Banner
Diese Erfindungen stammen aus Schweinfurt. Foto: Dominik Ziegler
Diese Erfindungen stammen aus Schweinfurt. Foto: Dominik Ziegler

Diese 4 Erfindungen stammen aus Schweinfurt

Schweinfurt bewegt die Welt

Auch wenn Schweinfurt nicht die größte Stadt ist, wir keine Landeshauptstadt sind und auch kein Berliner Tor oder Dom haben – Fakt ist: Schweinfurt bewegt die Welt. Einige Erfindungen, die auf unser kleines Städtchen am Main zurückgehen, werden heute weit über die Grenzen des Landes hinaus verwendet. Wir haben mal vier Dinge herausgesucht, bei denen man sagen kann: zum Glück hat das ein Schweinfurter erfunden!

Laufmaschine wird zum Fahrrad

Einer der bedeutendsten Schweinfurter Erfinder ist sicherlich Philipp Moritz Fischer, der mit seiner geistreichen Idee einen entscheidenden Beitrag zur Geburtsstunde des heutigen Fahrrads leistete. Der Fahrradpionier entwickelte um 1860 das Tretkurbelfahrrad, indem er die damalige „Draisschen Laufmaschine“ um Tretkurbeln mit drehbaren Pedalen am Vorderrad erweiterte. Somit wurde die Laufmaschine dank des Schweinfurters zur Fahrmaschine.

Kugelfräsmaschine

Auch Fischers Sohn glänzt mit einer genialen Erfindung: Vor 134 Jahren erfand Friedrich Fischer die Kugelmühle, mit der gehärtete Stahlkugeln in einer großen Anzahl hergestellt werden konnten – und zwar als beinahe identisches Abbild des Originals. Die aus England bezogenen Kugellager, die er in seinen weiterentwickelten Fahrrädern einbauen möchte, sind dem Erfinder nicht gleich und rund genug, daher konzipierte er kurzerhand die Kugelmühle. Auch heute ist der Name noch in unserer Stadt zu finden – zum Beispiel ist die Schweinfurter Fach- und Berufsoberschule nach ihm benannt.

Schnürloser Fußball: Schmerzen ade

Die zu Sportarten wie Faustball und Fußball gehörenden Bälle waren in den Anfangsjahren ihres Daseins an einer Stelle hart verschnürt, damit sie die Luft in sich halten konnten. Diese Stelle, welche abgebunden werden musste, wurde zur damaligen Zeit als „Zipfel“, bzw. im unterfränkischen Sprachgebrauch als „Schnüdel“ bezeichnet. Und ein Schweinfurter war es, der dem „Schnüdel“ im Jahr 1920 den Garaus machte, indem er den schnürlosen Ball erfand – sein Name: Fritz Stöcklein. Der Spenglermeister, leidenschaftliche Faust- und Fußballspieler, sowie Leichtathlet ersetzte die geschnürte Stelle durch ein Rückschlagventil, das ins Innere des Balls geschraubt wurde. Damit gehörten unkontrollierte Flatterschüsse aufgrund des Zipfels, Schmerzen beim Köpfen und blaue Flecken, die der Schnüdel so mit sich brachte, der Vergangenheit an.

Rectangle
topmobile2

Freilaufnabe mit Rücktrittbremse für sichere Bergabfahrten

Auch die Erfindung von Ernst Sachs dreht sich ums Fahrrad, genau genommen wird oft sogar behauptet, dass der Schweinfurter die letzte entscheidende Sache erfand, die das Fahrrad zu seiner Vollendung brachte. Alles was danach kam, sei lediglich eine Verfeinerung gewesen. Nach einigen Tüfteleien an Freilaufnaben meldete Sachs 1903 die Torpedo-Freilaufnabe mit Bremse zum Patent an und fand damit den Durchbruch. Dadurch wurden die starren Naben überflüssig, die einem beim Bergabfahren zum Mittreten zwangen, bzw. durch die Wegnahme der Füße die Kontrolle über das Rad verlieren ließen. Würde man keinen Freilauf am Fahrrad haben, könnten Bergabfahrten abenteuerlich werden: Man erinnere sich an den Tretbulldog als Kind, wenn sich die Pedale einfach nicht aufhören wollte zu drehen.

Banner 2 Topmobile