Symbolbild Schweinfurt
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Tipps und Tricks in der Wespen-Hochsaison

Wespenalarm in Deutschland

Die Brut und das Nest muss versorgt werden – Genau die richtige Zeit, um uns bei Grillparties und Veschpern im Freuen ordentlich auf die Nerven zu gehen. Die Wespen haben derzeit Hochsaison, besonders die Erdwespenvölker, deren Entwicklungs- und Brutzeit bis November andauert. Gabriele Stimmler der LBV Kreisgruppe Würzburg im Arbeitskreis Wildbienen, Wespen und Hornissen in Würzburg erzählt, warum die gestreiften Tierchen uns derzeit wie eine Plage vorkommen, wie man Essen und Trinken im Freien dennoch genießen kann und was im Falle eines Stiches am besten hilft.

Normale Entwicklung

In Deutschland herrscht derzeit Wespenalarm, was vielen von uns das Schlemmen im Freien vermiest. Aber handelt es sich hierbei wirklich um eine Plage? „Es handelt sich um eine normale Entwicklung, keine Plage. Die Nester sind um diese Zeit voll mit Larven, die entsprechend gefüttert werden müssen, daher herrscht ein stärkerer Wespenflug“, erklärt Gabriele Stimmler. Bei allen Wespenarten ernähren sich die erwachsenen Tiere von Nektar und Pflanzensäften. Warum uns die Wespen derzeit wie eine Plage vorkommen, könne daran liegen, dass die Erdwespenarten (Deutsche Wespe und Gemeine Wespe) an unser Essen und Trinken gehen, wobei das dabei stibitzte Fleisch für die Brut ist.

„Die Tiere stehen unter Stress“

Auch scheinen die Wespen für viele von uns aggressiver zu sein als in den vergangenen Jahren. Stimmler zu dieser Wahrnehmung: „Wespen sind in diesem Jahr höchstens dadurch aggressiver, dass es sehr heiß ist. Die Tiere müssen schauen, dass eine konstante Temperatur im Nest herrscht, die nicht höher als 35 Grad sein darf. Daher müssen die Wespen bei der derzeitigen Hitze eine enorme Leistung bringen, um ihr Nest runter zu kühlen, da die Larven sonst Schaden nehmen und in ihrer Entwicklung gestört sein könnten. Stimmler: „Dadurch stehen die Tiere permanent unter Stress, wie viele von uns bei den heißen Temperaturen auch.“

Wespen zeigen nur ein aggressives Verhalten, wenn ihr Nest beschädigt wird und sie dieses verteidigen müssen. „Dann können sie schon mal sauer werden und auch stechen“, so Stimmler. Aber im Grunde seien Wespen friedliche Tiere, wenn man sie in Frieden lässt. Eine Ausnahme stellen Gewitter dar, da die Wespen hier wie viele andere Tiere und auch Menschen gereizt seien.

An einen festen Futterplatz gewöhnen

Sollten die Tiere Essen und Trinken umkreisen, rät die Wespenexpertin hektische Bewegungen zu vermeiden. „Kein Wedeln und auch kein Blasen, das sehen die Tiere als Angriff“. Auch sei das Aufstellen eines Marmeladenschälchens zunächst nicht ratsam. Stimmler empfiehlt stattdessen für das Speisen im Freien Nelkenöl: „Ein Taschentuch mit 12 Tropfen Nelkenöl auf den Tisch legen, das reduziert den Wespenanflug wesentlich.“ Bei größeren Festen, die mehrere Wochen im Voraus geplant sind, könne man die Wespen allerdings nach und nach an einen festen Futterplatz fernab von der Party gewöhnen: „Vier Wochen vor dem Fest kann man für die Tiere einen festen Futterplatz einrichten, indem man Marmelade oder Süßes an einem festen Ort platziert, zu dem die Tiere immer wieder fliegen können.“

Zwiebeln und Spitzwegerich

Bei einem Stich rät Stimmler zu sofortigem Kühlen mit Wasser. Auch helfen Salben aus der Apotheke, wie Fenistil-Gel, aber auch Hausmittel wie Zwiebeln und Spitzwegerichtinkturen. Grund zur Panik vor einer allergischen Reaktion müsse man nicht haben, da nur fünf Prozent der Bevölkerung allergisch reagieren. Im Falle einer allergischen Reaktion, merke man das innerhalb von 10 Minuten, woraufhin man sofort den Notruf verständigen sollte, so Stimmler. Die Symptome einer allergischen Reaktion unterscheiden sich von einem gewöhnlichen Stich dadurch, dass bei einer Allergie der ganze Körper mit Symptomen wie Übelkeit, Ausschlag am ganzen Körper, Anschwellen des Kopfes oder Atembeklemmungen reagiert.

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