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Denker Treffen Lenker informierten über die Chancen der Elektromobilität - Foto: Rudi Merkl
Denker Treffen Lenker informierten über die Chancen der Elektromobilität - Foto: Rudi Merkl

Gemeinsamkeiten von Elektromobilität und Popcorn

Die Automobilbranche steht angesichts der zunehmenden Elektrifizierung vor einem tiefgreifenden Technologiewandel. Mit steigender Bedeutung der Elektromobilität werden die traditionellen Strukturen der gesamten Automobilbranche mehr und mehr aufgebrochen.

Folgen des Technologiewandels

Die Folge: neue serienreife Technologien, Komponenten, Systeme und Module werden gefragt sein – und zwar nicht nur beim Antrieb, sondern bei fast sämtlichen Fahrzeugkomponenten, etwa der Elektronik oder der Karosserie. Für die Unternehmen der Automobilzulieferindustrie gilt es daher, sich für diesen Wandel zu rüsten, indem sie sich mit der Elektromobilität intensiv auseinandersetzen, Strategien entwickeln, Technologiekompetenzen ausbauen und ihr Produktportfolio anpassen.

Veränderung durch Elektromobilität

Wie wird die Elektromobilität die Automobilindustrie verändern? Welche Chancen sind damit für die mainfränkischen Zulieferbranchen verbunden und wie können sie diese nutzen? Antworten auf diese Fragen gab die Region Mainfranken GmbH auf ihrer jüngsten Station der Veranstaltungsreihe Denker treffen Lenker am 20. November 2017 bei der ZF Friedrichshafen AG in Schweinfurt, zu der ZF-Standortleiter Hans-Jürgen Schneider und IHK-Vizepräsident Dieter Pfister, fachlicher Sprecher des Fachforums Kooperation Wissenschaft & Wirtschaft der Region Mainfranken GmbH über 80 Teilnehmer begrüßen konnten.

Megatrend: Elektromobilität

In seiner Einführung appellierte Pfister an die Unternehmen, sich noch besser mit der Forschung zu verzahnen: „Wer heute den Kopf in den Sand steckt, der knirscht morgen mit den Zähnen. Wir haben in der Region hervorragende Forschungseinrichtungen im hochschulischen und außeruniversitären Bereich, insbesondere der Mittelstand nimmt dieses Füllhorn an Möglichkeiten aber noch zu selten wahr. Nur wer sich jetzt schon mit Themen wie Elektromobilität intensiv beschäftigt, der wird in Zukunft von diesem Megatrend profitieren.“ Hierin liege eine zentrale Aufgabe der Region Mainfranken GmbH: die Wirtschaft aktivieren, Lotse sein und Plattformen anbieten, auf denen Angebot und Nachfrage zusammenfänden.

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Neue Chancen

„Durch neue Konzepte wie autonomes Fahren, Car Sharing oder eben die Elektromobilität erodieren aktuell die traditionellen Pfeiler der Automobilindustrie. Dieser Paradigmenwechsel bringt ganz neue Akteure auf den Plan – von Internetkonzernen über Telekommunikationsunternehmen bis hin zu chinesischen Herstellern von Elektrofahrzeugen“, so Prof. Dr. Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management im Rahmen seiner Key Note.

Hinzu kämen staatliche Förderprogramme oder der Dieselskandal, die die Elektrifizierung weiter beschleunigen würden. „Dadurch ergibt sich für die Automobilzulieferindustrie einerseits die Chance, mit diesen neuen Playern Kooperationen aufzubauen. Andererseits haben auch die deutschen OEMs das Thema mittlerweile ernsthaft auf der Agenda, so dass auch bereits bestehende Geschäftsbeziehungen auf ein neues Fundament gestellt werden können.“

Gemeinsamkeit: Popcorn

Was die weitere Entwicklung der Elektromobilität anbelangt, so zog Prof. Dr. Bratzel einen interessanten Vergleich: „Es ist wie mit dem Popcorn. Wirft man die Maiskörner in die Pfanne, dann passiert erstmal nichts, wenn aber die richtige Temperatur erreicht ist, geht die Post ab.“ Der Sprung ins exponentielle Wachstum werde seiner Ansicht nach noch zwei bis drei Jahre dauern, bis man das so genannte „RIP-Problem“ – Defizite bei Reichweite, Infrastruktur und Preis – besser im Griff habe.

Induktive Ladesysteme

Bei der Preh GmbH steht bislang das Batteriemanagement im Fokus des Produktbereichs E-Mobility. „Im Rahmen unserer Entwicklungsarbeit wollen wir die Chancen der Elektromobilität aber nutzen und werden unser Produktportfolio auf diesem Sektor sukzessive ausbauen. Ein Schwerpunkt liegt dabei im Bereich der induktiven Ladesysteme“, so Dr. Joachim Wagner vom Automobilzulieferer aus Bad Neustadt.

Vorbild: Natur

Wie Gießprozesse so optimiert werden können, dass sie den in der Elektromobilität besonders wichtigen Leichtbaukriterien entsprechen, zeigten Dr. Achim Keidies und Dr. Wolfgang Knothe von der Franken Guss GmbH & Co. KG aus Kitzingen. Dabei nehme man sich unter anderem die Natur zum Vorbild, indem man etwa den Aufbau von Knochen oder Bienenwaben bionisch auf die gießtechnische Formgebung übertrage.

Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe „Denker treffen Lenker“ finden Sie unter: www.mainfranken.org/denkertreffenlenker

Dieser Artikel beruht auf einer Pressmitteilung der Region Mainfranken. 

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