Symbolbild Schweinfurt
Symbolbild Schweinfurt

Kultur findet „innenStadt“: Wiederbelebung des Martin-Luther-Platzes

Das neue „Kultur-Forum“ kommt

Es ist die Gunst der Stunde. Mit der Kaufoption, die die Stadt Schweinfurt für die Alte Reichsvogtei bekommen hat, laufen die Planungen einer lange reifenden Idee auf Hochtouren. Schon seit geraumer Zeit wird über die Attraktivierung des stadtgeschichtlichen Museums nachgedacht. Auch das Stadtarchiv sehnt sich nach neuen Räumlichkeiten, obwohl alles „Alte“ hier vermutlich besondere Wertschätzung erhält.

Gemeinsam mit Baureferent Ralf Brettin präsentierte Oberbürgermeister Sebastian Remelé in seinem Sommerinterview die Pläne für ein „Kultur-Forum Martin Luther-Platz“. Hierzu soll das bereits im Herbst 2013 erstellte Rahmenkonzept für die Neupositionierung des stadtgeschichtlichen Museums, das eine Attraktivitätssteigerung zum Ziel hat, erweitert werden. Zusätzlich zu den bisherigen Gebäuden Altes Gymnasium und Stadtschreiberhaus soll nun auch die Alte Reichsvogtei (Obere Straße 11) zusammen mit dem Nachbargebäude Obere Straße 13 in das neue „Kultur-Forum“ integriert werden.

Attraktiver und offener Treffpunkt

Die Idee des ursprünglich geplanten, neuen Stadtmuseums bleibt auch beim Kultur-Forum erhalten: Es wird nicht nur von der Vergangenheit erzählen, sondern ein attraktiver und offener Treffpunkt werden, ein Aktions- und Diskussionsort, ein Forum für aktuelle Themen und Zukunftsaufgaben. Die baulichen Erweiterungen ermöglichten nun auch eine innovative „SchweinfurtWerkStadt“, so der Oberbürgermeister, mit Auktionshaus und Vermittlungsangeboten. Ohne die Reichsvogtei war die gewünschte Erweiterung bislang nur schwierig zu realisieren. Die Kaufoption ist daher eine großartige Chance.

Großzügige Schenkung des  Vereins „Dr.-Otto-Schäfer-Stiftung e.V.“

Noch dazu auch die Schenkung des Vereins “Dr.-Otto-Schäfer-Stiftung e.V.” hinzukommt. Der Verein hatte angeboten, der Stadt die Kunst-, Buch-, Einband- und Wissenschaftssammlungen des Museum Otto Schäfer zu schenken. Dazu zählt auch die international bedeutende „Dürer-Sammlung Otto Schäfer“, das unbelastete Museumsgebäude sowie mindestens fünf Millionen Euro aus dem Stiftungskapital. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 26. Juli die Verwaltung einstimmig beauftragt, Verhandlungen zu führen, die eine Annahme der Schenkung zum Ziel haben. Das wesentliche Vermögen des Vereins soll auf eine stadteigene Stiftung übertragen werden. Erste Gespräche zwischen dem Stiftungsverein und der Stadt gab es bereits. Das haben der Vorstand und Oberbürgermeister Sebastian Remelé kürzlich bekannt gegeben.

Wie das Museumsgebäude weiter verwendet wird, bleibe der Stadt überlassen und sei derzeit noch offen, hieß es. Das Personal solle in die Stiftung übernommen werden. „Der Verein will damit die professionelle Betreuung und den dauerhaften Verbleib dieser bedeutenden Kunstsammlungen in Schweinfurt sicherstellen. Der Kapitalbetrag soll ermöglichen die Betreuung der Sammlungen, in der nun von der Stadt zu gründenden Stiftung, finanziell zu erleichtern. Der unerschütterliche Glaube an die positive Entwicklung Schweinfurts in den kommenden Jahrzehnten und die in dieser Stadt lebenden und sich so vielfältig engagierenden älteren und besonders auch jungen Mitbürger waren immer der geistige Hintergrund bei der Arbeit aller im Stiftungsverein tätigen Menschen und seines Gründers Dr. phil. h. c. Otto Schäfer (1912 -2000)“, sagte sein Sohn Otto G. Schäfer.

Ein wertvoller Gewinn für die Kulturstadt Schweinfurt

OB Sebastian Remelé zeigte sich begeistert im Namen der Stadt. „Diese Schenkung ist ein wertvoller Gewinn für die Kulturstadt Schweinfurt und ich bedanke mich bei Otto G. Schäfer und den zwei weiteren Vorstandsmitgliedern des Vereins „Dr.-Otto-Schäfer-Stiftung e.V.“, Hans-Jürgen Ditges und Wolfgang Schineis, für das Vertrauen und diese großzügige Geste, die der Stadt Schweinfurt auch einen Freiraum lässt, so dass wir diese Sammlungen in unsere Pläne für die kulturelle Zukunft der Stadt optimal mit einbinden können.“

Vorstellbar ist, dass die Sammlung bzw. Teile davon in dem neuen „Kultur-Forum Martin-Luther-Platz“ zu sehen sein wird.
„So besteht mit dem „Kultur-Forum Martin-Luther-Platz“ die Möglichkeit, die drei bisher isoliert bestehenden, aber artverwandten Einrichtungen Museum Otto Schäfer, Stadtarchiv und stadtgeschichtliches Museum, unter einem Dach beziehungsweise in einem Quartier zusammen zu führen und dabei ein weiteres stadtgeschichtlich wichtiges Einzeldenkmal für die Öffentlichkeit erhalten zu können“, erklärte Sebastian Remelé.

Ideen für Umsetzung durch Architektenwettbewerb

Ziel ist es, mit dem „Kultur-Forum Martin Luther-Platz“ einen neuen und städtebaulich reizvollen Ort mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen. 
Das weitere Vorgehen sieht den Kauf der beiden Gebäude in der Oberen Straße vor, danach eine bautechnische und denkmalfachliche Untersuchung. Mit einem Architektenwettbewerb, voraussichtlich im Herbst 2017, sollen Ideen für die Umsetzung gefunden werden. Die Fertigstellung und Eröffnung des neuen „Kultur-Forums Martin-Luther-Platz“ ist für 2020/2021 geplant.

aaa

- ANZEIGE -

Kommentare zum Artikel

Kommentare zum Artikel

AUCH INTERESSANT