Symbolbild Würzburg
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Neue Diebesmasche: Vorsicht vor falschen Rauchmelderprüfern!

„Im Auftrag der Feuerwehr“

UNTERFRANKEN. Und wieder haben sich Betrüger und Diebe wohl eine neue Masche einfallen lassen, um an Geld und Wertsachen zu kommen. Organisierten Banden geben sich als „Prüfer im Auftrag der Feuerwehr“ aus und wollen installierte Rauchmelder kontrollieren, um Zugang zu Wohnräumen zu bekommen.

Polizei und Feuerwehr warnen, niemanden in die eigene Wohnung zu lassen.

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Diebe machen sich hier die Rauchmeldepflicht zu nutze, die eingeführt wurde, bzw. wird. In Bayern wurde die Rauchmelderpflicht am 25. September 2012, mit Wirkung zum 01. Januar 2013 beschlossen. Wohnungen, die ab dem 1. Januar 2013 errichtet werden, müssen mit Rauchmeldern entsprechend der gesetzlichen Vorgaben ausgestattet sein. Für bestehende Wohnungen gilt eine Übergangsfrist zur Nachrüstung mt Rauchmeldern bis zum 31.12.2017.

In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, die zu Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut oder angebracht und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird.

Keine Personen in die Wohnung lassen!

Grundsätzlich werden weder Feuerwehr, noch städtische Mitarbeiter Zugang zu Privatwohnungen verlangen, um Rauchmelder oder sonstige Brandschutzvorrichtungen zu kontrollieren. Schon gar nicht ohne Vorankündigung.

Eine Überprüfung der Rauchmelderpflicht durch die Feuerwehr ist gesetzlich nicht vorgesehen und wird auch nicht durchgeführt. Deshalb gilt auch hier: Keine Personen einlassen und umgehend die Polizei informieren.

Auch wenn es zu dieser Meldung derzeit widersprüchliche Aussagen im Internet zu finden sind, die an einer „Echtheit“ der Masche zweifeln, haben wir uns entschlossen, lieber einmal „zu viel“ zu warnen, als einmal zu wenig.

Das Polizeipräsidium Unterfranken hat indes folgende Mitteilung veröffentlicht (14.19 Uhr)

UNTERFRANKEN. Seit Montag häuft sich die Verbreitung einer Meldung in sozialen Netzwerken und sonstigen Kommunikationsplattformen, in denen vor Trickdieben gewarnt wird. Die Täter würden sich als Kontrolleure von Rauchmeldern ausgeben und sich so Zugang zu Wohnungen verschaffen. Der unterfränkischen Polizei ist bislang kein solcher Fall bekannt geworden.

Kein solcher Fall bekannt

Die sicherlich gut gemeinte Warnmeldung hatte sich im Laufe des Montags rasend schnell über das Internet und sonstigen Kommunikationsplattformen verbreitet. Darin wird eine angebliche organisierte Verbrecherbande thematisiert, die von Haus zu Haus gehen und gesetzlich vorgeschriebene Rauchmelder kontrollieren würde. Dies wäre nur ein Vorwand, um in die Wohnung zu gelangen und dort Diebstähle zu begehen.

Verbreiter der Warnmeldung sind bereits teilweise dazu übergegangen, Ortsbezüge nach Unterfranken aufzunehmen. Angereicht werden die Anpassungen anscheinend auch durch das „Stille-Post-Prinzip“. Über mehrere Ecken werden angebliche Vorfälle bekannt und anschließend mit Details versehen, die tatsächlich dann nicht mehr mit den realen Geschehnissen in Einklang zu bringen sind.

Seit der massenweisen Verbreitung häufen sich auch die Mitteilungen von verdächtigen Wahrnehmungen an unterfränkische Polizeidienststellen. Bislang ist es in keinem Fall zur tatsächlichen Feststellung von Verdächtigen gekommen, die mit der beschriebenen Masche tätig waren. Es liegen bislang noch keine gesicherten Erkenntnisse vor, welche die Warnung als Falschmeldung, eine sogenannten „Hoax“, klassifizieren würde.

Das Polizeipräsidium Unterfranken möchte mit den gewonnenen Informationen zu einer gewissen Beruhigung der Bevölkerung beitragen. Natürlich steht die Polizei jederzeit zur Verfügung, wenn Sie konkret Verdächtiges beobachten. Zusätzlich sollten Sie auch immer ein gesundes Misstrauen an den Tag legen, bevor Sie Warnmeldungen online Weiterverbreiten.

Es hat in der Vergangenheit bereits andere Maschen von Trickdieben gegeben, die sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Zutritt zu Wohnungen oder Häusern verschafft haben. Deswegen hat das Polizeipräsidium Unterfranken folgende Tipps für Sie parat:

  • Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in ihre Wohnung
  • Erkundigen Sie sich bei Ihrer Hausverwaltung, ob tatsächlich Handwerker mit Arbeiten beauftragt sind. Solche Termine werden in der Regel auch vorab bei Wohnungsinhabern angekündigt
  • Bewahren Sie stets die Ruhe – lassen Sie sich nicht durch angeblichen Termindruck überrumpeln
  • Fragen sie im Zweifel auch bei Nachbarn oder Verwandten nach und beten sie diese ggf. beim Termin dabei zu sein. Oftmals bringt dies die Täter schon von ihrem Vorhaben ab
  • Angehörige von Seniorinnen und Senioren sollten auch über solche Vorgehensweisen von Straftätern aufklären.

Rauchmelder retten Leben!

Was an dieser Stelle nicht zu kurz kommen darf, ist neben der Meldung von angeblichen Kontrolleueren, die Tatsache, dass Rauchmelder Leben retten und unbedingt angebracht werden sollten. Es gibt unzählige Fälle, wo Menschen einem Rauchmelder ihr Leben zu verdanken haben. Ein Rauchmelder ist heute bereits ab 10 Euro zu haben und sollte in jedem Haushalt installiert sein.

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