Symbolbild Schweinfurt
Symbolbild Schweinfurt

Schweinfurt: „Die Stadt meiner Träume“

Mit Biss zum Ziel

Yusuf Altinisik musste als Kind die Förderschule besuchen und wurde „als behindert eingestuft“. Jahre danach fiel er durch die mittlere Reife. Der gebürtige Münchner ließ sich jedoch nicht unterkriegen. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Schweinfurt hatte Yusuf sowohl sein Fachabitur in der Tasche, als auch seine absolute Traumstadt gefunden.

Wegen später Entwicklung gemobbt

In seiner Kindheit galt Yusuf als Problemkind. Bis zu seinem siebten Lebensjahr konnte er nicht sprechen. Aufgrund dessen musste er spezielle Kindergärten und eine Förderschule besuchen, in der er „sehr schlimm gemobbt wurde“, erzählt uns Yusuf. Da er aufgrund seiner sprachlichen Defizite die anderen Kinder damals nicht verraten konnte, musste der 23-Jährige in seiner Kindheit viel über sich ergehen lassen. Ab der 2. Klasse besuchte Yusuf die Grundschule und fing an, die ersten Worte zu sprechen. Nach erfolgreich absolvierter Hauptschule als Schulbester, fiel der gebürtige Münchner mit einem Notenschnitt von 5,5 durch den M-Zweig.

Zum Fachabi in die Traumstadt

Auch wenn es ebenso kritische Stimmen zu Schweinfurt gibt, für Yusuf ist Schweinfurt die Stadt seiner Träume. Nachdem er an der PWS Main-Bildung in Würzburg die Mittlere Reife nachholte, zog Yusuf 2011 nach Schweinfurt und meldete sich an der hiesigen FOS an. Anfangs verband ihn mit der Kunst- und Industriestadt nicht viel – bereits nach einigen Wochen hatte er sie aber schätzen und lieben gelernt. In kürzester Zeit knüpfte er viele neue Kontakte, mit denen ihn heute noch eine enge Freundschaft verbindet.

Mit der Zuneigung zu unserer Stadt kam aber auch der persönliche Erfolg: Yusuf wurde im Stipendienprogramm „Talent im Land Bayern – Schülerstipendien für begabte Zuwanderer“ aufgenommen, wurde Schülersprecher uns bestand sein Fachabitur. Momentan studiert der gebürtige Münchner in Lissabon Lehramt für Deutsch und Englisch. Den Kontakt zu seiner Traumstadt Schweinfurt hält Yusuf aber weiterhin aufrecht. Zu Weihnachten war er erst in der Main-Stadt, um seine vielen „Freunde für´s Leben“, die er in Schweinfurt fand, zu besuchen. Der nächste Abstecher ist im Sommer geplant.

Zwei Jahre Geschichten und Erfahrung

Eine der emotionalsten Erinnerungen, die Yusuf mit seiner Zeit in Schweinfurt verbindet, ist das entgegengebrachte Vertrauen und die Hilfe seiner Lehrer. Yusuf erzählt uns, er sollte in einer der ersten Wochen an der FOS für ein Referat recherchieren. Allerdings hatte er weder Computer noch Internet zuhause und die Suche nach einem Internet-Café war wenig erfolgreich. So ging sein Vortrag vor der Klasse komplett in die Hose. Nachdem Yusufs Lehrer von seinem PC-losen Haushalt erfuhr, setzte er sich stark für den damaligen Schüler ein. Nach Absprache mit Sekretariat und Schulleitung durfte Yusuf jede Woche rund vier Stunden das schulische Computerzimmer für sich beanspruchen. Der Einsatz seines Lehrers rührte Yusuf damals fast zu Tränen, berichtet uns der 23-Jährige.

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