Symbolbild Schweinfurt
Symbolbild Schweinfurt

Tochter „veräppelt“ Polizei, Vater muss jetzt „büßen“

Diverses Rauschgift und verbotene Waffe aufgefunden

OBERWERRN. Weil sich die Tochter am Dienstag einen dummen Spaß mit der Polizei erlaubte, ist jetzt der Vater ins Fadenkreuz der Polizei geraten. Bei den weiteren Ermittlungen wurden Drogen und eine kleinkalibrige Langwaffe in seinem Haus gefunden und beschlagnahmt.

Mehrfach den Notruf gewählt

Alles begann damit, dass es einer 12-Jährigen am Dienstagnachmittag langweilig geworden ist. Da kam sie auf die „glorreiche Idee“, mehrfach den Polizeinotruf zu wählen. Während sie meistens ohne ein Wort zu sagen wieder auflegte, hat sie aber im letzten Anruf mitgeteilt, dass sie heftig geschlagen worden wäre und untermauerte das Ganze, indem sie alles mit tränenerstickter Stimme schilderte.

Da im vorliegenden Fall konkrete Verdachtsmomente auf ein Gewaltdelikt beziehungsweise eines Kindesmissbrauchs jetzt nicht gänzlich auszuschließen waren, wurde die Rufnummer rückverfolgt.

[adrotate banner=“38″]

Dabei wurde eine Einsatzörtlichkeit in Oberwerrn lokalisiert. Als eine Streifenwagenbesatzung vor Ort eintraf, wurde trotz Klingelns und lauten Rufens an dem Gehöft nicht geöffnet. Das Haus lag in vollkommener Stille da.

Langwaffe mit beinahe 100-Schuß Munition

Weil auf Grund des letzten Anrufes eine Gefahr für Leib oder Leben nicht auszuschließen war, wurde noch unzählige Male versucht, an besagter Telefonnummer jemanden zu erreichen. Es wurde jedoch nicht mehr abgehoben. Deshalb entschlossen sich die Beamten, das Haus zu betreten. Nachdem es ihnen gelungen war, ohne jegliche Schadensverursachung ins Haus zu kommen, mussten sie feststellen, dass weder Personen noch Hinweise oder Spuren irgendwelcher Gewalttaten vorzufinden waren.

Als sogenannter Zufallsfund fiel ihnen aber eine scharfe, kleinkalibrige Langwaffe mit beinahe 100-Schuß Munition in die Hände. Außerdem fanden sich einiges an Drogen, in Form von Marihuana, sowie zwei Blumentöpfe, mit einer bereits abgeernteten „Rauschgift-Ernte“. Die Sachen und Gegenstände wurden alle beschlagnahmt.

Nachträgliche Ermittlungen ergaben, dass der 48-jährige Besitzer, der Vater des Mädchens, keine waffenrechtliche Erlaubnis besitzt. Gegen ihn wird jetzt wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittel- und das Waffengesetz ermittelt. Gegen seine 12-jährige und damit noch strafunmündige Tochter wird ein Ereignisbericht wegen Missbrauchs von Notrufen an die Staatsanwaltschaft und das Jugendamt gesendet. Sie ist mit ihrer Mutter im Landkreis Kitzingen gemeldet.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Polizeiinspektion Schweinfurt.

- ANZEIGE -

Kommentare zum Artikel

Kommentare zum Artikel

AUCH INTERESSANT