Symbolbild Schweinfurt
Symbolbild Schweinfurt

Kaffee zum Mitnehmen: Problematische Einwegbecher

320.000 Becher pro Stunde

Ein Kaffee am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen, so sagt der Volksmund. Landet dieser allerdings in einem Einwegbecher und dieser Becher wiederum anschließend im Mülleimer, treibt dies wiederum anderweitig manchem die Sorgenfalten ins Gesicht. Nach Angaben der deutschen Umwelthilfe DUH landen durchschnittlich jede Stunde bundesweit rund 320.000 Kaffeebecher im Abfalleimer. Über das ganze Jahr gesehen ist das eine unvorstellbare Zahl in Milliardenhöhe.

Coffee to go in Schweinfurt

Auch viele Schweinfurter trinken morgens oder gegen den Durchhänger am Nachmittag gerne einen Kaffee aus der Pappe. Auf Nachfrage bei lokalen Bäckereien in der Innenstadt konnten die Mitarbeiter nur schwer schätzen wie viel Coffee to go pro Tag über den Tresen geht. Ein Bäcker schätzt rund 80 Kaffee pro Tag, die in Einwegbechern verkauft werden. In einigen großen Bäckerei- und Fast-Food-Ketten gehen vermutlich noch mehr Becher am Tag über den Tresen.

Pflichtabgabe gegen das Müllproblem

Gemeinsam mit der Stiftung Naturschutz fordert die DUH nun eine Abgabe von 20 Cent, um die Müllschwemme zu bekämpfen und die großen Kaffeehausketten zum Umdenken zu bewegen. „Kunststoffbeschichtete Zombies“ nennen sie die Becher, welche jedes Jahr zehntausende Tonnen Holz und Plastik in der Produktion verschlingen. Doch die Einführung einer gesetzlichen Abgabe ist unwahrscheinlich.

Keine Zeit…

Die Situation ist natürlich ein Kind unserer modernen Gesellschaft. Wie haben einfach keine Zeit, weder die Nachricht nicht hinterm Steuer zu schreiben, noch unseren Kaffee vor Ort zu Ende zu trinken. Der Kosmopolit von Heute hat den Kaffee in der einen und das Smartphone in der anderen Hand. Zeit zum Umdenken? Kein Gastronom würde sich wohl ernsthaft einem Kunden verweigern, welcher sein Getränk in einem Mehrweg-Gefäß mitnehmen möchte. Die von uns Angefragten wären auf jeden Fall gerne dazu bereit.

- ANZEIGE -