Prozent haben.

„Vielfalt der Marken verschwindet“

Für die einstmals erfolgreiche Zigarettenmarke HB könnte die neue EU-Richtlinie das Aus bedeuten. HB sei in den 70er-Jahren die erste Filterzigarette von BAT gewesen. Heute sei ihr Marktanteil von von 27 Prozent auf gut ein Prozent abgefallen, so Wittenberg. „Ausführlich diskutieren“ werde BAT nun, wie es mit der Marke weitergehe. BAT-Chef meinte gegenüber von Die Welt: „Die Vielfalt im Zigarettenmarkt geht durch die neue EU-Tabakrichtlinie verloren.“ Denn er vermutet, dass eine solche Bereinigung des Sortiments auch in anderen Tabakkonzernen stattfinden werde.

Markenverlust in Deutschland

Philip Moris rechne dagegen mit keinerlei Markenverlust durch die EU-Richtlinie. Anders sieht es bei dem Tabakkonzern Reemtsma aus, denn bei diesem seien anscheinend einige Marken betroffen. Route 66, Fairwind, Eckstein, Juno ohne Filter und Salem könnten bald vom Markt verschwinden.

Schlechte Nachrichten für Helmut Schmidt

Auch der viertgrößter Tabakkonzern in Deutschland, Japan Tobacco International, wird eine Marke verabschieden müssen. Die Menthol-Zigaretten der Marke Reyno. Für Altkanzler Helmut Schmidt dürften das schlechte Nachrichten sein, denn Schmidt raucht täglich rund 40 Stück von „Reyno white“.

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