Symbolbild Würzburg
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Weibisch oder stylisch: Die Eitelkeit der Männer

Ist das alles noch männlich?

Augenbrauen zupfen, Fingernägel mit Klarlack lackieren und anschließend noch zur Pediküre – Wie männlich sind die Schweinfurter Männer eigentlich? Oder hat das gar nichts mit Männlichkeit zu tun, wenn man auch als Mann Wert auf eine gepflegte Erscheinung legt? Wie dem auch sei, geht man mit offenen Augen durch Schweinfurt und anderen Städte, steht eines fest: Immer mehr männliche Modepüppchen laufen durch die Straßen. Mit Handtaschen und Sandalen. Manche finden das „hipster“, für andere wiederum drückt diese auffällige Erscheinung ein hohes Maß an Modebewusstsein aus.

Im Tierreich sind die Männchen schöner

Dieses Phänomen, der immer weiblicher werdenden Männer, könnte man irgendwie mit dem des Tierreiches vergleichen. Tatsächlich sind die männlichen Tiere oft die schöneren, haben buntes Gefieder oder jegliche andere Eigenschaften mit deren Hilfe sie die Weibchen beeindrucken möchten. Bei uns ist das eigentlich ein wenig anders – zumindest in unseren Köpfen. Es ist nämlich tief in unserem Schädel verankert, dass sich Frauen schminken, die Haare stylen und sich mit entsprechender Kleidung – im besten Fall – gekonnt in Szene setzen, um schließlich einem potenziellen Partner den Kopf zu verdrehen. In der Mode ist der Mann also das schwächere Geschlecht.

Bei Menschen ist das anders

Männer hingegen verwenden nach einer Studie von Medienpsychologen der Uni Würzburg andere Mittel für diesen Zweck. Laut dieser Studie gehört unter anderem das Statussymbol Smartphone bei jungen Männern zur Balztracht. Die betreffenden Männer möchten sich zur Erreichung der partnerschaftlichen Ziele „aufhübschen“  und somit aus der Masse der potenziellen Mitbewerber herausstechen, heißt es.

Aufhübschen mit Pinzette & Wimpernzange

Was ist nun aber mit jenen, die sich mit Hilfe von Pinzette, Wimpernzange und Klarlack aufhübschen? Vielleicht ist das derzeit einfach nur ein Trend, der wieder vergeht. Vielleicht erleben wir gerade aber auch eine wichtige evolutionspsychologische Wende in der Geschichte der Menschheit und diese auffällige Eitelkeit der Männer soll zum Imponieren von potenziellen Partnern dienen? Aus der Masse stechen sie derzeit auf jeden Fall noch heraus. Ob sie damit Frauen anlocken können ist eine andere Frage.

Dennoch, Mode und Aussehen wird für Männer immer wichtiger. Wurde David Beckham vor 15 Jahren noch als „metrosexuell“ belächelt, gilt er heute als Stilikone. Von Luxuslabels bis hin zu Ketten, die Mode- und auch die Schönheits-Industrie orientieren sich immer mehr am Mann. Laut Experten würde momentan sogar eine „Feminisierung“ des Männerbildes stattfinden, die Rollenbilder würden zunehmend verschmelzen und der Vollbart sei eines der letzten ästhetischen Symbole eines richtigen Mannsbilds.

Männer und Schönheitsoperationen

Auch Schönheitsoperationen sind schon längst kein Tabu mehr für Männer, wenn auch die Frauen immer noch bei weitem am häufigsten den Schönheits-Doc aufsuchen. Im Jahr 2014 waren 14,7% der von der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch- Plastische Chirurgie (DGÄPC) befragten Patienten von Schönheitsoperationen Männer. Dem Statistik-Portal Statista zufolge war im Jahr 2014 die Lidstraffung die beliebte Schönheits-Op bei deutschen Männern. 18,5% der befragten Männer unterzogen sich 2014 dieser Operation, gefolgt von der Fettabsaugung mit 17,4%. Auch nicht zu verachten sind Botox-Behandlungen (11,1%). Seltener, aber dennoch kommen beispielsweise Intimchirurgie, Nasen- und Ohrenkorrektur oder auch Faltenunterspritzungen vor.

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