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Symbolbild Schweinfurt
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Schweinfurter dreht eigenen „Star Trek“ mit Actionfiguren

Acht Jahre und viel Liebe zum Detail

Acht Jahre, 53 Seiten Drehbuch und unendlich viel Liebe zum Detail: Der Schweinfurter Jürgen Kaiser hat mit seinem Team ein außergewöhnlich galaktisches Projekt gestartet und umgesetzt – Einen „Star Trek Enterprise“ – Fanfilm mit Actionfiguren und selbst gebastelten Kulissen zur US-amerikanischen Science-Fiction-Serie aus den 70er-Jahren. Für die aufwändige Produktion von „Star Trek Enterprise II – Das Anfang vom Ende“ holte sich der 35-Jährige echte Profis mit an Bord, die für die Animation und Synchronisation und Komposition der Filmmusik verantwortlich waren. Ganz fertig ist die Produktion noch nicht, es wird noch an Sound Mix, Musik und 3D Animationen im Film gearbeitet. Der Produzent und Drehbuchautor erzählt uns vorab aber schon mal, was Ihn dazu bewegt hat, was die größten Herausforderungen in all den Jahren waren, und ob er bereits an weiteren Produktionen tüftelt.

Komplex aber kostengünstig

Jürgen Kaiser: „Wir standen von Anfang an vor einem Problem: wie produziere ich einen Film mit so einer komplexen Geschichte kostengünstig?“ Star Trek Enterprise – Fans wissen, dass der Film eine Menge Drehorte hat. Die Kulissen hätte man bei einem Realdreh alle 1:1 bauen müssen – und das hätte wieder unvorstellbar viel Geld gekostet. „Und wo hätten wir den ganzen Platz hernehmen können?“ Eine Halle anmieten wäre eine Möglichkeit gewesen aber das hätte wieder Geld gekostet, was Kaiser wiederum lieber in den Film gesteckt hätte.

Star Trek in „Stop-Motion“

 

So blieben nur noch zwei Möglichkeiten: einen 3D Animationsfilm oder einen Stop-Motion-Film. Kaiser entschloss sich für Stop Motion, eine uralte Filmtechnik, die so alt wie der original US-amerikanische Film selbst ist. Bei dieser Filmtechnik wird eine Illusion von Bewegung erzeugt, indem einzelne Bilder von unbewegten Motiven aufgenommen und anschließend aneinandergereiht werden. Kaiser fotografierte für seine Filmproduktion die Einzelbilder mit einer Spiegelreflexkamera, die am Ende zu einem ganzen Film geschnitten werden.

„Klar wusste ich, das wird nicht einfach“

Rund 30 Bilder ergeben bei der Stop-Motion-Technik eine Sekunde Film. Kaiser: „Klar wusste ich, das wird nicht einfach, aber warum sollten wir etwas einfaches produzieren?“ Dazu kam noch, dass der Schweinfurter schon in seiner Kindheit sehr gerne Modelle gebaut habe. Des Weiteren bot sich ein Film in „Stop Motion“ aufgrund der Requisiten an. Zu dem US-amerikanischen Film gibt es sehr gute Actionfiguren mit sehr guten Bewegungspunkten, so Kaiser.

Acht Jahre Produktionszeit

Insgesamt acht Jahre dauerte die Produktion des Star Trek – Fanfilms. Auf der Facebookseite zu seiner Filmproduktion hielt er die Fans auf dem Laufenden. Eigentlich waren drei Jahre Produktionszeit geplant, so der 35-Jährige, der zusammen mit zwei weiteren Star Trek – Fans, Stephan Mittelstraß und Sabrina Heuer, das Drehbuch schrieb. Kaiser: „Hätten wir auch fast geschafft, wenn wir beim Drehbuchschreiben nicht so viele aufwendige 3D Animationen mit Weltraumschlachten, Verfolgungsjagten usw. geplant hätten. Aber wir wollten etwas besonderes produzieren.“ Komischerweise seien die Stop Motion – Szenen nicht das Problem gewesen, sondern die Weltraumszenen, die in 3D Animation in Kinoqualität produziert wurden, erzählt Kaiser.

