Symbolbild Schweinfurt
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Entführung verhindert: Schweinfurter erhält XY-Preis

Gemeinsam gegen das Verbrechen

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière hat am Dienstag, 1. November 2016, als Schirmherr den „XY-Preis – Gemeinsam gegen das Verbrechen“ für mutiges und vorbildliches Handeln im ZDF-Hauptstadtstudio verliehen.

Der mit jeweils 10.000 Euro dotierte Preis ging an Carsten Röder, Frank Wolfgang Schmidt und Raphael Soler-Lopez sowie Stefan Tommek für ihren beispielhaften Einsatz gegen Kriminalität.

Am Mittwoch, 16. November 2016, 20.15 Uhr, sprechen die Preisträger in der Live-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ mit Moderator Rudi Cerne über ihr mutiges Handeln.

Seit 2002 wird der „XY-Preis“ an couragierte Menschen verliehen. Die Helden des Alltags setzen sich mutig aber wohlüberlegt im Kampf gegen Kriminalität für ihre Mitmenschen ein. Sie sind leuchtende Beispiele für nachahmenswertes Verhalten und setzen ein Zeichen für Zivilcourage. Deshalb gebührt ihnen der höchste Respekt, denn sie alle haben menschliche Größe bewiesen.

https://youtu.be/_IxbC_4SMrY

Schweinfurter verhindert Entführung

Frank Wolfgang Schmidt, Raphael Soler-Lopez, Stefan Tommek und der Schweinfurter Carsten Röder sind die diesjährigen Preisträger. Dank ihres verantwortungsbewussten und besonnenen Verhaltens konnte ein Raub auf eine alte Dame verhindert, ein Leben gerettet und die Entführung einer Fünfjährigen verhindert werden.

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière wird auch in diesem Jahr persönlich die Preisträger, die von einer zwölfköpfigen Fachjury ausgewählt wurden, mit der jeweils mit 10.000 Euro dotierten Auszeichnung ehren. Der Preis wird von unserem Partner Kaspersky Labs GmbH zur Verfügung gestellt.

Der Fall

„Ich habe an dem Nachmittag im Garten Federball mit meiner 14-jährigen Tochter gespielt“, erinnert sich Carsten Röder. Es war ein schöner warmer Sommertag. Aus dem Augenwinkel nimmt er das kleine Nachbarskind (5) wahr, das etwas unterhalb des Gartens an der Straße spielt. Er bemerkt auch das fremde Auto, das plötzlich bei dem Mädchen anhält. Ein Mann sitzt drin.

„Ich hab gedacht, der fragt sie nach dem Weg oder so was.“ Dann steigt der Unbekannte aus und nimmt die Kleine mit zum Auto. Als er sie reinsetzt, rennt Carsten Röder los. „Ab dem Punkt war mir klar: hier stimmt was nicht. Ich musste den unbedingt aufhalten!“

„Hey! Was machen Sie da?“

Zwischen ihm und dem Geschehen liegen etwa 60 Meter. Laut rufend hastet Carsten Röder auf das Fahrzeug zu: „Hey! Was machen Sie da?“ Als er bei dem Mann ankommt, tut dieser völlig verständnislos. Was er sich denn so aufrege. Er hätte mit dem Mädchen ja gar nichts Besonderes vor gehabt, erklärt er.

Carsten Röder fragt die Fünfjährige, ob sie den Mann kenne. Die Kleine schüttelt den Kopf. Röder holt das Mädchen daraufhin aus dem Wagen. Seine Tochter nimmt sie sofort an die Hand und bringt sie in Sicherheit.

Kennzeichen gemerkt

Der fremde Mann springt in sein Auto und fährt davon. Doch Carsten Röder hat sich das Kennzeichen gemerkt und informiert die Polizei. Dabei stellt sich raus, dass der Wagen gemietet ist und schon längst hätte zurückgegeben werden müssen. Wenig später wird der Gesuchte an einem See in der Nähe ausfindig gemacht.

„Die Polizei hat nur seine Personalien festgestellt. Dann haben die den erst mal wieder laufen lassen. Das hat uns hier alle damals schwer gewundert“, berichtet der gelernte Flugzeugbauer.

Auf dem Weg nach Schweinfurt soll es dann aber doch noch zu einer Festnahme gekommen sein, denn der Mann sei wohl – so hat es Röder später von der Polizei erfahren – an diesem Nachmittag mehrfach im Straßenraum durch stark gefährdendes Verhalten aufgefallen.

Obwohl die Staatsanwaltschaft Schweinfurt das Verfahren gegen den Mann inzwischen eingestellt hat, ist Carsten Röder froh, gehandelt zu haben. „Was auch immer der vorhatte: Ein fremdes Kind setzt man nicht in seinen Wagen. Ich würde bei sowas immer wieder eingreifen.“

Bei den Eltern des Mädchens sitzt der Schock tief. Sie sind Carsten Röder bis heute dankbar.

Begründung der Jury 

Carsten Röder hat durch besondere Sensibilität und Aufmerksamkeit ein kleines Mädchen vor einer möglichen Entführung bewahrt. Obwohl er mit seiner Tochter im Garten beschäftigt war, nahm er aus den  Augenwinkeln ein kleines Mädchen wahr, das auf der Straße spielte. Als sich dem Kind ein Fahrzeug näherte und schließlich anhielt, wurde Carsten Röder aufmerksam und ließ die Fünfjährige nicht mehr aus den Augen.

Als der Fahrer dann auch noch ausstieg und das Kind in sein Auto setzte, war ihm klar, dass er eingreifen muss. Entschlossen und laut rufend lief Röder los und stellte den Mann schließlich zur Rede. Röder gelang es währenddessen auch noch, das Kind zum Aussteigen aus dem Wagen zu bewegen.

Daraufhin fuhr der Fremde davon. Carsten Röder notierte sich das Kennzeichen und informierte umgehend die Polizei. Die Jury ist überzeugt, dass nur durch Carsten Röders Handeln ein schlimmes Verbrechen verhindert werden konnte, und zollt ihm dafür größten Respekt.

Für sein entschlossenes und umsichtiges Verhalten erhält Carsten Röder  den „XY-Preis – Gemeinsam gegen das Verbrechen 2016“.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des ZDF.

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