Symbolbild Schweinfurt
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Ausbildungszahlen weiterhin auf stabilem Niveau

Start des neuen Ausbildungsjahres

Zum Start des neuen Ausbildungsjahres, Stichtag 31. August 2015, registriert die Handwerkskammer für Unterfranken insgesamt 2.297 neu eingetragene Lehrverträge. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem leichten Plus von 0,8 Prozent. Die Konsolidierung der Ausbildungszahlen setzt sich damit nach 2014 auf einem stabilen Niveau fort. Eine immer größere Zahl der neuen Auszubildenden hat einen höheren Schulabschluss. Auch der Anteil der ausländischen Auszubildenden im unterfränkischen Handwerk wächst. Es zeigt sich weiterhin, dass Handwerksbetriebe große Anstrengungen unternehmen müssen, um freie Lehrstellen zu besetzen.

2.297 Auszubildende im unterfränkischen Handwerk

„Insgesamt 2.297 Jugendliche haben sich zum offiziellen Start des neuen Ausbildungsjahres für eine Ausbildung im unterfränkischen Handwerk und damit für derzeit sehr gute Karrierechancen entschieden“, freut sich Rolf Lauer, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der neuen Lehrverträge um 0,8 Prozent leicht angestiegen. Wie bereits 2014 setzt sich damit die Konsolidierung der Ausbildungszahlen im unterfränkischen Handwerk fort. „Wir stellen fest, dass junge Menschen wieder vermehrt ihre berufliche Zukunft in einem der über 130 verschiedenen Ausbildungsberufe im Handwerk suchen. Sie erkennen den Wert einer praktischen Ausbildung sowie die Zukunftschancen, die ihnen dieser Weg bietet, und wollen diese Chancen auch nutzen“, so Rolf Lauer.

Dennoch wird die Zahl der Schulabgänger, die ein Studium aufnehmen auch in diesem Jahr wieder höher sein als die derjenigen, die eine berufliche Ausbildung beginnen. „Hier muss endlich ein Umdenken einsetzen“, fordert der Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer. Für viele Eltern seien Abitur und Studium eine Statusfrage. Rolf Lauer: „Hier werden junge Menschen, die praktisch veranlagt sind und für eine berufliche Ausbildung besser geeignet wären, in eine falsche Richtung gedrängt. Sie fehlen Wirtschaft und Handwerk, obwohl hier handfeste Karriereperspektiven auf sie warten.“

Schulabschlüsse

Aktuell haben 51,0 Prozent der Auszubildenden im unterfränkischen Handwerk einen Haupt- beziehungsweise Mittelschulabschluss, 37,5 Prozent einen Realschulabschluss und 7,6 Prozent Abitur oder Fachabitur. „Die Zahl der Auszubildenden mit mittlerem oder höherem Schulabschluss steigt weiter an, was die allgemeinen Wanderungsbewegungen im deutschen Schulsystem widerspiegelt. Immer mehr Schüler besuchen Realschule oder Gymnasium, immer weniger die Mittelschule“, erläutert Rolf Lauer. Unabhängig vom Schulabschluss bietet das Handwerk für jeden die Chance auf Ausbildung. Es existieren Förderangebote für Jugendliche ohne Schulabschluss genauso wie für Jugendliche mit Startschwierigkeiten. Mit dem Karriereprogramm Handwerk für Studienaussteiger oder dem Karriereprogramm „Abi + Auto“ der Handwerkskammer für Unterfranken gibt es zudem interessante Aus- und Weiterbildungsprogramme speziell für Abiturienten. Gleichzeitig wird die Berufsorientierung für Mittel- und Realschüler konsequent fortgeführt. „Ziel ist es hier, jede Zielgruppe passgenau anzusprechen und dort Ausbildungsmöglichkeiten und berufliche Chancen im Handwerk aufzeigen“, so Rolf Lauer.

Größere Vielfalt bei Nationalitäten

Bezogen auf die Gesamtzahl der Auszubildenden im unterfränkischen Handwerk nimmt auch die Vielfalt der Nationaltäten zu. Zum Stichtag 31. August 2015 absolvieren Lehrlinge aus 56 verschiedenen Nationen eine Ausbildung im unterfränkischen Handwerk. „Egal, wo man herkommt, Handwerksbetriebe sind sehr offen für ausländische Bewerber“, betont Rolf Lauer. Das Handwerk ist auch bereit, junge Flüchtlinge auszubilden. Bei einer Sonderumfrage der Handwerkskammer für Unterfranken gaben fast 94 Prozent der befragten Ausbildungsbetriebe an, einen Flüchtling ausbilden zu wollen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Zu den Forderungen auf Seiten des Handwerks gehören hier beispielsweise verbindliche und schnellere Deutschkurse sowie ein Bleiberecht für junge Flüchtlinge während und zwei Jahre nach der Ausbildung.

Regionale Zahlen: Leichter Rückgang in Schweinfurt

Der Blick in die einzelnen Regionen Unterfrankens zeigt ein eher heterogenes Bild. So verzeichnet die Region Bayerischer Untermain (Stadt Aschaffenburg, Landkreise Aschaffenburg, Miltenberg) mit insgesamt 629 neuen Lehrverträgen im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang um 0,5 Prozent. Die Region Main-Rhön (Stadt Schweinfurt und Landkreise Schweinfurt, Bad Kissingen, Haßberge, Rhön-Grabfeld) registriert mit 828 neuen Lehrlingen ebenfalls einen leichten Rückgang um 1,7 Prozent, während in der Region Würzburg (Stadt Würzburg, Landkreise Würzburg, Kitzingen und Main-Spessart) die Zahl der neuen Lehrverträge um 4,5 Prozent auf insgesamt 840 gestiegen ist. „Handwerksbetriebe müssen weiterhin große Anstrengen unternehmen, um freie Lehrstellen besetzen zu können“, analysiert Rolf Lauer. Dort wo einzelne Betriebe, Innungen und Kreishandwerkerschaften gezielt Nachwuchswerbung betreiben, zahle sich das jedoch aus.

„Die demografische Talsohle ist durchschritten, die Ausbildungszahlen im unterfränkischen Handwerk haben sich zum Ausbildungsstart 2015 erneut auf stabilem Niveau konsolidiert. Wir sind zuversichtlich zum Jahresende das Vorjahresniveau erreichen zu können. Gleichzeitig werden wir nicht nachlassen, bei allen Zielgruppen sowie in der breiten Öffentlichkeit für die berufliche Ausbildung zu werben und deren Gleichwertigkeit gegenüber dem akademischen Bildungsweg deutlich zu machen“, so das Fazit von Rolf Lauer.

Dieser Artikel beruht auf einer Presseinformation der Handwerkskammer für Unterfranken.

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