Kaiser: „Klar gab es auch mal Situationen, in denen man sich fragt, warum tue ich das ganze, warum gebe ich so viel Geld aus, warum opfere ich so viel Freizeit.“ Für ihn ist es  die Freude am Ganzen, zu sehen was aus einer Idee vom Drehbuch bis hin zur Realität wird. „Und ich war es dem ganzen Team schuldig, dieses Projekt zu Ende zu bringen. Denn Sie haben auch Ihre Freizeit geopfert und haben an meinen Traum geklaubt“, so der Drehbuchautor. Und „ohne das Team würde es auch keinen Film geben“.

Die größten Herausforderungen?

Die größte Herausforderung sei gewesen, „das umzusetzen, was im Drehbuch stand“. Kaiser: „Ich frage mich immer noch, wie wir so verrückt sein konnten.“ Mit dem Drehbuch haben sich die drei Autoren einige Herausforderungen gestellt. Das Team musste erst einmal Techniken finden, um die detailreichen Ideen aus dem Drehbuch umsetzen zu können. Beispielsweise habe man extra eine Technik finden müssen, durch die die Actionfiguren im Film ihre Lippen bewegen. Die größte Herausforderung sei es aber gewesen, die ganzen Jahre durchzuhalten, so Kaiser. Der rund einstündige Film soll im März 2016 seine Uraufführung feiern.

Die aufwändige Produktion hat ihn aber alles andere als demotiviert. Der Schweinfurter plant bereits zwei weitere Produktionen. Zum einen einen Kurzfilm über Ghostbusters und zu seinem zweiten Projekt möchte Kaiser noch nicht viel verraten, weil man den Erfolg von „Star Trek ENTERPRISE II – Der Anfang vom Ende“ abwarten wolle. Aber die neuen Projekte seien wieder sehr besonderes und die Drehbücher schon fast fertig geschrieben. Kaiser: „Eines steht fest, es wird nie wieder einen Kinofilm geben der so eine lange Produktionszeit hat.“

Über Jürgen Kaiser

„Star Trek Enterprise II – Das Anfang vom Ende“ ist bereits Kaisers zweite Filmproduktion. 2008 kam der erste Film von „Star Trek ENTERPRISE – Der Zeitspiegel“ heraus. „Ich habe schon gerne als Kind mit der Kamera meines Vaters herumgespielt, bis man halt kleine Geschichten erfindet und die dann mit der Kamera in Szene setzt“, so der Schweinfurter über seine Anfänge. Hauptberuflich arbeitet er bei ZF als Messfacharbeiter – ein Beruf, der nichts mit Filmen zu tun hat. Das Filmemachen sieht Kaiser als Ausgleich zu seiner beruflichen Tätigkeit. Und das soll auch so bleiben, denn „ins Filmgeschäft einzusteigen ist sehr schwer, vor allem in Deutschland. Die Filmgesellschaften hier sind nicht sehr experimentierfreudig oder begeisterungsfähig“, so Kaiser.

Der Produktionsstab:

Drehbuch: Jürgen Kaiser, Stephan Mittelstraß und Sabrina Heuer

Regie: Jürgen Kaiser

Produzent: Jürgen Kaiser

CO Produzent: Sabrina Heuer

Sprecher:  Lars von Velsen, René Dawn-Claude, Sabrina Heuer, Yannick Zenhäusern, Valentin Gagarin, Verena Strauß, Jan Sommer, Eva Gaigg, Thomas Karallus, Ingo Albrecht, Ingo Schmoll, Sebastian Walch und Erik Schäffler

Musik:  Dennis Schuster

3D Artist: Malte Lauinger, Henning Kleist, Oliver Braun, Stephan Sagwitz, Benjamin Schulz, Peter Weidlich, Jan-Hendrik  Landschoof, Darius  Wojcik und Tobias Richter

VFX:  Lukas Hermann, Thomas Bünger, Marian Knittler, Heiko Thies, Thomas Zeug und Dennis Fassbänder

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