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Symbolbild Schweinfurt
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Landkreis Schweinfurt prüft SuedLink-Pläne kritisch

Landrat zu den Vorschlägen von TenneT

Der Landkreis Schweinfurt ist in den vergangenen Tagen von TenneT hinsichtlich der Planungen der SuedLink-Trasse in Kenntnis gesetzt worden. Neben den durch TenneT im Internet veröffentlichten Planungen erfolgte am 28. September in einer mehrstündigen Veranstaltung eine detaillierte Information der Kommunalpolitik.

Mögliche betroffene Gemeinden

Neben Landrat Florian Töpper nahmen an der Veranstaltung eine Vielzahl von Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem Landkreis Schweinfurt teil. Diese waren von TenneT darauf aufmerksam gemacht worden, dass auch ihre Gemeinden durch die verschiedenen Varianten der Trassenführung betroffen sein könnten.

Erdverkabelung

Grundsätzlich begrüßte Landrat Töpper es, dass die Vorgaben zur Erdverkabelung in den Überlegungen vollständig umgesetzt wurden. Die Erdverkabelung war eine Forderung des Landkreisbündnisses „Hamelner Kreis“, in dem der Landkreis Schweinfurt intensiv mitarbeitet.

Umweltverträgliche Lösung

Der Landkreis Schweinfurt habe immer angemahnt, die Energiewende weitestgehend dezentral zu gestalten, um grundsätzlich den Neubau von Stromleitungen zu vermeiden, so Töpper. „Sofern allerdings Leitungsbauten nicht zu vermeiden sind, weil diese aus übergeordneten Gründen erfolgen sollen, wird der Landkreis diese Verfahren kritisch-konstruktiv begleiten. Oberste Prämisse ist das Erreichen einer möglichst verträglichen Lösung für Mensch und Umwelt.“ Die Erdverkabelung sei hierzu ein wichtiger Baustein.

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Gemeinden überrascht

Überrascht zeigten sich die Vertreter von Landkreis und Gemeinden über die Vorschläge zu den möglichen Trassenkorridoren. Die aktuellen Planungen von TenneT, die gegenüber den ersten Überlegungen einer Leitungsführung mittels Freileitungen völlig neu durchgeführt wurden, betreffen in ihren Varianten möglicherweise noch ganz andere Gemeinden als bisher.

Mögliche Optionen

Insbesondere wird neben der bisher angedachten westlichen Trassenführung der gemeinsamen Stammstrecke der Leitungen in den Raum Großgartach mit Abzweig nach Bergrheinfeld-West/Grafenrheinfeld als mögliche Option eine Stammstreckenführung entlang der Autobahn A71 über Bergrheinfeld-West/Grafenrheinfeld als denkbar erachtet.

Hierzu soll über den Netzverknüpfungspunkt Bergrheinfeld-West/Grafenrheinfeld die Stammstrecke nach Großgartach fortgeführt werden. Daneben wurden diverse Möglichkeiten der Leitungsführung nach Bergrheinfeld-West/Grafenrheinfeld sowie zur Anbindung des am Endpunkt notwendigen Konverters dargestellt.

Entlastung erwartet

Landrat Töpper verweist in diesem Zusammenhang nochmals auf die politischen Vereinbarungen der Regierungskoalition vom 1. Juli 2015. Damals wurde, neben dem Vorrang der Erdverkabelung, vereinbart, dass von den Netzbetreibern eine Alternative zu erarbeiten sei, die „(…) im Ergebnis keine Stammstreckenführung nach Großgartach über Grafenrheinfeld beinhaltet“, heißt es wörtlich in der Vereinbarung. Der Landkreis erwartet auch weiterhin, dass es gegenüber den ursprünglichen Planungen zu einer Entlastung des Netzverknüpfungspunktes Grafenrheinfeld kommt.

Intensive Prüfung des Landkreises

Der Landkreis Schweinfurt wird in den nächsten Wochen intensiv die Vorschläge prüfen und sich mit der Trassenkorridorfindung auseinandersetzen. Hierbei wird geprüft, ob die im Planungsverfahren angewandten Überlegungen zu Raumwiderständen (z.B. Natur- und Wasserschutzgebiete, Artenschutz) korrekt aufgenommen und verwertet wurden. Allerdings bittet Landrat Töpper ebenso um Verständnis, dass bei gleichwertigen Alternativen der Landkreis keine Einschätzung zu einer Vorzugstrasse abgeben wird.

„Der Landkreis wird in diesem Zusammenhang weder die Be- noch Entlastung einzelner Gemeinden empfehlen“, sagt Landrat Töpper. Im weiteren Verfahren haben nun die Bürger das Wort. Im Rahmen einer vorgezogenen Beteiligung besteht die Möglichkeit, sich zu den Planungen zu äußern. Die Frist hierfür endet am 29. November.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Landratsamt Schweinfurt. 

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