Symbolbild Schweinfurt
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6 Jahre Haft: Polizisten in Lebensgefahr gebracht

Urteil in Schweinfurt

Das Landgericht Schweinfurt hat entschieden: Nachdem ein bereits polizeibekannter Mann auf der Flucht vor der Polizei zwei Beamte in Lebensgefahr gebracht hat, muss dieser nun sechs Jahre ins Gefängnis, so berichtet der BR. Beim Verlesen des Geständnisses beteuerte der 20-Jährige sein Vergehen „zutiefst“. Er entschuldigte sich bei den Beamten und habe laut Angaben des BR keinen der vier Polizisten in Lebensgfefahr bringen wollen. Der 20-Jährige wurde vom Landgericht Schweinfurt noch nach Jugendstrafrecht verurteilt.

Polizist auf Flucht mitgeschleift

Der Verurteilte floh mit seinem Auto Mitte Juni 2014 mit bis zu 100 Stundenkilometern durch die Innenstadt nachdem ihn eine Polizeistreife anhalten wollte, weil er am Steuer telefonierte und sein Wagen kein Nummernschild hatte. Dabei verlor er laut Angaben des BR zunächst die Kontrolle über sein Gefährt und kam zum Stehen. Als ein Polizist den Zündschlüssel von außen über das geöffnete Fenster ziehen wollte, gab der 20-Jährige Gas und schleifte den Polizeibeamten mit. Dieser lies sich kurz darauf fallen als er sah, dass der Verurteilte auf einen Lkw zufuhr, um zu verhindern, dass er zwischen Lkw und Pkw eingeklemmt wird.

Beamten in Bauch und gegen Kopf getreten

Ein zweiter Polizist wurde zudem verletzt als dieser die Beifahrertür zuvor öffnen wollte und beim Gas geben die Tür durch die Wucht des Anfahrens abriss. Der Pkw-Fahrer machte sich daraufhin aus dem Staub und flüchtete durch die Stadt und fuhr noch eine Polizeisperre um, so der BR.

Doch dabei blieb es nicht: Einer weiteren Polizeibeamten trat er mit voller Wucht in den Bauch, einer anderen gegen den Kopf, nachdem er im Stadtteil Gartenstadt seinen Wagen gegen eine Mauer setzte und zu Fuß seine Flucht fortsetzte. Letztendlich wurden alle vier Polizisten mit Prellungen in einer Klinik versorgt.

Über 100 Gramm Rauschgift

Über 100 Gramm Rauschgift fand die Polizei im Auto des Angeklagten. Bereits 2014 verursachte der Mann einen Verkehrsunfall in Schweinfurt, bei dem der Beifahrer leichte Verletzungen erlitt nachdem aus seinem Auto der ganze Motorblock herausgerissen worden war.

Die Staatsanwaltschaft plädierte ursprünglich auf sieben Jahre Haft wegen versuchten Mordes. Somit liegt das gestrige Urteil unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Dass der Mann die Polizisten tatsächlich töten wollte, konnte jedoch nach Ansicht des Gerichts nicht nachgewiesen werden, so schreibt der BR. Auf drei Jahre und neun Monate Haft plädierte die Verteidigung des angeklagten Täters wegen gefährlicher Körperverletzung.

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