Informierten über Transferpotenziale von Games Engineering. Foto: Rudi Merkl
Informierten über Transferpotenziale von Games Engineering. Foto: Rudi Merkl

Raus aus der Nische! Games Engineering im Fokus

Von der Nischen- zur Zukunftsbranche! Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung ist die Gamesindustrie zu einem Wirtschaftszweig mit enormen Entwicklungschancen erwachsen, vereinen sich in ihr doch die Kompetenzen, die in einer modernen, digitalen und wissensintensiven Arbeitswelt besonders gefragt sind.

So auch in der Innovationsregion Mainfranken. Egal ob Independent Developer, etablierte Gamesentwickler oder Forschungseinrichtungen wie etwa der Lehrstuhl für Mensch-Computer-Interaktion der Universität Würzburg – zahlreiche mainfränkische Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft konnten sich auf diesem Sektor bereits erfolgreich positionieren.

Impulsgeber Games Engineering

Über den Transfer von Technologien wirkt das Games Engineering als Impulsgeber für die Weiterentwicklung klassischer Branchen und ist auf dem Weg, ein wichtiger Pfeiler der vierten industriellen Revolution zu werden. So finden sich bereits heute Anwendungen aus der Gamesbranche in vielen anderen Wirtschaftssektoren wieder, insbesondere in den Bereichen Automotive/Maschinenbau und Gesundheit/Biomedizin, die auch für die Region Mainfranken wichtige Kompetenzfelder darstellen.

Über 100 Teilnehmer

Im Rahmen des Innovationsforums Mainfranken, einer Kooperationsveranstaltung der Region Mainfranken GmbH, der IHK Würzburg-Schweinfurt und des Lehrstuhls Mensch-Computer-Interaktion am 28. November 2017 an der Universität Würzburg, wurden den über 100 Teilnehmern erfolgreiche Beispiele von Games Engineering als branchenübergreifender Innovationstreiber vorgestellt und Wege präsentiert, wie Unternehmen diese Technologien nutzen können.

Bayerische Games Branche

In ihrer Key Note informierten Jim Sengl vom MedienNetzwerk Bayern und Dr. Michaela Haberlander vom FilmFernsehFonds Bayern über die Bedeutung und Förderung der Gamesbranche in Bayern. Mit rund 1,2 Mrd. Euro Jahresumsatz sei diese die Nummer eins in Deutschland und mit etwa 230 Unternehmen – vorwiegend aus den Bereichen Entwicklung, Publishing und Handel – breit aufgestellt. Auch in Sachen Aufbau einer bayerischen Games Community sei man auf einem guten Wege.

Was deren Förderung anbelange, so würden seitens des FilmFernsehFonds die Konzeptentwicklung als Zuschuss ohne Eigenanteil sowie die Prototypenentwicklung und Produktion als bedingt rückzahlbare Darlehen mit Eigenanteil unterstützt. Für das Jahr 2018 stünden Games-Fördermittel in Höhe von 2,4 Mio. Euro zur Verfügung.

Intelligente Lösungen von Handygames

Welchen Mehrwert die Gamesindustrie konkret für andere Branchen bietet, verdeutlichte neben Karsten Lehmann von Ubisoft Blue Byte auch Christopher Kassulke, CEO von HandyGames aus Giebelstadt. Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen zählt mittlerweile zu den weltweit führenden Entwicklern von qualitativ hochwertigen Spielen – ein echter Leuchtturm der Innovationsregion Mainfranken. Als Transfergeber in andere Branchen biete das Familienunternehmen beispielsweise intelligente App-Lösungen für die Gesundheitswirtschaft oder die Logistiksoftware „Pick-by-Watch“. Diese integriere Smartwatches, Smartphones und Tablets in den gesamten Kommissionierungsprozess und sorge somit für eine schnelle und effiziente Abwicklung des gesamten Arbeitsablaufs.

Games Engines bei Audi

Aus Sicht der Audi AG, die Gamestechnologien für deren Produkte und Dienstleistungen nutzt, präsentierte Dr. Wolfgang Remlinger die Rolle von Game Engines im Unternehmen. Als Visualisierungs- und Simulationsinstrument kämen diese nicht nur bei Produktentwicklungen wie Fahrwerkskomponenten oder Fahrerassistenzsystemen zum Einsatz, sondern auch im Rahmen der Mitarbeiterfortbildung sowie im Marketing. Im Zuge der weiteren Entwicklung automatisierter Fahrfunktionen werde die Bedeutung von Game Engines noch weiter zunehmen, etwa wenn es darum gehe, das Fahrzeugumfeld in Form virtueller Landschaften zu kreieren.

Technologie hautnah erleben

Nachdem Prof. Dr. Sebastian von Mammen den Studiengang Games Engineering und dessen Forschungsspektrum vorgestellt hatte, erlebten die Teilnehmer zum Abschluss des Innovationsforums das Leistungsspektrum des Lehrstuhls hautnah anhand verschiedener Demos – von neuen Wegen der Mensch-Maschine-Interaktion über Avatar Research und Serious Games bis hin zu fesselnden Spielen und deren Lernpotenzial.

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