Die Gehbahnen in Zürch sind nur 1,20 Meter breit. Foto: privat
Die Gehbahnen in Zürch sind nur 1,20 Meter breit. Foto: privat

Fehlplanung? Gehbahnen in Zürch nicht barrierefrei

Laut Pressemitteilung der Stadt Schweinfurt wurden die Hauptbahnen im Zürch barrierefrei erschlossen. Ein 1,5 Meter breiter Weg soll durch die Straßen führen und Menschen mit Behinderung, alte Menschen, Familien mit Kinderwagen und Fahrradfahrer barrierefrei von A nach B bringen. Allerdings gibt es hierbei ein Problem: Tatsächlich ist der Weg nicht 1,50 Meter breit sondern nur 1,20 Meter – und damit nicht barrierefrei! 

Vorgeschriebene Norm nicht erfüllt

Nachdem wir die Stadt Schweinfurt mit unserer Messung konfrontiert haben erklärte man uns, dass es sich hierbei um einen Schreibfehler handele und die Gehbahnen doch nur eine Breite von 1,20 Metern hätten. Dennoch seien Barrieren zur Barrierefreiheit abgebaut worden, so die Pressestelle. Das ist allerdings fragwürdig. Damit Wege überhaupt barrierefrei sind, müssen sie laut Definition u.a. stufenlos und erschütterungsarm sein. Zudem ist eine Mindestbreite von 1,50 Metern vorgeschrieben, insofern Begegnungsflächen vorhanden sind. Andernfalls müssen Fußgängerbereiche laut DIN 18040-3 sogar „eine Mindestbreite von 1,80 m haben, damit zwei Rollstuhlnutzer problemlos aneinander vorbei fahren können“. Und das ist bei dem Neubau in Zürch nicht der Fall. Damit hat man sich einer Barrierefreiheit höchstenfalls angenähert, diese aber nicht umgesetzt.

Die Gehbahnen in Zürch sind nur 1,20 Meter breit. Foto: privat

Die Gehbahnen in Zürch sind nur 1,20 Meter breit. Foto: privat

Zusätzlich gibt es schon weitere Probleme: Die Gehbahnen werden bereits von Autos zugeparkt, wodurch der Weg durch Zürch für Rollstuhlfahrer und auch Nutzern von Rollatoren zur Bewährungsprobe wird. Die Menschen müssen dann auf das Kopfsteinpflaster ausweichen, was ihnen erhebliche Schwierigkeiten bereitet. 

Fehlplanung?

Sieben Wochen dauerte die Bauphase, in der die (nicht) barrierefreien Gehbahnen für eine Investitionssumme von 120.000 Euro in der Burg- und Rittergasse bis hin zur Salvatorkirche entstanden. Warum man bei der Planung und Umsetzung nicht gleich eine Breite von mindestens 1,50 Metern berücksichtigt hat, ist derzeit noch unklar. Wir haben bei der Stadt diesbezüglich nochmal nachgefragt und warten auf ein Statement. Letztlich liegt es in der Verantwortung der Stadt, die Bestimmungen einzuhalten. 

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