Symbolbild Schweinfurt
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Stadtfest 2015 ohne „Radio bring it back“

Kein Hip Hop auf dem Stadtfest

„Ohne euch wird das Stadtfest zur Ü30 Party … Nur so alte Musik und Rock“, „KEIN HIP HOP – kein Stadtfest!“ – So reagierten einige enttäuschte Fans auf Facebook als der Schweinfurter Radiosender „Radio bring it back“ (BiB) auf seiner Facebook-Seite bekannt gab, dass sie dieses Jahr mit keiner Veranstaltung am Stadtfest vertreten sein werden. Die Gründe für die diesjährige Abwesenheit des Radiosenders wurden sowohl von Seiten des Veranstalters des Stadtfestes, des Radiosenders als auch der Facebook-Fans des Radiosenders kontrovers diskutiert.

Diskussionen auf Facebook

Radio BiB startete die Diskussion, „um gewisse Missstände bei der Durchführung und Konzeption sowie dem Standing der Hip Hop Gemeinde aufzuzeigen“. Daraufhin schaltete sich der Veranstalter mit Vorwürfen in die Diskussion auf Facebook ein, es seien Möbel in der Vergangenheit demoliert worden, an die Lautstärke habe man sich mehrmals nicht gehalten und es sei ein „riesiges Müllfeld“ hinterlassen worden. Im folgenden Artikel äußert sich Ralf Hofmann von der Agentur „Blues Agency GmbH“ sowie der Radiosender „Radio bring it back“ in einem Statement zu den Vorwürfen und Ereignissen der Vergangenheit.

Statements zu vergangenen Ereignissen

„Der Grund für unsere Abwesenheit liegt nicht bei uns. Es liegt nicht an mangelnden Sponsoren für unsere Veranstaltung – im Gegenteil. Sponsoren sind von dem was wir mit Euch aufgezogen haben begeistert. Es liegt einzig und allein an den Veranstaltern des Stadtfestes. Sie möchten uns und unsere ‚Zielgruppe‘ nicht mehr als Teil der Veranstaltung“, so gab der Radiosender in einem öffentlichen Statement auf Facebook bekannt. „Wir wissen nun nicht was uns mehr verärgern soll….dass man von unseren Fans und Besuchern nur als Zielgruppe spricht oder dass man dass was wir repräsentieren nicht auf einer derartigen Veranstaltung haben möchte.“

Hofmann spricht von „Missverständnissen zwischen allen drei beteiligten Parteien“: „Bei Radio Bring it B(l)ack kam das dann offensichtlich so an, dass sie und ‚ihre Zielgruppe‘ nicht gewünscht seien. Das ist natürlich Unsinn. Wir haben bei den zurückliegenden Stadtfesten mit einigem Aufwand und gegen nicht unerhebliche Widerstände die großartigen Events von Radio Bring it B(l)ack aus voller Überzeugung unterstützt und waren guter Hoffnung, im kommenden Jahr wieder eine Möglichkeit zu finden.“

Plattform für Hip Hop

„Wir wollen nur Transparenz für unsere Fans und Partner schaffen. Unser oberstes Ziel ist es immer noch eine Plattform für Hip Hop zu etablieren“, so der Radiosender. Hoffman räumte daraufhin in einem Statement gegenüber der SWity-Reaktion ein, dass der Veranstalter kein grundsätzliches Problem mit der Hip Hop-Kultur in Schweinfurt hätten.

Keine Alternativen

Das Stadtfest Schweinfurt sei laut Aussagen von Hoffmann grundsätzlich offen, mit Veranstaltern zusammen zu wirken, auch wenn sie Nischenkulturen repräsentieren, um diesen eine Plattform auf dem Stadtfest zu geben – Denn das entspreche dem Grundkonzept und der Heterogenität der Stadt Schweinfurt. Hip Hop-fans werden in diesem Jahr auf dem Stadtfest allerdings leer ausgehen. Denn ein Alternativprogramm, weder im Bereich Hip Hop, noch im elektronischen Bereich wird es in diesem Jahr nicht geben.

