Die Kandidatinnen des Shopping-Wettbewerbs am Fashion Day in Schweinfurt. Foto: Meliz Kaya
Die Kandidatinnen des Shopping-Wettbewerbs am Fashion Day in Schweinfurt. Foto: Meliz Kaya

Fashion Day: Ist Mode gar nichts für Schweinfurt?

Ein Tag rund um das Thema Mode,…

… das Schweinfurt nicht zu interessieren scheint. Dieses Urteil würden wir spätestens jetzt nach dem überschaubar besuchten Fashion Day fällen. Am 09. September 2017 sollte Schweinfurt die Mode zelebrieren, einen ganzen Tag lang Fashion erleben. Mit Shopping-Rundgängen, einem Outfit-Wettbewerb à la „Shopping Queen“ und einer großen Abschluss-Modenschau am Abend. Die Euphorie hielt sich mit etwa zwölf Teilnehmerinnen an der Shopping-Tour und drei Wettbewerbs-Kandidatinnen, unserer Meinung nach, jedoch in Grenzen. Aber warum eigentlich?

Keine Mode-Stadt?

Mit dem ersten Fashion Day sollte ein Zeichen für den Schweinfurter Einzelhandel gesetzt werden. Organisiert wurden dazu von Maximlian Seitz begleitete Shopping-Rundgänge. Teilnehmende Stores präsentierten ihre Philosophie, ihre Kollektionen und Produkte, schenkten Sekt, Espresso oder Wellnesstee ein und am Ende gab es natürlich Goodie Bags.

 

Maximlian Seitz am Fashion Day Schweinfurt. Foto: Meliz Kaya

Die Anzahl der Interessierten lag bei etwa 12, das Geschlecht zu 100% weiblich und der Altersdurchschnitt… wir würden mal auf 40 tippen. Ein bescheidenes Zwischenergebnis, das womöglich daran liegt, dass unsere Stadt einfach keine Modestadt ist. Damit beziehen wir uns gar nicht unbedingt auf die Shopping-Möglichkeiten, die geboten sind. Denn einzelne Läden in der Innenstadt können mit Stil, Einrichtung und Service tatsächlich punkten. Aber Modebwusstsein ist nunmal nicht das Erste, das man mit unserer Industrie-Stadt assoziiert. Vielleicht möchte man das ja auch gar nicht?

Zu wenig Kommunikation im Vorfeld?

Shopping-Rundgänge: Check! Nun folgte die Sieger-Kürung des Outfit-Wettbewerbs. Die Aufgabe der Challenge-Kandidatinnen war es, das perfekte Outfit im Wert von 500 Euro zu einem vorgegeben Motto zusammenzustellen. Einkaufen durften sie natürlich ausschließlich in der Schweinfurter Innenstadt. Der Gewinner sollte dabei auf dem Laufsteg in der Kunsthalle durch eine vierköpfige Jury, mit Moderation, Musik, Stimmung und klatschenden Zuschauern bekanntgegeben werden. Die Realität sah anders aus.

Moderatorin Diana Schell am Fashion Day in Schweinfurt. Foto: Meliz Kaya

Moderatorin Diana Schell am Fashion Day in Schweinfurt. Foto: Meliz Kaya

Die Jury war zwar vollzählig und Moderatorin Diana Schell bestens vorbereitet, doch wo blieben die Zuschauer? Warum nahmen drei statt fünf Kandidaten an dem Wettbewerb teil? Und Moment mal, wo waren denn schon wieder die Männer? Sie waren leider nicht nur unterrepräsentiert, sie waren einfach gar nicht repräsentiert. So erfolgte die Sieger-Kürung mit Show, Spaß und Spannungsbogen vor peinlicher Leere. Unsere Befürchtung: Das Event war möglicherweise noch sehr unbekannt und wurde zu wenig nach außen hin kommuniziert. Denn zuschauen, hätte man tatsächlich umsonst gekonnt.

Eine Kosten-Nutzen Frage?

Bei der Modenschau und den Shopping-Rundgängen sah es kostentechnisch wiederum anders aus. Die Teilnahme am Rundgang kostete Interessierte fünf Euro, das Ticket für die Fashionshow konnte man ab 9 Euro erwerben. Zugegeben, es handelt sich hierbei um absolut bezahlbare Summen, die man für besondere Freizeitaktivitäten mal ausgeben kann – in diesem Fall wusste man eventuell aber gar nicht für was man sein Geld ausgibt. Glücklicherweise war die Modenschau dann doch ganz gut besucht und all die Vorbereitungen waren nicht umsonst!

Unser Fazit

Idee, Umsetzung, Organisation und Locations: Top. Bekanntheit, Kommunikation und Interesse seitens Schweinfurter/innen: Ausbaufähig.

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