Symbolbild Schweinfurt
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Mainfränkische Ausbildungsbetriebe trotzen dem Trend

Zuwachs an Auszubildenden

Die aktuellen Eintragungszahlen der Ausbildungsverhältnisse bei der IHK zeigen einen positiven Trend. Mit insgesamt 3.460 neuen Ausbildungsverträgen zum Ausbildungsstart 2015 am 1. September hat die mainfränkische IHK 4,1 Prozent mehr abgeschlossene Ausbildungsverträge als im Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Aktuell bedeutet das beste Chancen für junge Menschen auf dem Ausbildungsmarkt.

Fachkräfte sichern

„Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr spricht für die Bemühungen der Unternehmen, sich die Fachkräfte von morgen frühzeitig zu sichern.“, erklärt Dr. Lukas Kagerbauer, Bereichsleiter Berufsausbildung bei der IHK, der zugleich darauf verweist, dass es sich bei den Zahlen um eine Zwischenbilanz handelt: Die tatsächliche Zahl an abgeschlossenen Verträgen steht erst zum Ablauf des Kalenderjahres fest. „Das Plus ist umso höher zu bewerten, weil der demographische Wandel und der anhaltende Trend zur akademischen Karriere das verfügbare Potenzial an Azubis stetig verringert.“, so Kagerbauer weiter.

Viele Stellen noch unbesetzt

Trotz der gestiegenen Zahl der Neueintragungen sind immer noch zahlreiche attraktive Ausbildungsstellen in Mainfranken zum Ausbildungsstart unbesetzt. Diese finden Bewerber, die sich bislang noch keinen Ausbildungsplatz sichern konnten, in der IHK-Lehrstellenbörse. Die Bandbreite der noch verfügbaren Stellen reicht vom Berufsbild des Kaufmann/-frau im Einzelhandel über den Beruf Koch/Köchin bis hin zum Werkzeugmechaniker.

Über 330 verschiedene Berufe

Junge Menschen können sich bei der Recherche nach ihrem Traumberuf zusätzliche Informationen bei der IHK einholen. Denn auch wenn die Berufe Kaufmann/-frau im Einzelhandel (295 Verträge), Verkäufer/-in (286 Verträge) und Industriemechaniker/-in (265 Verträge) in der Gunst der Bewerber weiter ganz oben liegen, wird oftmals vergessen, dass das Duale Ausbildungssystem insgesamt 330 Ausbildungsberufe bietet. Die Vielfalt der Ausbildungsberufe bietet den jungen Menschen eine Menge an qualitativ hochwertigen Berufen, die zu den eigenen Stärken passen.

Beliebte Ausbildungsberufe

TOP 5 der am meisten ausgebildeten IHK-Berufe in Mainfranken:
1. Kaufmann/-frau im Einzelhandel (295 Verträge)
2. Verkäufer/-in (286 Verträge)
3. Industriemechaniker/-in (265 Verträge)
4. Kaufmann/-frau für Büromanagement (229 Verträge)
5. Industriekaufmann/-frau (224 Verträge)

Blick in die Glaskugel

Die Lage auf dem mainfränkischen Ausbildungsmarkt ist durch den demographischen Trend und das immer stärkere Streben der jungen Menschen nach akademischen Abschlüssen bestimmt. In der Folge ist die Zahl neu eingetragener Ausbildungsverhältnisse seit einigen Jahren stetig gesunken. Auch wenn am aktuellen Rand erfreulicherweise ein Plus steht, wird sich der Trend in den kommenden Jahren nicht vollständig aufhalten lassen. „Für kleine und mittlere Unternehmen wird es immer schwerer, Azubis zu finden.“, erklärt Kagerbauer. Die Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage aus dem Monat Mai bestätigen, dass Fachkräfteengpässe keine Zukunftsmusik sind.

Fachkräfteengpass

Mehr als jedes dritte mainfränkische Unternehmen sieht in der Sicherung der Fachkräftebasis ein wirtschaftliches Risiko. Blickt man noch weiter voraus, wird der Fachkräfteengpass, regional- und branchenspezifisch, nicht geringer werden. Nach Zahlen des IHK-Fachkräftemonitors-Bayern werden im Jahr 2021 rund 24.000 Fachkräfte in Mainfranken fehlen und davon etwas 23.000 alleine im Bereich der beruflich Qualifizierten. „Umso mehr gilt es für eine Karriere in der Dualen Ausbildung zu werben.“, fügt Kagerbauer an.

Projekte, Seminare & Workshops

Um die Schere zwischen Angebot und Nachfrage nicht weiter auseinander klaffen zu lassen, führt die IHK zahlreiche Beratungsgespräche, Firmenbesuche, Informationsveranstaltungen, Workshops, Projekte und Kooperationen mit anderen Trägern durch. Ab September 2015 startet zum Beispiel mit dem Projekt Ausbildungsscouts einen neue Initiative, die darauf abzielt, Schüler an den Realschulen und Gymnasien für einen Karrierestart im Dualen Ausbildungssystem zu begeistern.

Azubis werden hierbei als Botschafter in den Schulklassen für ihre Ausbildungsberufe. Die IHK bedauert, dass die Ausbildung im Vergleich zum Studium noch zu häufig als minderwertige Alternative angesehen wird. Dass dem nicht so ist, zeigen die zahlreichen Karrieremöglichkeiten, ausgehend von einer Dualen Berufsausbildung. Neben Weiterbildungsmöglichkeiten bei der IHK, ist heute auch eine Fortsetzung der Karriere an der Hochschule möglich. Die hohe Zahl der Studienabbrecher zeigt, dass es vielfach angebracht sein könnte, bereits vor Studienbeginn über einen Karrierestart in der Berufsausbildung nachzudenken.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der IHK Würzburg-Schweinfurt.

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