Auseinander liegende Sichtweisen

In einem längeren Telefonat zwischen den beiden Parteien sei laut Aussage des Veranstalters deutlich geworden, dass im Moment die Sichtweisen von Radio Bring it B(l)ack und der Blues Agency „relativ weit auseinanderliegen und nicht zusammen kommen.“ Daher sei offen, ob es künftig wieder eine Zusammenarbeit geben könne. Hofmann: „Der Grund, warum es dieses Jahr eine Pause hätte geben sollen, lag im Fehlen einer geeigneten Location gepaart mit der mehrfach aufgefallenen Unzuverlässigkeit von Radio Bring it B(l)ack als Veranstaltungspartner.“ Aus Lärmschutz- und Sicherheitsgründen sei die diesjährige Radio BiB-Party nicht möglich und im Einvernehmen mit einem Schweinfurter Gastronomen nicht weiter verfolgt worden. 

Vorwürfe des Veranstalters

„Im ersten Jahr beim Stadtfest hat Radio BiB Leihmöbel demoliert. WIR haben mit dem Vermieter ausgedealt, dass für sie aus Kulanz keine Kosten entstanden sind“, so kommentierte Hofmann auf Facebook zu dem Statement des Radiosenders. Daraufhin reagiert der Radiosender: „Ja, bei der Party 2012 (war richtig geil) wurden die zugeliehenen Möbel leider beschädigt. Dies wird eigentlich durch die Veranstalterhaftpflicht (Personen- und Sachschäden) abgefangen. Die Aushandlung geschah auf eigenes Interesse. Trotzdem wissen wir den Einsatz zu schätzen. Auch Biertische sind in der Vergangenheit auf dem Stadtfest bestimmt schon kaputt gegangen.“

Müll und Musiklautstärke

Auch im zweiten Jahr habe sich der Radiosender laut eines Facebook-Statements des Veranstalters kaum an Absprachen gehalten, was die Musiklautstärke anginge. Auch hätten sie anliegende Plätze zu deren Ärger überlagert. Hoffmann: „Dazu haben sie keinen Müllberg, sondern ein riesiges Müllfeld hinterlassen. WIR haben uns mit den anderen Veranstaltern/Bands auseinander gesetzt, einen Ausgleich gesucht und den Müll beseitigen lassen.“


Der Radiosender reagiert auf die Vorwürfe: „Ja, es haben sich einzelne Anwohner beschwert. Dennoch waren wir zu jedem Zeitpunkt im genehmigten Messbereich. Schalldruck- und Pegelmessung vor Ort. Zusätzlich wurde ein Limiter seitens der Tonanlage eingebaut. Es wurde immer auf Feedback des Veranstalters reagiert und die Lautstärke nachreguliert. Jeder Veranstaltungsbereich auf dem Stadtfest wird seitens der Stadt gereinigt. Müll wurde von uns sortiert, gesammelt und sogar getrennt obwohl wir diesbezüglich keine direkte Aufforderung bekamen. Rathausinnenhof wurde von uns freiwillig gekehrt, der Platz an der Stadtmauer wurde durch Auflesen der Abfälle gesäubert.“

„Sie wollen uns und Euch nicht auf ihrem Stadtfest“

Radio BiB: „Wir wissen immer noch nicht was genau diesen Veranstalter dazu bewegt hat, uns und Euch dieses Jahr nicht feiern zu lassen. Aber eines wissen wir – sie wollen uns und Euch nicht auf ihrem Stadtfest.“ Für Hofmann handele es sich hierbei um ein reines Missverständnis: „Wir bedauern es sehr, dass wir in diesem Jahr keinen Platz in der Innenstadt gefunden haben, an dem eine Hip Hop-Veranstaltung von Radio Bring it B(l)ack hätte stattfinden können. Wir finden und fanden immer: was BiB macht ist ein wichtiger Teil unseres Kulturlebens.“

Der Radiosender beabsichtigt laut eigenen Aussagen keineswegs die Auseinandersetzung mit der Blues Agency nicht noch weiter „hochzuschaukeln“. „Wir haben definitiv unsere Gründe, warum wir uns zu diesem Schritt entschieden haben. Natürlich hat uns die Blues Agency in den letzten Jahren auch unterstützt. Ohne deren Zustimmung hätte es solch eine Veranstaltung mit uns nie gegeben. Dessen sind wir uns wirklich bewusst und auch dankbar dafür.“

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