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Symbolbild Schweinfurt
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Foodsaver retten Lebensmittel vor der Tonne

„Lebensmittelverschwendung muss nicht sein“

In Deutschland landen jedes Jahr Millionen Tonnen Nahrungsmittel im Müll. Laut Informationen von Spiegel Online ergab eine Studie im Sommer 2015, dass in deutschen Haushalten insgesamt 313 Kilo Lebensmittel weggeworfen werden – und das pro Sekunde. Um dieser Verschwendung entgegenzuwirken hat die Initiative Foodsharing eine Plattform mit zahlreichen Freiwilligen, den sogenannten Foodsavern, eingerichtet. Diese holen unter anderem Backwaren bei Läden ab und verteilen sie kostenfrei an alle Interessierte. Wir haben uns mit Annette Seifert, einer „Foodsaverin“ unterhalten.

Wie bist du zum „Foodsaven“ gekommen?

Ich war vor knapp einem Jahr mit meinem Bruder in Freiburg und wurde von ihm auf Foodsharing aufmerksam gemacht. Etwa zeitgleich gab es den ersten Foodsharing-Stammtisch in Würzburg, den ich allerdings verpasst hatte. Ab dem zweiten war ich dann aber mit dabei.

Was steckt hinter den Aktionen?

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Dahinter steckt Foodsharing, eine Initiative gegen die Lebensmittelverschwendung. Beteiligen als sogenannter Foodsaver kann sich aktiv jeder, nachdem er sich auf der Plattform angemeldet hat. Zum Einen, indem er dort sogenannte Essenskörbe von Lebensmitteln einstellt, die er gerade übrig hat und die er vor dem Weggeworfenwerden retten möchte. Zum Anderen kann man offizieller Foodsaver werden, mit einem Abholausweis, nachdem man ein Foodsharing-Quiz bestanden, und seine Probeabholungen absolviert hat. Abgeholt wird dann bei sogenannten Kooperationen. Das sind Betriebe, die mit Foodsharing kooperieren wollen. Das heißt, die nach Ladenschluss Lebensmittel haben, die sie regulär wegwerfen würden. Hier kommt Foodsharing ins Spiel und die Foodsaver mit Ausweis holen die Lebensmittel ab und fairteilen sie in Eigenregie weiter.

Wie oft holst du Lebensmittel bei der Bäckerei ab?

Ich selbst holte bislang jeden Montag, inzwischen zweiwöchentlich bei der Kooperation, in diesem Fall eine Bäckerei, ab. Neben mir decken jedoch andere fleißige Foodsaver insgesamt vier Tage pro Woche mit Abholungen ab. Zum Teil holen die Tafel oder andere gemeinnützige Organisationen die Lebensmittel auch ab, ein Großteil würde sonst aber tatsächlich im Müll landen.

Richtet sich das Angebot an jeden? 

Ja, an jedermann! Finanzielle Verhältnisse spielen keinerlei Rolle, es geht nur darum, dass es nicht weggeschmissen wird. Und wir sind auch immer auf der Suche nach neuen aktiven Foodsavern. Um reinzukommen in die Thematik lohnt sich ein Blick auf die Website. Foodsharing ist auch bei Facebook mit einer eigenen Seite vertreten unter „Foodsharing e.V. – Ortsgruppe Würzburg“. Und: beim Stammtisch kann man die Foodsaver kennenlernen und mit Fragen löchern.

Wo werden die Lebensmittel verteilt?

Wenn ich beim Betrieb abhole, verteile ich immer bei mir zu Hause. Jeder Foodsaver macht das aber anders. Manche haben privat schon einen Abnehmerkreis oder verteilen im Wohnheim etc. Ich verteile öffentlich für jedermann. Ich stelle einen Essenskorb auf der Foodsharing-Seite ein und zusätzlich auf Facebook. Im Moment sind wir fleißig daran, einen Fairteiler zu finden, d.h. einen Ort, an dem z.B. die Lebensmittel gelagert und dann von jedermann abgeholt werden können.

Wie viel Gebäck verteilst du bei einer Aktion?

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Puh, das ist unterschiedlich, aber meist sehr viel. In jedem Fall muss ich die Lebensmittel mit einem Auto abholen, zu Fuß oder per Rad wären die Mengen nicht möglich. Ich schätze es sind im Schnitt um die 40-50 kg Backwaren. Und durchschnittlich kommen dann 20-30 Leute zum Abholen. Manche kommen auch und holen größere Mengen und versorgen damit noch ihre Nachbarn, Familie, WG, etc.

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