Jugendwörter, Jugendsprache – Symbolbild: Pascal Höfig
Jugendwörter, Jugendsprache – Symbolbild: Pascal Höfig

Das Jugendwort 2017 steht fest

„I bims“

Es ist endlich soweit: Das Jugendwort 2017 steht fest. Nachdem die Online-Abstimmung des Langenscheidt-Verlags zu Ende gegangen war, hat nun die 20-köpfige Jury entschieden: „I bims“, die Verballhornung des Ausdrucks „Ich bin’s“, ist das Jugendwort 2017!

Die Favoriten der Online-Abstimmung waren allerdings „geht fit“ als Bezeichnung für etwas, das klar geht, und „napflixen“ für ein Schläfchen während eines Films. Mit rund einer Million Abstimmungen habe es dieses Jahr so viele gegeben wie noch nie, teilte Langenscheidt mit. Doch nicht das Voting entscheidet, sondern eben eine 20-köpfige Jury – darunter YouTuber, Blogger und Sprachwissenschaftler.

Die Kriterien

Die Auswahlkriterien der Jury für die Wahl des Jugendwortes 2017 waren unter anderem

  • sprachliche Kreativität
  • Originalität
  • Verbreitungsgrad des Wortes
  • gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse

So wurde nun „I bims“ nach „fly sein“, dem Gewinner vom letzen Jahr, das Jugendwort des Jahres.

Kennen die Schweinfurter Kids die Wörter?

Insgesamt 30 verschiedene Wörter standen auf der diesjährigen Liste zur Wahl für das Jugendwort. Aber kennen die Jugendlichen die Begriffe wirklich? Der Test mit unseren zwei 17-jährigen Praktikantinnen ergab, dass den beiden zusammen lediglich neun der 30 Wörter überhaupt bekannt waren: Allen voran „I bims“  – dem Sieger – und „vong“. Von trumpeten oder einem Teilzeittarzan haben die beiden noch nie gehört. Oder napflixen und tacken die Schweinfurter Kids tatsächlich?

Diese 30 Wörter standen zur Wahl

  • sozialtot (nicht in sozialen Netzwerken angemeldet)
  • belastend (unschön, unangenehm)
  • GEGE (Good Game, gg, drückt Zufriedenheit aus, aus dem Computerspiele-Jargon)
  • Ahnma (versuche, es zu verstehen)
  • unlügbar (definitiv, unbestritten)
  • nicenstein (perfekt, allen Wünschen entsprechend)
  • Noicemail (nervige Sprachnachricht)
  • looten (einkaufen gehen, aus dem Englischen für „Beute“)
  • tinderjährig (alt genug, die App Tinder® zu nutzen)
  • gefresht (ohne Durst, sitt)
  • selfiecide (Tod durch den Versuch, ein Selfie zu machen)
  • Textmarkeraugenbrauen (stark betonte, akkurate Balken anstelle von Augenbrauen)
  • I bims (Ich bin)
  • trumpeten (große Versprechen machen, ohne an die Folgen zu denken)
  • Teilzeittarzan (Jemand, der sich hin und wieder wie ein Affe verhält)
  • tacken (Nachrichten schicken, während man auf dem Klo sitzt, Mischung aus texten und kacken)
  • Dab (Tanzfigur, bei der eine Hand vors Gesicht und die andere schräg nach oben gehalten wird)
  • fermentieren (kontrolliertes Gammeln)
  • Was ist das für 1 Life? (Ausdruck von Erstaunen in einer außergewöhnlichen Situation)
  • napflixen (ein Nickerchen machen und dabei einen Film laufen lassen)
  • Squad (extrem coole Gruppe)
  • unfly (uncool)
  • emojionslos (ohne Emojis)
  • Merkules (Mischung aus Angela Merkel und Herkules)
  • geht fit (geht klar, passt)
  • fernschimmeln (nicht am gewohnten Platz chillen)
  • Bruh (Abwandlung von Bro, Bruder)
  • lit (sehr cool)
  • schatzlos (single)
  • vong (von)

Jugendwort 2016

Im letzten Jahr wurde „fly sein“, was soviel wie „besonders locker drauf“ bedeutet, zum Jugendwort des Jahres 2016 gewählt. Obwohl „Isso“ im vergangenen Jahr mit 20 Prozent klar bei den Jugendlichen führte, entschied sich die Jury für den achten Platz „fly sein“. Die Jury bestand neben Schülern, Studenten und Sprachwissenschaftlern unter anderem aus dem YouTuber iBlali und der Junior-Bloggerin Livia und ist nicht an die Online-Abstimmung gebunden.

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