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Filippos stellt den Landesschülerrat vor. Foto: Filippos Papageorgiou
Filippos stellt den Landesschülerrat vor. Foto: Filippos Papageorgiou

Für mehr Mitbestimmung in der Schule

Die Schulwelt etwas besser machen

Einfach nur die Schulbank drücken und die Zeit absitzen, während man sich im Unterricht langweilt: So sieht wohl der Alltag vieler, vieler Schüler in Schweinfurt aus. Nicht so der von Filippos Papagerorigou: Der 23-jährige Metallbau-Azubi aus Schweinfurt setzt sich als Landesschülersprecher der bayersischen Berufsschulen unermüdlich für einen besseren Schulalltag ein.

„Mein größter Wunsch ist es, das Leben meiner Mitmenschen nachhaltig zu verändern. Ich will tatsächlich die Welt besser machen, auch wenn das utopisch klingt“, erzählt der junge Idealist. Wir haben ihm ein paar Fragen über die Schule der Zukunft und spannende Projekte und Visionen gestellt.

Schule muss flexibler werden

SWity: Wenn Du jetzt mal die Augen zumachst und träumst: Wie sähe für Dich die perfekte Schule aus?

Filippos: Der perfekte Schulalltag? Überall freies W-Lan natürlich. Aber mal Spaß beiseite: Für mich gehört zu einem wirklich idealen Schulalltag vor allem Flexibilität. Lehrer müssen von ihren Lehrplänen abweichen können, um jedem Schüler die Möglichkeit zu geben, sich individuell zu entfalten. Denn auch wenn man als Lehrer täglich viele Gesichter sieht, darf man dabei eines nicht vergessen: Jeder Mensch ist anders!

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Ein weiterer Meilenstein für die Zukunft ist das Ablegen des Abiturs in der eigenen Muttersprache: Bei unserem Gespräch mit Martin Güll, dem Vorsitzenden des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport, entstand die Idee, dass es in einem modernen Bayern doch möglich sein muss, den Schulabschluss in seiner Muttersprache machen zu können. Die Idee dahinter ist folgende: Die Aufgabenstellung wird in die Muttersprache übersetzt – geantwortet wird dann auf Deutsch. So bleibt der Standard für das deutsche bzw. das bayerische Abitur erhalten.

Zwischen Schule und Politik

SWity: Wie kamst Du überhaupt zu dieser großen Aufgabe? Und was gefällt Dir an der Arbeit besonders gut?

Filippos: Naja, eigentlich kann das wirklich jeder machen! Mich hatte damals mein Lehrer auf den LSR aufmerksam gemacht. Ich habe als Klassensprecher an meiner Schule angefangen und wurde dann Schülersprecher. Der nächste Schritt war die Wahl zum Bezirksschülersprecher – da vertritt man dann schon einen ganzen Regierungsbezirk. Der Weg bis in den Landesschülerrat ist also schon ein längerer, aber das ist es auf jeden Fall wert. Ich bin sehr froh, quasi die Schnittstelle zwischen meinen Mitschülern und der Politik zu sein. Nur so können wichtige Anliegen der SchülerBilschaft tatsächlich gehört werden – und das ist wichtig.

Ich mache das Ganze jetzt schon seit 5 Monaten und habe da echt großen Spaß dran. Das liegt natürlich auch unter anderem an dem großartigen Team: Wir sind alles junge, motivierte Menschen, die Lust haben, was zu verändern. Da entsteht ein ganz besonderer Spirit. Leider bleibt jeder von uns nur auf 1 Jahr im Amt. Eine Amtszeit von 2 Jahren fände ich persönlich sinnvoller, da man so mehr Kontinuität in die Arbeit bringen könnte.

Deutschland und Afrika verbinden

SWity: Was war Eure größte Errungenschaft?

Filippos: Unsere größte Errungenschaft beginnt mit unserer Gründung 2008. Ab diesem Zeitpunkt konnten wir Schüler endlich ihre Forderungen an alle offiziellen stellen des Landes stellen.

SWity: Welche Projekte stehen gerade so an?

Filippos: Das sind nicht wenige! Wir haben mehrere Arbeitskreise, in denen viele spannende Projekte am Laufen sind. Unsere IT-Abteilung hat zum Beispiel eine komplett neue Website aus dem Boden gestampft!

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In unserem Umwelt-Arbeitskreis entsteht gerade ein Projekt, in dem wir Schulen aus Deutschland mit Schulen in Afrika in Verbindung bringen wollen. Dabei hilft uns eine namhafte Organisation. Außerdem setzen wir uns für die Rechte von jungen Flüchtlingen ein, die hier in Bayern zur Schule gehen oder sich in der Ausbildung befinden. Darum kümmert sich der Humanity-AK.

Unser wichtigstes Projekt für dieses Jahr ist – wie für jeden LSR bundesweit – unsere Challenge. Dieses Jahr sollen Bayerns Schüler und Schülerinnen beweisen, wie tolerant sie sind. Dabei sind ihnen keine Grenzen gesetzt. Toleranz sollte nicht nur privat, sondern auch in der Schule gelebt werden! Und das wollen wir zeigen. Jede Schule in Bayern kann da mitmachen und Projekte einreichen.

Mehr politische Bildung

SWity: Welche Ziele verfolgt Ihr auf lange Sicht?

Filippos: Also zunächst einmal wollen wir natürlich, dass jeder Schüler den Landesschülerrat kennt und weiß, dass er hier gehört wird. Gleichzeitig verlangen wir, dass unsere Unterrichtspläne erneuert werden um mehr Zeit für Themen wie politische Bildung zu finden. Am 24. September sind Bundestagswahlen und viele junge Menschen haben keine wirkliche Meinung zum politischen Geschehen in Deutschland. Das wollen wir ändern.

SWity: Zum Schluss noch eine Streitfrage: Was denkst Du selbst zum Thema G8/G9?

Filippos: G9 war nötig, daran habe ich absolut keinen Zweifel. Das zusätzliche Jahr nimmt viel Druck von den Schultern der Schüler. Es ist kein Schritt zurück, zumal ja weiterhin die Möglichkeit besteht, nach 8 Jahren seinen Abschluss zu machen.
Wir erfuhren in einem Gespräch mit Prof. Dr. Gerhard Waschler, dem bildungspolitischen Sprecher der CSU, dass es auch in Zukunft viele Änderungen im Schulsystem geben wird. Da sind wir natürlich sehr gespannt. Vielleicht haben wir ja wirklisch schon ein klein bisschen mitbewegt, was in der oberen politischen Ebene angekommen ist.

SW Kalender 2017

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