Symbolbild Schweinfurt
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Schleuderpreise im Supermarkt: „Das ist Irrsinn!“

Protestaktionen der Bauern in ganz Bayern

BAYERN. Discounter und Supermärkte locken Kunden im Moment mit immer neuen Rabattaktionen und Sonderangeboten. Bauern bekommen wegen dieses ruinösen Preiskampfs immer weniger für ihre hochwertigen Lebensmittel. Gleichzeitig haben die Pflanzen auf den bayerischen Feldern und Wiesen in diesem Jahr unter der extremen Trockenheit gelitten, die Ernte fällt klein aus: Eine für viele bayerische Bauernhöfe bedrohliche Situation.

„Schleuderpreise zerstören…“

Deswegen haben am Dienstag Bauern in ganz Bayern bei etwa 40 Aktionen unter dem Motto „Schleuderpreise zerstören…“ gegen die Preispolitik des Handels demonstriert. „Mit den Aktionen machen Bauern aus allen Teilen Bayerns auf ihre prekäre Situation aufmerksam“, sagt Bauernpräsident Walter Heidl. „Die Ernte fällt vielerorts schmal aus und gerade die Preise für Fleisch und Milch sind sehr schlecht.“ Hinzu kommen die heftige öffentliche Diskussionen zu Tierhaltung und Ackerbau sowie immer neue Regelungen und Dokumentationspflichten. „Die Grenzen der Leistbarkeit ist auf vielen Bauernhöfen erreicht – und zum Teil auch schon überschritten.“

Bauernfeindlicher Kurs

In dieser Situation haben die großen deutschen Handelsunternehmen zum Kampf geblasen: „Ein irrsinniger Verdrängungswettbewerb tobt auf dem Rücken der Bauern. Die Schleuderpreise an den Ladentheken zerstören die Grundlagen für eine nachhaltige und regionale Landwirtschaft“, sagt Heidl. „Während sich der Handel Regionalität, Qualität und Nachhaltigkeit auf die Fahnen schreibt, wird die Vielfalt der Landwirtschaft mit dieser Preispolitik ans Messer geliefert. Ich fordere den Lebensmitteleinzelhandel auf, diesen bauernfeindlichen Kurs zu stoppen und faire Preise zu bezahlen. Wir brauchen endlich eine echte Partnerschaft und zukunftsorientierte Gespräche!“

Das Problem geht keineswegs nur die Bauern etwas an: „Wenn der Verdrängungswettbewerb nicht gestoppt wird, wird bald nur noch ein großer Handelskonzern übrig bleiben“, fürchtet Heidl. „Dann bestimmt der Handel nicht mehr nur welche Preise die Verbraucher zu zahlen haben und was für uns Bauern übrig bleibt. Über kurz oder lang wird uns in dieser Monopolstruktur dann auch vorgegeben werden, was wir einkaufen. Das kann niemand ernsthaft wollen!“

Dieser Artikel beruht auf einer offiziellen Pressemitteilung des Bayerischen Bauern Verbandes.

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