Verpackte Einfahrtssperren auf dem Schweinfurter Weihnachtsmarkt. Foto: Dominik Ziegler
Verpackte Einfahrtssperren auf dem Schweinfurter Weihnachtsmarkt. Foto: Dominik Ziegler

Terror-Schutz als Geschenk verpackt

Aus Sicherheitsgründen wurden beim diesjährigen Schweinfurter Weihnachtsmarkt 15 Betonklötze zur Absperrung aufgestellt, die Lkw-Einfahrten stoppen bzw. fluchthelfend verzögern sollen. Allerdings schien der Anblick der grauen Blöcke bei den Schweinfurtern nicht gut anzukommen. Zwischen Pollern und Beton kommt bei vielen keine weihnachtliche Stimmung auf. Zudem verbreiten die Sicherheitsvorkehrungen bei dem ein oder anderen unschöne Erinnerungen und ein mulmiges Gefühl.

Deshalb lies sich das Citymanagement etwas ganz Besonderes einfallen: Die Einfahrtssperren wurden als Geschenk verpackt – mit einer roten oder weißen Schleife on top! Die Reaktionen der Schweinfurter darauf sind unterschiedlich. Obwohl der Vorschlag vorab sogar von Facebook-Usern gemacht wurde, finden die meisten die verpackten Poller dennoch nicht einladend.

 

Graue Klötze werden bunt

Doch nicht nur in Schweinfurt werden die Einfahrtssperren in Geschenkpapier gewickelt. Das Veranstaltungsmanagement in Bochum hat beispielsweise bereits im November die Terrorsperren als Geschenk verpackt – ebenfalls mit roten Schleifen! Auch hier ist der Grund einfach: Sie sollen schlichtweg netter aussehen. Aber verhelfen ein paar Schleifchen den Sicherheitsblöcken zu einem weihnachtlichen Charakter?

Schützen die Poller im Ernstfall?

Ob und wie gut die Klötze im Ernstfall überhaupt schützen ist eine weitere Frage, die diskutiert wird. Im April diesen Jahres hat die Dekra im Auftrag von MDR Anti-Terror-Betonklötze mit einem Gewicht von 2,4 Tonnen getestet. Das Ergebnis war ernüchternd: Der 10 Tonnen schwere Test-LKW schob die Blöcke laut Medienberichten problemlos beiseite. In dessen Zuge wurde der LKW, der mit 50 Stundenkilometern auf die Sperren zufuhr, zwar beschädigt, allerdings konnte er weiter rutschen. Ein anderer Testbericht zeigte, dass ein LKW die ca. ein Meter hohen Blöcke nach dem Aufprall vor sich her schiebt. Der LKW wird zwar langsamer, schlittert aber trotzdem weiter. Vor allem wenn Beton auf Beton steht, können die Poller laut des Tests rutschen.

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