Symbolbild Schweinfurt
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Petition gegen Zirkusse mit Wildtieren in Schweinfurt

Circus Roncalli erstmals in Schweinfurt

Es werde Circus: Über 19 Millionen Menschen haben sich schon von ihm verzaubern lassen, fast 40 Jahre gibt es ihn inzwischen, er ist Kult in Europas Metropolen. Jetzt kommt der legendäre Circus Roncalli erstmals in fünf bayerische Städte, in denen er noch nie gastiert hat – eine Station wird auch Schweinfurt sein. Dabei verzichtet der Circus bereits seit Jahrzehnten als einer der Vorreiter in seinem Programm auf Wildtiernummern und setzt seinen Schwerpunkt stattdessen auf Poesie und Artistik. Für Bernhard Paul, Gründer und Direktor, seien Wildtier-Aufführungen im Zirkus „längst nicht mehr zeitgemäß“, so äußerte er sich in einem Interview in der ZDF Sendung „Frontal 21“ zum Thema Wildtiere im Circus.

Online-Petition gegen Wildtier-Aufführungen

Viele Zirkusbetriebe kämpfen mittlerweile um jeden Zuschauer und spielen dabei gegen Home-Entertainment, Fernsehen und Computer an. Doch nicht nur das erschwert den Zirkussen ihr Dasein. Auch einige Städte stellen mittlerweile keine Genehmigungen mehr für Wildtierzirkusse auf öffentlichen Flächen aus, wie beispielsweise die Stadt Erlangen.

In einer vor wenigen Tagen gestarteten Online-Petition wird die Stadt Schweinfurt aufgefordert „keine Plätze auf dem Stadtgebiet Schweinfurt mehr an Zirkusse zu vermieten, die Wildtiere mit sich führen“, so die Partei Mensch Umwelt Tierschutz – Regionalgruppe Mainfranken. „Viele Tiere müssen zur Belustigung der Zuschauer Dinge lernen und vorführen, die sie in der freien Wildbahn nie tun würden. Viele der kleineren Wanderzirkusse leiden unter chronischem Geldmangel, der auch auf die Tiere zurückfällt. Sie erhalten oft nicht die nötige Versorgung, Pflege oder Behandlung“, so begründet die Partei ihren Petitionsbrief, den bereits 1.109 Personen unterstützen.

Artgerechte Haltung von Tieren

Auf change.org startete ebenfalls vor kurzem eine Petition gegen die Genehmigung von Zirkussen mit Wildtieren im Stadtgebiet Würzburg. Dabei wird wie auch in dem Petitionsbrief an die Stadt Schweinfurt kritisiert, dass die Wildtiere nicht artgerecht gehalten werden und unter hohen physischem Druck leiden. Sie leben nicht in ihrem natürlichen Lebensraum und würden zu anormalen Handlungen gezwungen.

Städte wie Köln, Düsseldorf, Stuttgart und Erlagen würden laut der Petitionen keine Genehmigungen mehr für Zirkusse mit Wildtieren auf städtischen Flächen ausstellen. Nun sollen sich auch die Städte Schweinfurt und Würzburg ein Beispiel daran nehmen und in Folge dieser Petitionsbriefe Zirkusse mit Wildtieren verbannen.

Wildtier-Zirkusse in Schweinfurt

„Bei Zirkussen mit Wildtieren gilt das Tierschutzrecht, welches durch die Stadt Schweinfurt in Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt kontrolliert und streng beachtet wird“, so ein Pressesprecher der Stadt Schweinfurt. Bisher ging die Online-Petition nicht offiziell bei der Stadt ein. Sobald diese eingereicht wurde, äußere sich die Stadt zu dem Petitionsbrief.

Salto Vitale auf Herbst-Winter-Tournee

Für das Programm „Salto Vitale“ bringt Bernhard Paul bisherige Roncalli Show Höhepunkte und außergewöhnliche junge Talente zusammen und präsentiert ein „Best of“ des erfolgreichsten Circus Europas: „Salto Vitale ist, wie alle unsere Inszenierungen, ein Gesamtkunstwerk, in dem Ambiente, Atmosphäre und Artisten perfekt zusammenwirken“, sagt Bernhard Paul, der Direktor und Regisseur.

Roncalli gilt als „Erneuerer der Circuskunst“ (ZEIT) wie auch als „Europas meistbewunderter Circus“ (Herald Tribune Washington ) und sieht seine Programme als Gegenentwurf zu einer sich immer schneller drehenden Welt mit ihrer Reizüberflutung. Als Gesamtkunstwerk beschert Roncalli verzaubernde Momente in einem märchenhaften Ambiente mit nostalgischem Flair und einer bühnenreifen Manegen Inszenierung. Der Circus wie aus dem Märchenbuch entführt für gut zwei Stunden aus dem hektischen Alltag in die Welt der Poesie.

Was erwartet das Publikum?

Was erwartet die Besucher von Salto Vitale neben einem liebevoll inszenierten Programm mit besonderen Künstlern für ein besonderes Publikum? Vor dem Weg ins prunkvolle Chapiteau empfangen zauberhafte Feen die Gäste mit einem gemalten Herzchen auf der Wange – oder einem roten Farbklecks auf der Nase. Die Musik spielt ganz technofrei, es duftet ganz natürlich nach Popcorn, gebrannten Mandeln und Zuckerwatte. Im Zelt erfährt das olfaktorische Erlebnis eine weitere Dimension durch das klassische Circus-Parfum: Sägemehl und Pferde fehlen auch bei „Salto Vitale“ nicht. Dann beginnt das Fest für Sinne: Mit sicherer Spürnase haucht Regisseur Bernhard Paul zwischen Schnörkeln, Schmiedeeisen und Holzschnitzereien, Purpur und Gold seinem jüngsten Circuskind echtes Roncalli Flair ein.

Brennende Luft und fliegende Kleider

Zurücklehnen, lachen, staunen, sich mitnehmen lassen in die wunderbare Welt der Circuskünste – das ist die Rolle, die hier den Zuschauern zugedacht ist. Sie können was erleben! Weiten Raum nimmt in jedem Roncalli Programm die Komik ein. Allzu viel soll nicht verraten werden. „Roncalli muss man gesehen und gespürt haben“, weiß Direktor Paul. Dass er allerdings nur allerbeste Akrobaten und Artisten verpflichtet und zudem ein starkes Orchester spielen und ein eigenes Ballett tanzen lässt, ist kein Geheimnis. In Roncallis Programmen sieht man keine Wildtiere, Pferde – und teilweise Hunde – gehören jedoch dazu, wenn es gilt, eine Brücke zwischen Circustradition und –Moderne zu schlagen.

Karten und Vorverkaufsstellen

Vom 14. Oktober an gastiert das von den Wienern Bernhard Paul und André Heller 1976 gegründete poetische Circustheater zunächst in Neu-Ulm I(bis 25.10.), dann in Schweinfurt (28.-31.10.), Bamberg (5.-15. November), Ingolstadt (19.-29.11.), Bayreuth (3.-12.) und schließlich als Weihnachtscircus in Regensburg (19.12.-3.1.).

Karten gibt es bei www.myticket.de (01806 – 150 555 je 0,20 EUR/Verbindung aus dt. Festnetz / max. 0,60 EUR/Verbindung aus dt. Mobilfunknetz), an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie unter www.roncalli.de.

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