Symbolbild Würzburg
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Wie gesund lebt es sich in Schweinfurt?

Umwelteinflüsse am Wohnort

Wie gesund bzw. gut lebt es sich in unserer Region eigentlich? Wir können unser Ernährungs- und Sportverhalten beeinflussen, aber an die Umwelteinflüsse an unserem Wohnort sind wir mehr oder weniger gebunden – wenn wir uns nicht gerade entscheiden umzuziehen.

Die Verbraucherplattform Utopia berichtet nun über eine interaktive Karte, die von der Bausparkasse Mainz in Auftrag gegeben wurde und u.a. auf Informationen des Robert-Koch-Institutes und Bundesumweltamtes beruht. Gibt man seine Postleitzahl ein, spuckt einem die Karte Werte zu 10 verschiedenen Umwelteinflüssen aus, darunter etwa Lärmbelästigung, Nitritbelastung im Grundwasser, Ozonwerte oder die Lebenserwartung. Damit soll erfasst werden, wo es sich in Deutschland wie gesund lebt. Die interaktive Karte ist nach Postleitzahlen unterteilt. Genaue Werte für einzelne Städte gibt es nicht, die Karte deckt unter einem Gebiet den gesamten 97-Bereich ab, in den Schweinfurt und u.a. Würzburg fällt.

Im 97er-Gebiet lebt es sich „Gut“

Aber wie gesund lebt es sich laut dieser Karte nun bei uns? „Gut“ lautet die Antwort. „Sehr gut“ schneiden im 97er-Bereich die Werte zum Feinstaub PM 2,5 (> 7,5 µg/m³), zu Stickstoffoxid (> 5 µg/m³) und zur Boderversauerung (keine) ab. Immerhin „gut“ ist die Lebenserwartung (81,4– < 82,5 Jahre), die Radonbelastung (20–40 kBq/m³) und die Lärmbelastung (ohne LAP Meldung). „Mäßig“ wird die Hochwassergefahr (mittel) beschrieben, da wir am Main wohnen, sollte dies aber keine Überraschung darstellen. „Belastet“ lautet das Ergebnis für das Grundwasser (> 50 mg) und für die Lichtverschmutzung (6,0–20,0 10⁹ W/cm² sr. Kritisch wird es bei beim Ozonwert (> 30 Tage), dieser wird als „sehr belastet“ betitelt.

Laut Utopia wohnen die Einwohner in Mecklenburg-Vorpommern und in Teilen Brandenburgs am gesündesten und auch im Norden Baden-Württembergs lebe sich wohl besonders gut. Nicht so gut dagegen schneiden die Regionen um Köln, Oberhausen, Essen und Recklinghausen (Postleitzahlengebiete 50, 45, 46) ab, hier seien besonders hohe Werte bei der Lichtverschmutzung und der Bodenversauerung zu beobachten.

Wie es in Eurem Postleitzahlengebiet aussieht, könnt Ihr Euch hier ansehen.

Die 10 untersuchten Umwelteinflüsse

Lebenserwartung: Laut der BKM setzt sich die Lebenserwartung aus verschiedenen sozioökonomischen Faktoren zusammen. Dazu gehören etwa die medizinische Versorgungslage, die Wohnbedingungen, Umstände bezüglich Gesundheit und Hygiene, aber auch dem sozialen Status, wie Bildungsabschluss, Beruf und Einkommen.

Feinstaub PM 2,5: Beim Feinstaub handele es sich laut der Studie um ultrafeine Partikel, diese hätten einen Durchmesser, der geringer als 2,5 μm ist. Dieser befindet sich in der Luft und entsteht durch Emissionen aus Fahrzeugen, Öfen, Heizungen, etc. In Großstädten ist die Belastung durch u.a. durch das größere Verkehrsaufkommen höher. Eine zu hohe Belastung birgt Risiken für Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Stickstoff: Stickstoff entsteht bei der Verbrennung von Energieträgern, wie etwa Gas, Kohle und Öl und birgt ein großes Risiko für Asthmatiker, kann Pflanzen schädigen und trägt zur Versauerung von Böden bei.

Radon: Dieses radioaktive Element gehört zur Gruppe der Edelgase und trägt zur natürlichen Erdradioaktivität bei und ist überall auf der Erde vorhanden. Ein erhöhter Gehalt in der Atemluft kann laut der Studie zu gesundheitlichen Belastungen führen.

Grundwasser: Unser Trinkwasser wird vor allem aus dem Grundwasservorkommen gewonnen, welches Nitrit enthält. Der Grenzwert von 50 mg pro Liter darf dabei nicht überschritten werden. Vor allem Säuglinge und Menschen mit Darmerkrankungen können von erhöhten Werten Schäden davontragen. Die Werte erhöhen sich beispielsweise durch den Eintrag von Stickstoff und Dünger aus der Landwirtschaft, so die Studie.

Lichtverschmutzung: Darunter versteht man die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliche Lichtquellen. Dazu gehören etwa Straßenlaternen oder angestrahlte Gebäude und Sehenswürdigkeiten. Eine hohe Lichtverschmutzung wirkt sich negativ auf den gewohnten biologischen Rhythmus des Menschen aus.
Quelle: Bundesamt für Kartographie und Geodäsie. Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) Nitrat im Grundwasser, 2015.

Lärm: Hier wird unterschieden, ob für einzelne Regionen eine Meldung für den Lärmaktionsplan (LAP) vorliegt. Liegt eine vor, gibt es eine Lärmbelästigung durch Straßen-, Schienen- und Luftverkehr vor. Lärm beeinträchtigt das Wohlbefinden des Menschen in vielen Bereichen und erhört beispielsweise das Herzinfarkt-Risiko.

Bodenversauerung: Bei der Bodenversauerung sinkt der ph-Wert in den sauren Bereich ab. Durch Luftverunreinigungen und Düngemittel sinken Schwefel und Stickstoffe in den Boden und versauern ihn. Ein saurer Boden kann wiederum zur Schädigung der Bodenorganismen und zur Auswaschung von Nährstoffen führen.

Ozon: Zu viel Ozon in der Atemluft kann laut der Studie schädlich wirken, es kann zu Hustenreizen und Atembeschwerden führen und damit in langer Folge das Lungenkrebsrisiko begünstigen. Es entsteht durch Sauerstoffe und Luftschadstoffe, vermehrt aus Autoabgasen und der Industrie.

Hochwassergefahr: Dieser Wert entspricht dem Mittelwert der Hochwassermeldungen im jeweiligen Postleitzahlengebiet aus den Jahren 2013 bis 2016. Man spricht von einem Hochwasser, wenn der Pegelstand von Flüssen für mehrere Tage deutliche überschritten ist.

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