Symbolbild Schweinfurt
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Internationale Kooperation an der FHWS in Schweinfurt mit China

Forschung in der Medizintechnik

Im Rahmen des gemeinsamen internationalen Projektes „Biomedical Applications in Cardiovascular Diagnosis“ („Biomedizinische Anwendungen in der Herz-Kreislauf-Diagnose“) besuchten die Mitarbeiterin des Instituts für Medizintechnik an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt (IMeS), Ying Zhao, und der Leiter des Instituts, Professor Dr. Walter Kullmann, die Arbeitsgruppe von Professor Dr. Guoxian Qi von der China Medical University, The First Teaching Hospital, Shenyang, China. Dr. Guoxian Qi ist Chefarzt und Leiter der Abteilung für kardiovaskuläre Medizin (das Herz und das Gefäßsystem betreffend) und Geriatrie (Gesundheit im Alter), The First Teaching Hospital, China Medical University, in Shenyang, China.

Ähnlich wie in Deutschland stellen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und geriatrische Problemstellungen, insbesondere wegen den demographischen Entwicklungen in China und Deutschland, die Medizin und Medizintechnik vor neue Herausforderungen. Die China Medical University betreut täglich etwa 3.500 Patienten und betreibt eine der ersten stationären geriatrischen Abteilungen in der Volksrepublik China.

In Shenyang wurden medizintechnische Experimente mit neuartigen Diagnose-Systemen für den Einsatz in der Herz- Kreislauf-Diagnostik und in der Geriatrie durchgeführt. Insbesondere lag der Fokus auf der mobilen Langzeit- Blutdruckmessung. Daneben wurden Atemgas-Experimente zur nichtinvasiven Diagnostik von Helicobacter pylori-Bakterien im Magen und Zwölffingerdarm durchgeführt. Derartige Bakterieninfektionen sind im Spätstadium häufige Ursache von Geschwüren im Magen-Darm-Trakt und Magenkrebs.

Besuch in China

Professor Dr. Kullmann und Ying Zhao berichteten gemeinsam in einem Übersichtsvortrag, zu dem alle Ärzte und Mitarbeiter der Abteilung für kardiovaskuläre Medizin eingeladen waren, über mobile elektro-optische telemedizinische Assistenzsysteme für geriatrische Anwendungen, die teilweise am IMeS prototypartig entwickelt wurden. Dabei wurde ein Bogen von intelligenten Sturzdetektoren bis zur nichtinvasiven Bestimmung der Gefäßverkalkung gespannt.

Neben den Kooperations- und Forschungsaktivitäten an der China Medical University in Shenyang war Professor Dr. Kullmann als internationaler Keynote-Speaker auf die 18. Akademische Jahreskonferenz für Geriatrische Medizin der Liaoning Medizinischen Gesellschaft in Dandong, China, eingeladen. Im Vortrag „Telemedicine for Senior Groups in the Society – Remote Collection and Management of Personal Health Information“ („Telemedizin für Seniorengruppen in der Gesellschaft – Entfernte Erfassung und Verwaltung von persönlichen Gesundheitsinformationen“) führte er in die Struktur von geriatrischen Pflegeeinrichtungen in Deutschland ein, diskutierte personalisierte Alarmsysteme für Senioren, demonstrierte beispielhaft den telemedizinischen Datenaustausch zwischen Kliniken sowie zwischen betreuendem Arzt und Patienten. Abschließend diskutierte er die Kommunikation mit Locked-In- Patienten (Patienten, die bei Bewusstsein sind, jedoch körperlich fast vollständig gelähmt und unfähig, sich verständlich zu machen) mit Hilfe der computerbasierten Augensteuerung.

„Projektbezogener Wissenschaftleraustausch (proWA)“

Die chinesischen Ärzte sind an einer intensiven und weiterführenden Kooperation mit der FHWS Hochschule interessiert. Eine Fortführung und Erweiterung der aktuellen Forschungsaktivitäten wurde abgesprochen. Dabei sollen am IMeS entwickelte medizintechnische Systeme in der klinischen Umgebung in Shenyang getestet werden. Die deutsch- chinesischen Forschungsaktivitäten sind T eil der Internationalisierungsaktivitäten der Hochschule Würzburg- Schweinfurt. Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms „Projektbezogener Wissenschaftleraustausch (proWA)“ vom Bayerischen Hochschulzentrum für China, Bayreuth, finanziell gefördert.

Dieser Artikel beruht auf einer offiziellen Presseinformation der Hochschule Würzburg-Schweinfurt.

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