Symbolbild Schweinfurt
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Notfallplan greift: Flüchtlingsaufnahme gut angelaufen

„Atmende“ Aufnahmeeinrichtung

Am Dienstag hat sich Bürgermeisterin Sorya Lippert gemeinsam mit Referentin Dr. Anna Barbara Keck und Sozialamtsleiterin Corina Büttner einen Eindruck von der Situation in der Asylbewerber-Aufnahmeeinrichtung in den Ledward Barracks verschafft und sich mit Einrichtungsleiterin Maria-Antonette Graber ausgetauscht.

590 Flüchtlinge sind dort derzeit untergebracht, zu 70 % Syrer, gefolgt von Afghanen und einer geringeren Zahl von Menschen weiterer Nationalitäten. Trotz verschiedener Schwierigkeiten zu Spitzenzeiten des Zustroms ist der Betrieb der Einrichtung gut angelaufen. „Mein besonderer Dank hierfür gebührt der Regierung von Unterfranken, unserem städtischen Sozialamt, der Polizei und dem Bayerischen Roten Kreuz“, so die Bürgermeisterin.

12.000 Flüchtlinge in Bayern erwartet

Alle für die Aufnahmeeinrichtung benötigten Gebäude wurden und werden von der Stadt Schweinfurt als Eigentümerin plangemäß an die Regierung von Unterfranken übergeben, die die Einrichtung betreibt. Am 1. September folgt zuletzt jenes Gebäude, in dem das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seine Außenstelle beziehen wird. Die Flüchtlingssituation in ganz Deutschland und Bayern bleibt währenddessen angespannt. 120.000 Flüchtlinge werden im Freistaat im Jahr 2015 erwartet, der Zustrom ist ungebrochen. Aufnahmekapazitäten werde händeringend gesucht.

Seit einigen Monaten bereits laufen deshalb die Notfallpläne der Regierung von Unterfranken, zunächst für die übrigen unterfränkischen Landkreise, zuletzt den Landkreis Schweinfurt und die Kreisfreien Städte, jetzt auch die Stadt Schweinfurt. Die Stadt stellt der Regierung im Rahmen des Notfallplans nördlich der bisherigen Aufnahmeeinrichtung in den Ledward Barracks vorübergehend zwei Gebäude zur Verfügung. So sollen Spitzen in den täglich wechselnden Zahlen ankommender Flüchtlinge abgedeckt werden können.

Kommunale Aufgabe

In der ehemaligen Amerikanischen Bank und dem einstigen „Food Court“ werden künftig kurzzeitig bis zu 200 Flüchtlinge untergebracht werden können, wenn die Kapazität der Aufnahmeeinrichtung vorübergehend erschöpft ist. Die beiden Gebäude erweitern die bestehenden Unterkünfte für den Bedarfsfall zu einer „atmenden“ Aufnahmeeinrichtung. Im Rahmen des Notfallplans ist die Bereitstellung zusätzlicher Räume eine kommunale Aufgabe, die die Stadt Schweinfurt gesetzlich zu erfüllen hat. In anderen Gemeinden müssen dafür bereits Turnhallen verwendet werden.

Eine Umzäunung zur Gewährleistung der Sicherheit der Einrichtung sowie die Bereitstellung sanitärer Einrichtungen erfolgen schnellstmöglich. Nach Rücksprache mit der Regierung sind wechselnde weitere kurzfristige Bedarfe zu Spitzenzeiten nicht auszuschließen.

Bürgermeisterin Sorya Lippert: „Jede Stadt, jede Kommune und wir alle müssen jetzt unseren Beitrag leisten – wir tragen Mitverantwortung für das Schicksal der Flüchtlinge. Ich danke an dieser Stelle ganz besonders den unzähligen Ehrenamtlichen und allen Mitarbeitern der zuständigen Ämter und Organisationen, die sich mit Hochdruck und Engagement dieser wichtigen Aufgabe widmen!“

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Stadt Schweinfurt.

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