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Symbolbild Schweinfurt
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IHK: Weiterhin beste Chancen auf Lehrstelle

Nüchterne Bilanz

Zu Beginn des Ausbildungsjahres 2016/2017 zieht die IHK Würzburg-Schweinfurt eine nüchterne Bilanz: Während immer mehr Schulabgänger ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule anfangen, bleiben in Mainfranken viele Ausbildungsstellen unbesetzt.

Tausende Ausbildungsplätze

Bayernweit können zum Ausbildungsstart 2016 erneut mehrere tausend Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. Dieser Trend zeigt sich auch in der Ausbildungsstatistik der mainfränkischen IHK. Mit insgesamt 3.407 neuen Ausbildungsverträgen zum 1. September 2016 hat die IHK Würzburg-Schweinfurt 1,5 Prozent weniger abgeschlossene Ausbildungsverträge als im Vorjahreszeitraum registriert. „Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist eine große Herausforderung für die Betriebe. Aber für Bewerber, die bislang noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, bietet sie weiterhin Chancen.“, kommentiert Max-Martin W. Deinhard, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer, die aktuelle Lage. „Eine Duale Ausbildung ist eine gleichwertige Alternative zu einem Studium. Wer heute einen IHK-Beruf lernt, dem stehen im Anschluss zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten bei der IHK offen, sogar eine Fortsetzung der Karriere an der Hochschule ist denkbar.“, so Deinhard weiter.

Sinkende Zahlen

Rückgänge sind im Verkehrs- und Transportgewerbe (-11 Prozent, 17 Verträge), bei den Bankkaufleuten (-20,5 Prozent, 33 Verträge) sowie Industriekaufleuten (-6,7 Prozent, 15 Verträge) und Verkäufern (-5,6 Prozent, 16 Verträge) zu verzeichnen. Gegen den Trend zulegen konnten erfreulicherweise die Berufe im Hotel- und Gaststättenbereich (6,8 Prozent, 15 Verträge). Die Rangliste der am meisten ausgebildeten Berufe hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert.

Top 5

TOP 5 der am meisten ausgebildeten IHK-Berufe in Mainfranken:

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  1. Kaufmann/-frau im Einzelhandel (291 Verträge)
  2. Verkäufer/-in (270 Verträge)
  3. Industriemechaniker/-in (260 Verträge)
  4. Kaufmann/-frau für Büromanagement (235 Verträge)
  5. Industriekaufmann/-frau (209 Verträge)

Appell an Schulabgänger

Deinhard appelliert an die Schulabgänger, die mehrere Verträge bei unterschiedlichen Betrieben abschließen, anderen Bewerbern und den Unternehmen gegenüber fair zu bleiben und Ausbildungsplätze, die sie nicht antreten wollen oder können, wieder frei zu geben. Es ist auch nach dem 1. September weiter möglich, einen Ausbildungsvertrag für das Ausbildungsjahr 2016/2017 abzuschließen. Die Unternehmen können unbesetzte oder wieder frei gewordene Stellen weiter ausschreiben – zum Beispiel in der IHK-Lehrstellenbörse unter www.ihk-lehrstellenboerse.de. Insgesamt sind in Mainfranken noch immer rund 700 Lehrstellen unbesetzt.

IHK wirbt für Karriere

Die fehlenden Auszubildenden von heute verschärfen zukünftige Fachkräfteengpässe. Die IHK und ihre Projektpartner informieren Jugendliche und ihre Eltern daher intensiv über die Karrieremöglichkeiten im Dualen Ausbildungssystem zum Beispiel mit Hilfe der IHK-Ausbildungsscouts. Das sind Auszubildende aus dem zweiten Lehrjahr, die als Botschafter in die Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien gehen, um ihre Ausbildungsberufe bekannter zu machen. Darüber hinaus bewerben die bayerischen Industrie- und Handelskammern, die Handwerkskammern und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie mit der Kampagne „Elternstolz“ die Vorteile einer „Karriere mit Lehre“.

Flüchtlinge suchen Ausbildungsplätze

In Unterfranken sind derzeit rund 13.900 Menschen mit Fluchthintergrund registriert, davon sind mehr als die Hälfte jünger als 25 Jahre und somit im typischen ausbildungsfähigen Alter. Viele haben mittlerweile die beruflichen Integrationsklassen an den Berufsschulen durchlaufen und suchen nach einem Ausbildungsplatz. Auch die IHK bildet ab 1. September einen jungen Flüchtling zum Kaufmann für Büromanagement aus. „Ich bin stolz, dass die IHK hier mit gutem Beispiel voran geht und zeigt, dass die Integration von Flüchtlingen in die Berufsausbildung funktioniert.“, freut sich Deinhard laut Pressemitteilung.

Zwei Ausbildungsakquisiteure

Die IHK Würzburg-Schweinfurt hat zudem zwei Ausbildungsakquisiteure für Flüchtlinge eingestellt, die intensiv mit Berufsschulen, karitativen Einrichtungen und Unternehmen zusammenarbeiten. Betriebe, die ebenfalls Flüchtlinge ausbilden und beschäftigen möchten, können sich an die IHK-Ausbildungsakquisiteure wenden, die ihnen bei allen Fragen rund um die Beschäftigung von Flüchtlingen beratend zur Seite stehen.

Kompetenzen verbessern

„Qualifizierung ist der Schlüssel zur Integration in Ausbildung und Arbeit.“, erklärt Max-Martin W. Deinhard, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer. „Wenn es uns gelingt, die fachlichen und sprachlichen Kompetenzen der Flüchtlinge zügig zu verbessern, können gerade Betriebe und Branchen, die heute schon unter dem Fachkräftemangel leiden, langfristig profitieren.“, so Deinhard. Derzeit lernen in Mainfranken rund
30 Flüchtlinge einen IHK-Ausbildungsberuf. Die IHK bietet vom Alphabetisierungskurs bis zur EDV-Schulung zahlreiche Qualifizierungsprogramme an, um die jungen Menschen an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt heranzuführen.

Informationen

Information gibt es hier: Dr. Lukas Kagerbauer, IHK, Tel. 0931 4194-361, Mobil: 0176 14194-361, E-Mail: lukas.kagerbauer@wuerzburg.ihk.de oder im Internet unter www.wuerzburg.ihk.de.

Dieser Beitrag beruht auf einer Pressemitteilung der IHK Würzburg-Schweinfurt.

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