Baden mit Hund? Das wird in Schweinfurt schwer. Foto: Nicole Weber
Baden mit Hund? Das wird in Schweinfurt schwer. Foto: Nicole Weber

Gastbeitrag: ein Hundeleben in Schweinfurt

Ein anonymer Gastbeitrag.

Hunde sind wie Kinder

Bevor man ans Kinderkriegen denkt, sollte man sich erst mal einen Hund zulegen, das ist anstrengend genug. Diese Meinung vertreten viele Hundebesitzer, und irgendwie muss man ihnen Recht geben. Der Alltag mit Hund ist ziemlich turbulent, vor allem in einer Stadt wie Schweinfurt. Um also allen Nicht-Hundebesitzern zu zeigen, wie schwer es die Stadt den Hundebesitzern manchmal macht, nehmen wir heute mal die andere Perspektive ein: Unsere Gastautorin und ihr Hund Karú im täglichen Leben.

Wohnungssuche? Viel Spaß!

Seit einem Jahr habe ich einen Hund und merke jeden Tag aufs Neue, dass mein kleiner Liebling mir zwar viel Liebe schenkt, ich aber mit meinem vierbeinigen Begleiter nicht überall gern gesehen bin. Das fängt schon zu Hause an, beziehungsweise bei der Suche nach einem Zuhause: Die Wohnungssuche ist in Schweinfurt schon als Mensch manchmal schwer und langwierig, aber mit Hund? Viele Vermieter lehnen Haustiere kategorisch ab.

Ich frage mich nur: Warum? Kinder sind schließlich auch in jeder Wohnung erlaubt, und die sind wesentlich lauter, würde ich mal behaupten. Aber aus irgendeinem Grund wird da zwischen Mensch und Tier unterschieden. Wie war das noch gleich mit dem besten Freund des Menschen?

Zugfahren: teurer Spaß

Nun wohne ich mit meinem Hund etwas außerhalb von Schweinfurt. Und da steht schon das nächste Problem an: Wenn ich in die Stadt fahre, nehme ich die Regionalbahn. Karú ist natürlich mit von der Partie – und das wird dann entweder teuer für mich oder sehr unangenehm für ihn.

Wir haben nämlich nur zwei Möglichkeiten: Ein Hund im Hundekäfig zählt bei der Bahn als Gepäckstück, ohne Käfig muss man aber eine Kinderkarte für ihn lösen. Da stellt sich doch die Frage: Ist ein Hund nun ein Lebewesen oder ein Objekt? Ich finde das wirklich dreist und absolut nicht artgerecht, ein Tier täglich in einen winzigen Käfig quetschen zu müssen. Wehe, wenn sich dann einer beschwert, dass er winselt oder kläfft – das würdest du auch, oder?

Leinenpflicht und andere Plagen

Karú und ich verlassen den Zug, er wedelt mit dem Schwanz und freut sich auf Freiheit… Aber nein, nun muss er an die Leine. Ist euch schon mal aufgefallen, wie wenig Orte es in Schweinfurt gibt, an denen Hunde frei laufen können? Klar, in der Innenstadt verstehe ich das. Viele Leute haben Angst vor Hunden und nicht jeder Hund ist so gut erzogen wie meiner.

Im Menschengewusel kann ich die Leinenpflicht absolut nachvollziehen, aber auch auf der Hundewiese tobt es sich nicht so unbeschwert, wie man glauben mag! Auch hier beschweren sich regelmäßig Leute, dass die Hunde frei rumlaufen, spielen und schnüffeln. Aber wo sollen sie das denn sonst tun?

Karú will auch baden!

Diese kleinen Probleme im Alltag kennt wohl jeder Hundebesitzer, und man lernt mit der Zeit, über vieles hinwegzusehen. Aber zur Zeit ist es für uns und unsere Vierbeiner besonders schlimm: Es ist Sommer! Der erste Gedanke: Ab ins Schwimmbad, an den Main, den See… Aber was machen wir so lange mit Karú? Der wünscht sich auch mal eine Abkühlung!

Hundeverbot am Baggersee

Am Baggersee und an so gut wie allen anderen Seen in der Umgebung sind Hunde grundsätzlich verboten. Was also tun? Den Kleinen den ganzen Tag in der überhitzten Wohnung lassen geht ja auch nicht. Und überhaupt, warum sollten Hunde nicht mit in ein Naturschwimmbad dürfen? Das Argument, dass Hunde im Wasser unhygienisch sind, zieht meiner Meinung nach nicht… Menschen schwitzen, hinterlassen Müll und pinkeln ins Wasser – dagegen sagt auch keiner was.

Klar, in einem angelegten Freibad würde ich Karú natürlich nicht ins Wasser lassen, das versteht sich ja von selbst. Aber am Baggersee? Wenn wir also baden gehen wollen, müssen wir bis nach Fahr an die Mainschleife fahren. Oder kennt ihr noch andere Orte um Schweinfurt, an denen Hunde mit ins Wasser dürfen?

Mehr Toleranz

Bei all den kleinen Plagen des täglichen Lebens ist der Alltag mit Hund trotzdem etwas sehr schönes. Ohne Karú würde ich wahrscheinlich nur halb so viel spazieren gehen, um nur mal ein Beispiel zu nennen. Und die ganzen Kontakte zu anderen Gassigängern auf unserer kleinen Schweinfurt-Runde würde ich wirklich nicht missen wollen! Ich wünsche mir nur, dass viele Menschen und Behörden sich auch mal in ein „Hundeleben“ reinversetzen: Das würde nämlich ohne Hundekäfig, Leinen und mit Frauchen am See viel mehr Spaß machen!

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen  – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@swity.de.

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