Symbolbild Würzburg
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Flüchtlingshetze: Erfundene Vergewaltigung in Schweinfurt

Facebook-Userin erfindet Vergewaltigung

Mit den wachsenden Flüchtlingszahlen in Deutschland wird auch in sozialen Netzwerken immer häufiger gegen Flüchtlinge und Asylbewerber gehetzt. Die Gefahr, die das Internet hierbei birgt, besteht besonders in der schnellen Verbreitung von Gerüchten. So hat sich auch die Geschichte einer 17-jährigen auf Facebook rasant verbreitet. Eine Facebook-Userin schrieb in der Arnsteiner Gruppe „Echte Anstenner“, dass die 17-Jährige von fünf bis sieben Syrern vergewaltigt worden sei, anschließend im Leopoldina Krankenhaus in Schweinfurt ums Überleben hätte kämpfen müssen und, dass man ihr einen künstlichen Darmausgang gelegt hätte. Die Geschichte war frei erfunden, wie sowohl Schweinfurts Polizeichef, Detlev Tolle, als auch ein Pressesprecher des Krankenhauses laut Angaben der Main-Post bestätigte.

Statement der Polizei

„Das ist Schweinfurt, wo bereits an die 12 fälle übelster Vergewaltigungen durch traumatisierte Flüchtlinge statt gefunden hat!!! TRAURIGE WAHRHEIT“, so schrieb die Facebook-Userin. In der Gruppe, in der gegen Flüchtlinge gehetzt und zur Teilnahme an Pegida-Demonstrationen aufgerufen wird, verbreitete sich der Main-Post zufolge außerdem das Gerücht, dass Leute „geschmiert“ wurden, um die angebliche Vergewaltigung zu vertuschen. Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Unterfranken, Claudia Ernst, sagt dazu, dass „überhaupt nichts bekannt“ sei und die Polizei solche Informationen auch dann nicht zurück halte, wenn es um Flüchtlinge gehe.

„Es gibt keine Gewaltexzesse“

Wie bereits berichtetet, wurden in den letzten Wochen mehrfach Fragen von Schweinfurter Bürgern zur Kriminalität von Asylbewerbern gestellt. Auf die Frage, ob die Bürger aufgrund des Flüchtlingszuwachses in Schweinfurt Angst haben müssen, antwortet die Polizei mit einem klaren „Nein“: „Vor der Eröffnung der Erstaufnahmeeinrichtung war Schweinfurt aus polizeilicher Sicht lebenswert und sicher. Dies ist auch jetzt so. Es gibt keine Gewaltexzesse, keine schweren Straftaten, lediglich einige wenige Bagatelldelikte“, so die Polizei Schweinfurt.

Umgang mit Hetze im Internet

Schwerwiegende Gerüchte dieser Art sind nicht nur schnell verbreitet, sie erfordern von Lesern und besonders von Nachrichtenmedien eine sorgfältige Überprüfung. Optionen, wie das „Teilen“ oder das Kommentieren unter Beiträgen auf Facebook erlauben es zunächst, dass jeder seine Meinung, aber auch Links und sonstige Inhalte ohne vorherige Freigabe posten kann. Die SWity-Redaktion kiest daher nicht nur alle Beiträge sobald sie gepostet wurden, sie prüft auch deren Inhalt. Bei Behauptungen ohne Belege, werden diese eingefordert und nochmals geprüft.

Netiquette und Verhaltensrichtlinien bei SWity

Verhaltensrichtlinien und eine sogenannte Netiquette regeln hierbei den Umgang untereinander und beinhalten allgemeine Gesetze und Rechtsvorschriften. So lautet es in den „Allgemeinen Gesetze und Rechtsvorschriften“ der SWity-Facebookseite: „Diskriminierungen wegen Geschlecht, Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat, Herkunft, Glauben, religiöse oder politische Anschauungen sind zu unterlassen. Personen dürfen nicht wegen ihrer Behinderung benachteiligt werden. Sexistische und rassistische sowie beleidigende Beiträge jeglicher Art sind untersagt. Obszöne, pornographische und hasserfüllte Propaganda sowie Aufforderungen zu Gewalt oder anderen Straftaten werden nicht geduldet. Volksverhetzung und die Veröffentlichung von Propaganda für verfassungsfeindliche Organisation ist verboten.“

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