Über ein Loch in der Dachplane hatten sie sich Zugang verschafft. Foto: Bundeszollverwaltung
Über ein Loch in der Dachplane hatten sie sich Zugang verschafft. Foto: Bundeszollverwaltung

Asylsuchende reisen tagelang unbemerkt auf Lkw-Ladefläche mit

Auflieger mit Loch im Dach

SCHWEINFURT. Am Dienstagmorgen fuhr ein Berufskraftfahrer mit seinem Sattelzug beim Zollamt zur Ladungskontrolle vor.

Bei der Sichtung der verplombten Ladefläche trafen die Zöllner auf zwei asylsuchende Afghanen, die sich über ein Loch in der Dachplane Zugang verschafft hatten.

Die Zollbeamten verständigen die Polizeiinspektion Schweinfurt, die die weiteren Ermittlungen übernommen hat.

Beim Zollamt vorgefahren

Gegen 08:00 Uhr fuhr der Kraftfahrer mit seinem bulgarischen Sattelzug beim Zollamt in der Londonstraße vor und bat um zollrechtliche Abfertigung seiner Ladung aus dem Ausland.

Der Sattelauflieger mit Plane- und Spriegelaufbau war werksseitig einwandfrei verplombt gewesen und wurde von den Zollbeamten nach Brechen der Plombe geöffnet.

Auf der Ladefläche stellten die Zöllner zwei junge Männer fest, die auf zahlreichen Kartons saßen und winkten. Die beiden etwa 16 bis 17 Jahre alten Männer ohne Papiere erkundigten sich in welchem Land sie sich denn aktuell befinden würden.

Die Zollbeamten verständigten die Polizeiinspektion Schweinfurt, die dann die beiden Asylsuchenden mit zwei Streifen entgegennahm.

Über 20.000 Euro für Schleusung

Die Jugendlichen gaben an, für ihre gezielte Schleusung nach Deutschland über 20.000 Euro investiert zu haben.

Auf die Ladefläche des Aufliegers gelangten sie über ein Loch in der Dachplane, das die Schleuser eigens dafür eingeschnitten hatten.

Fünf Tage auf der Ladefläche

Die beiden Afghanen waren trotz ihrer Mitfahrt auf der Ladefläche über fünf Tage wohlauf und wurden im Rahmen ihres Asylverfahrens einer Aufnahmeeinrichtung zugeführt.

Hinsichtlich des Fahrers ergaben sich keine Hinweise auf eine wissentliche Beteiligung an der Einschleusung, er konnte seine Fahrt fortsetzen.

Die Polizeiinspektion Schweinfurt führt die weiteren Ermittlungen in der Sache wegen des Verdachts des Einschleusens von Ausländern sowie der unerlaubten Einreise ins Bundesgebiet.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Polizeipräsidium Unterfranken.

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