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Jobcenter –Symbolfoto: Pascal Höfig
Jobcenter –Symbolfoto: Pascal Höfig

Arbeitsmarktreport für Dezember 2016

Endspurt für gutes Jahresergebnis

Erfreulich und jahreszeitlich unüblich stieg die Arbeitslosigkeit in der Region Main-Rhön im letzten Monat des Jahres nur sehr gering an. Mit 8.171 Betroffenen waren 153 Arbeitnehmer mehr ohne Beschäftigung als im November. Die Arbeitslosenquote stieg lediglich um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent. Vor einem Jahr wurden 138 Arbeitslose mehr gezählt, die Arbeitslosenquote lag vor Jahresfrist ebenfalls bei 3,4 Prozent.

Geringer Anstieg

„Damit schließt der Dezember ein Jahr mit einer insgesamt von Stabilität und guten Niveau geprägten Situation auf dem Arbeitsmarkt in unserer Region ab“, lautet die Einschätzung des Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt, Thomas Stelzer. „Neben der weiterhin günstigen konjunkturellen Situation“, so Stelzer weiter, „hat sicher auch die sehr milde Witterung im Dezember zu diesem geringen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat beigetragen“.

Ein geringer Bedarf an Arbeitskräften ist üblich und betrifft teilweise das Hotel- und Gaststättengewerbe und in größerem Umfang die Außenberufe. Bei Letzteren hätte ein Wintereinbruch sicher zu mehr Arbeitslosmeldungen und somit Zugängen in die Arbeitslosigkeit geführt. Häufig haben wegen der Beendigung der Saison arbeitslos gewordene Menschen eine Wiedereinstellungszusage für das Frühjahr erhalten.

Hohe Arbeitskräftenachfrage

Der gemeinsame Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter verzeichnete einen Zugang von 836 Vermittlungsaufträgen, dies sind 17 Stellenangebote mehr als im November, ein Plus von 2,1 Prozent. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresmonat fiel die Differenz mit einem Plus von 125 Aufträgen (17,6 Prozent) wesentlich höher aus. Die Nachfrage bewegte sich also auf einem für Dezember erfreulich hohen Niveau. Der Bestand von 3.959 offenen Stellen liegt um bemerkenswerte 31,1 Prozent deutlich über dem Wert des Vorjahres.

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„Ein hoher Stellenbestand ist grundsätzlich ein Indiz für eine stabile Situation, denn die Nachfrage nach Arbeitskräften ist ein Frühindikator für die mittelfristig zu erwartende Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Andererseits zeigt die hohe Zahl offener Stellen bei immerhin noch über 8.000 Menschen ohne Arbeit, dass es zunehmend schwieriger wird, Arbeitsuchende und Arbeitgeber passgenau zusammenzuführen“, so Stelzer.

Unterschiede von Angebot und Nachfrage

Ein deutliches Überangebot an Stellen besteht in dieser Hinsicht nach wie vor in den Bereichen der Gesundheits- und Pflegeberufe sowie in vielen Sparten des Baugewerbes und des Handwerks. Aber auch Fachkräfte im Hotel- und Gaststättenbereich werden unabhängig vom Saisonende immer wieder gesucht. Im verarbeitenden Gewerbe fehlen im Schwerpunkt Ingenieure mit Berufserfahrung. Das Kfz-Gewerbe sucht ebenfalls händeringend nach ausgebildeten Fachkräften.

Die Arbeitgeber planen weit im Voraus und gehen aufgrund des geringen Angebotes an geeigneten Kräften bei der Bewerberauswahl Kompromisse ein. Einfacher ist die Besetzung von Stellen im Handel und im Bürobereich. In diesen stark von Frauen dominierten Bereichen liegen die Herausforderungen weniger in der nachgefragten Qualifikation als viel mehr im Auseinanderfallen der Arbeitszeitvorstellungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmerinnen.

Anmeldungen zur Kurzarbeit sinken

Die Zahl der Betriebe, die für alle oder einen Teil ihrer Arbeitnehmer vorsorglich Kurzarbeit angemeldet haben, blieb im Vergleich zum Vormonat mit 29 fast unverändert, im November waren es 30 Betriebe. Die Zahl der Arbeitnehmer verringerte sich von 1.396 auf 1.270. Die Kurzarbeit wird genutzt um vorübergehende Rückgänge des Arbeitsvolumens auszugleichen. Der Schwerpunkt liegt nach wie vor bei einem Betrieb der Großindustrie, im metallverarbeitenden Bereich, daneben noch im Werkzeug- und Apparatebau. „Damit wird das Instrument der Kurzarbeit in durchaus nennenswerten, aber nicht besorgniserregendem Umfang genutzt“, kommentiert Stelzer diese Zahlen.

Positive Situation zum Jahresende

Die Prognosen der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute lassen für die Region Main-Rhön auch für 2017 ein stabiles, aber moderates Beschäftigungswachstum erwarten. Laut einer Studie der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) ist der Großteil der Unternehmen in Unterfranken mit dem Standort zufrieden und würde sich jederzeit wieder für die Region entscheiden. So die Kernaussage dieser Studie, die erst kürzlich Mitte Dezember vorgestellt wurde. Laut der jüngsten IHK Würzburg-Schweinfurt Konjunkturumfrage präsentierte sich 2016 die Wirtschaft in Mainfranken in hervorragender Verfassung.

Es gaben mehr als neun von zehn Unternehmen an, dass sie mit der Geschäftslage zufrieden oder sehr zufrieden sind. Das Geschäftsklima im unterfränkischen Handwerk verzeichnet erneut einen Rekordwert. Laut der letzten Erhebung zeigten sich 93 % der unterfränkischen Handwerksbetriebe mit ihrer Geschäftslage zufrieden. So viele wie noch nie seit Erhebung der Konjunkturanalyse durch die Handwerkskammer.

Baugewerbe Zugmaschine

Zugmaschine war nach wie vor das Baugewerbe. „Natürlich gibt es in 2017 zahlreiche Herausforderungen am Arbeitsmarkt wie beispielsweise die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit, die Integration von Schwerbehinderten und den Ausgleich am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, dennoch schaue ich positiv in das Jahr 2017“, so Thomas Stelzer, der Leiter der Agentur für Arbeit.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit.

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