Symbolbild Würzburg
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Missbrauchsvorwurf gegen Ex-Missbrauchsbeauftragten des Bistums

Vorwurf: zum Oralverkehr gezwungen

Eine 44-jährige Frau wirft laut Berichten des Magazins „Der Spiegel“ einem früheren Personalreferenten der Diözese Würzburg vor, sie als Jugendliche sexuell missbraucht zu haben. Der hochrangige Geistliche war von 2002 bis 2010 Missbrauchsbeauftragter des Bistums und soll 1988 die damals 17-jährige Tochter eines Diakons im Kloster Himmelspforten zum Oralverkehr gezwungen haben. „Der Spiegel“ wirft dem Bistum vor, den Fall geheim gehalten zu haben und den beschuldigten Geistlichen geschützt zu haben. Das Bistum sowie der Beschuldigte weisen nach Auskunft der Diözese jedoch die Vorwürfe derzeit vehement zurück. 

Derzeitiger Missbrauchsbeauftragte:  „Vorwurf plausibel“

Klaus Laubenthal, Kriminologe und heutiger unabhängiger Missbrauchsbeauftragter des Bistums, hält die Anschuldigungen allerdings laut „Der Spiegel“ durchaus für plausibel. Nachdem sich die Eltern der Frau im Herbst 2012 zum ersten Mal mit den Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs an Bischof Dr. Friedhelm Hofmann wandten, wurde Laubenthal hinzugezogen. Er hat laut „Der Spiegel“ sogar 2014 in einem Gutachten an den Bischof geschrieben, dass er mehrere Anzeichen für einen Verdacht des sexuellen Missbrauchs sieht. Im Januar 2014 kam es zum ersten Kontakt des mutmaßlichen Opfers mit Verantwortlichen des Bistums. Der Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe bis heute.

Chronologie des Verfahrens

Angesichts des Vorwurfes des sexuellen Missbrauchs durch einen Geistlichen, hat das Bistum auf seiner Internetseite eine umfangreich Chronik zum Verlauf des Verfahrens veröffentlicht. Dieser Chronik zufolge erhielt Bischof Dr. Friedhelm Hofmann Ende 2015 ein Schreiben der vatikanischen Glaubenskongregation, das Verfahren einzustellen. 

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