Symbolbild Würzburg
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Wohnen und Handel findet „innenStadt“ – Citymanager/in für Schweinfurt

Die Stadt Schweinfurt plant die Neuschaffung einer Stelle „City-Manager/in“.

Die Entwicklung der Schweinfurter Innenstadt, die in letzter Zeit durch ungewohnte Leerstände in 1a-Lagen gekennzeichnet ist, hat die Fraktionen im Stadtrat dazu veranlasst, zahlreiche Vorschläge zur Belebung der Innenstadt zu entwickeln.
Auch die Stadtverwaltung arbeitet mit Hochdruck daran, Lösungsansätze für die Stadt Schweinfurt zu finden.

„Aus unserer Sicht ist es aber nicht mit einem vierten City-Programm getan“, so Oberbürgermeister Sebastian Remelé, „denn wenn sich die Auswirkungen des demografischen Wandels und die enorme Zunahme des online-Handels dermaßen nachhaltig auf das Leben in der Innenstadt auswirken, erleben wir einen Strukturwandel, die alle Akteure in besonderer Weise herausfordert.“

Handel nicht mehr allein tragende Säule für die Innenstadt

Da es sich abzeichnet, dass der Handel nicht mehr alleine die tragende Säule der Innenstadtentwicklung sein kann, ist die Innenstadt als urbaner Lebensraum zu begreifen und zu gestalten:

Wohnen findet „innenStadt“ – Kultur findet „innenStadt“ – Handel findet „innenStadt“

Mehr Wohnen in der Innenstadt bedeutet aber zum Beispiel auch mehr private Parkplätze, weitere Spielplätze und Kindertagesstätten.

Mit den drei Großprojekten Hadergasse, Krönlein-Areal und Brennöfen sowie dem vor Kurzem vorgestellten Projekt „Kultur-Forum Martin-Luther-Platz“ wird die Entwicklung mit großer finanzieller und ideeller Unterstützung der Stadt massiv gefördert.

„City-Manager/in“ als zusätzliche Planstelle

Die Stadt Schweinfurt sieht hier auch den Handel und insbesondere die Eigentümer der Innenstadtgrundstücke in der Verantwortung. Politik kann Rahmenbedingungen schaffen, die Umsetzung muss aber durch die Eigentümer und den Handel erfolgen.

Zur weiteren Belebung will die Stadtverwaltung künftig mit einem „City-Manager/in“ als zusätzlicher Planstelle neue strukturelle Maßnahmen, die auch die Anregungen aus den vorliegenden Anträgen der Fraktionen einbeziehen und aufnehmen, erarbeiten.

1. Der Blick von außen

Zusätzlich neben der Schaffung einer neuen Planstelle „City-Manager/in“ soll die Entwicklung der Innenstadt von einem externen Fachbüro objektiv beurteilt werden. Dabei ist es von großer Bedeutung, zu erkennen, ob die Entwicklung in Schweinfurt analog zu einem bundesweiten Trend des Rückgangs an Verkaufsfläche verläuft, oder ob Sonderentwicklungen in Schweinfurt diesen Prozess verstärken.

2. Sinnvolle ad hoc Maßnahmen

Schon nach kurzer Analysephase sollen erste Sofortmaßnahmen ergriffen werden, die zur Belebung der Innenstadt beitragen. So soll nach der Sommerpause ein Termin mit interessierten Eigentümern von Innenstadtgrundstücken anberaumt werden, um ihnen die baurechtlichen Möglichkeiten der Umwandlung von Handelsflächen in Wohnflächen zu erläutern. Auch wirbt die Stadtverwaltung dafür, Schaufenster bei Leerständen zu gestalten, indem diese etwa an benachbarten Geschäften zur Verfügung gestellt oder anderweitig dekoriert werden. Sie empfiehlt die Vereinheitlichung der Ladenöffnungszeiten in der Innenstadt, denn auch durch solche organisatorischen Maßnahmen steigt die Attraktivität des Handelsstandorts Innenstadt. Bei der Vermietung von Läden sollte mehr als bisher auf die Vielfalt des Warenangebots in der Stadt gelegt werden. Weitere Maßnahmen können sich anschließen.

3. Intensive Einbindung des restrukturierten Arbeitskreis Innenstadt (AKI)

Sowohl in der Analysephase, als auch bei der Entwicklung eines darauf aufbauenden Arbeitsprogramms sollen die Akteure aus Politik, Verwaltung, Kammern, Handel und Eigentümern in die Arbeit in einen „Arbeitskreis Innenstadt“ eingebunden werden.

Der/Die neue „City-Manager/in“ soll die bisherigen Ansätze, die das Amt für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften in Zusammenarbeit mit der Werbegemeinschaft Schweinfurt erleben e. V. zur Innenstadtbelebung ins Leben gerufen hat, weiterentwickeln.

Erfolgreiche Aktionen reichen nicht aus

„Leider reichen die erfolgreichen Aktionen, wie die Einführung der Einkaufsgutscheine, die Parkschein-Aktion sowie die mit externer Unterstützung seit fünf Jahren stattfindenden und beliebten Innenstadtevents Stadtfest und Shopping-Night in Anbetracht der Herausforderungen derzeit nicht aus“, so Hans Schnabel, Leiter Amt für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften. „Die personellen Kapazitäten in unserem Amt sind auch durch die Konversionsaufgaben beansprucht, so dass zur Weiterentwicklung des City-Managements personelle Verstärkung geschaffen werden muss“, so Schnabel weiter.

Da Erfahrungen mit extern angesiedelten City-Managern gezeigt haben, dass „Einzelkämpfer“ ohne Anbindung an die Stadtverwaltung nur mühsam vorankommen, soll die neue Planstelle innerhalb der Stadtverwaltung angesiedelt werden.
Zu den Aufgaben soll auch ein gemeinsames Finanzierungskonzept für die kommenden Maßnahmen zur Belebung der Innenstadt gehören, so dass der Strukturwandel der Innenstadt nicht ausschließlich aus Steuergeldern finanziert werden muss.

„Schließlich sind die Bürger und Konsumenten selbst aufgefordert, ihren Beitrag zum Erhalt einer vitalen Innenstadt zu leisten. Denn wer seinen Bedarf mehr und mehr online oder in Großmärkten auf der grünen Wiese befriedigt, kann nicht im gleichen Zug eine florierende, zentrale Einkaufslandschaft erwarten.“, so Oberbürgermeister Remelé.

Hintergrund

Der demografische Wandel bedeutet derzeit in Schweinfurt noch nicht Bevölkerungsrückgang, aber Zunahme des Anteils der älteren Bevölkerung. Diese konsumiert bei weitem nicht mehr so viel wie die Jugend, und in Verbindung mit den dramatisch ansteigenden Umsätzen des Online-Handels hat dies zur Folge, dass die Marktplatzfunktion der Innenstadt als Warenumschlagplatz zunehmend an Bedeutung verliert. Wenn im Jahr 2016 bereits 12,5 % aller Waren im Internet gekauft werden, bedeutet das für Schweinfurt schon heute, dass knapp 37.000 m2 Einzelhandelsfläche nicht mehr benötigt werden. Da sich der Umsatz nach Aussagen aller Experten in vier Jahren bis 2020 verdoppelt haben wird, sind in Schweinfurt dann 70.000 m2 an Handelsflächen ohne Funktion. Momentan sprechen wir von einem Umsatzverlust von deutlich über 20 % in der Schweinfurter Innenstadt.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Stadt Schweinfurt. 

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