Instagrammer wollen Follower. Symbolfoto: Meliz Kaya
Instagrammer wollen Follower. Symbolfoto: Meliz Kaya

Fiese Tricks der Instagrammer – so erkennst Du Fake-Influencer aus Schweinfurt

Ein Gastbeitrag.

#follow4follow war gestern

Was man zu Instagrams Anfangszeiten noch über billige Hashtags versuchte (ihr wisst schon, #like4like, #follow4follow und wie sie alle heißen), geschieht mittlerweile quasi über Nacht. An Follower heranzukommen ist heute nämlich einfacher, als viele Schweinfurter vielleicht vermuten. Denn auf gute Fotos, spannende Inhalte und Kreativität kommt es auf der beliebten Foto-Sharing Plattform zur Zeit nicht mehr an – zumindest nicht an erster Stelle.

Keine Follower, kein Business!

Was wichtiger ist? Natürlich die Anzahl der Follower! Macht ja auch Sinn. Denn ohne Publikum gibt’s auch keine Show. Ohne Zuschauer keine Sendung. Ohne Follower kein Instagram-Business! Ich habe mich bewusst für das Wort “Business” entschieden, weil es in meinem liebsten sozialen Netzwerk mittlerweile (leider, leider) um nichts anderes mehr geht.

Die meisten Instagrammer versuchen so schnell wie nur möglich an tausende und abertausende von Followern zu kommen. Ziel ist es, Influencer zu werden. Also ein Meinungsmacher mit hoher Reichweite, welcher dann für werbliche Inhalte und Produktplatzierungen im Instagram-Profil bezahlt wird. Das ist ja auch absolut in Ordnung. Vorausgesetzt man produziert qualitative, professionelle oder authentische Inhalte, die Menschen wirklich gefallen, berühren, inspirieren oder aus diversen anderen Gründen einfach zusagen. In der Realität läuft es jedoch anders. Erbärmlicherweise schaffen es die meisten dann doch nur auf die Fake-Influencer-Stufe der Karriereleiter – und das mit fiesen Tricks!

Bots, Like-Gruppen & Fake-Follower – die fiesen Tricks der Betrüger

Die Methoden zum Fördern des eigenen Followerwachstums reichen dabei vom Followerkauf über Like-Gruppen bis hin zu Instagram-Bots. Mitglied einer Like-Gruppe war ich sogar selbst schon einmal – bis es mir irgendwie zu doof wurde. Hierfür schließen sich ein paar Instagrammer zusammen, bilden eine private Chat- oder Facebookgruppe und informieren die Mitglieder, sobald sie ein neues Posting veröffentlicht haben. So können diese wiederum das neueste Foto liken und kommentieren. Warum das Ganze? Damit der Instagram-Algorithmus das Foto als relevant bewertet und somit mehr Leuten anzeigt. Klingt verrückt, funktioniert unter Fake-Influencern aber tatsächlich genau so!

Wer keine Geduld und Ausdauer an den Tag legt, täglich hunderten von Beiträgen ein Like zu schenken, der lässt einfach einen Bot für sich arbeiten. So erhalte ich übrigens schon seit über drei Monaten täglich Likes auf uralte Bilder von einer ganz bestimmten Instagrammerin aus meiner Heimatstadt.  Dass da ein Bot im Spiel ist, steht außer Frage. Dass sie möchte, dass ich auf ihr Profil stoße und auf den blauen “folgen” Button klicke natürlich auch. Sobald man geklickt hat, wird man meistens selbst wieder entfolgt, denn es ist uncool, selbst mehr Leuten zu folgen als eigene Follower zu haben.

Mit dieser Masche hat sie es innerhalb kürzester Zeit von 1.000 Followern auf 11.500 geschafft. Ich gehöre nicht dazu. Werbe-Aufträge bekommt sie trotzdem – und das obwohl ein sehr großer Anteil ihrer Follower unecht ist. Genau deshalb ist es so wichtig diese Fake-Influencer zu entlarven! Für Firmen, die diesem hippen Influencer Marketing blind vertrauen, womöglich wichtiger als für uns. Schließlich sind sie diejenigen, die ihr Geld zum Fenster hinausschmeißen.

Fake or Fame? So entlarvst du vermeintliche Instagram-Stars

Doch woran erkennt man denn nun überhaupt, ob jemand fake oder fame ist? Hier habe ich ein paar Tipps:

1. Das Verhältnis von Followern zur Interaktion

Einen ersten Hinweis dafür, dass man ein Profil hinterfragen sollte, gibt das Verhältnis von Followern zu Interaktion. Bekommt jemand mit 100.000 Abonnenten beispielsweise nur wenige hunderte Likes auf Fotos und sieht es auch, was die Kommentare betrifft eher rar aus, dann kann das schon mal ein Zeichen für unechte Follower sein. Unechte Follower sind meistens Accounts, die zwar bestehen, sonst aber nichts bieten. Keine eigenen Inhalte, keine Interaktion. Nichts.

Screenshot Instagram

2. Das Verhältnis von Followern zu eigenen Abos

Dass ein Instagrammer nur hinter Likes und Abos her ist, kann auch das Verhältnis der Followeranzahl zu den eigenen Abos zeigen. Hat ein Instagrammer beispielsweise 2.500 Follower, folgt selbst aber 8.000 Profilen, dann erhofft sich diese Person scheinbar sogenannte “follow backs” zu bekommen.

Screenshot Instagram

Screenshot Instagram

3. Analyse des Followerwachstums & Foto-Uploads mit Social Blade

Richtig praktisch für die Analyse des Followerwachstums von Influencern ist die Seite socialblade.com! Hier kann man ganz einfach den Instagram-Namen des Verdächtigen eintippen und die Analyse starten. Die Kurve zeigt das Wachstum der Abonnenten über die Zeit. Peaks, die den kontinuierlichen Verlauf der Kurve unterbrechen, sind besonders auffällig. Denn selten bekommt man innerhalb kürzester Zeit tausende von Abonnenten dazu. Als Anhaltspunkt für ein normales Wachstum kann man übrigens sein eigenes Profil analysieren lassen, als Norm für das Wachstum von echten Influencern, die der richtig großen Stars. Ist man sich immer noch nicht ganz sicher, hilft auch ein Blick in die Foto-Upload-Statistiken. Hat jemand an einem Tag 1.000 Follower bekommen, ohne auch nur ein einziges Foto hochzuladen? Sehr verdächtig!

4. Stichprobenartiges Durchsichten der Follower-Profile

Wenn nun der Verdacht besteht, es könnte sich tatsächlich um einen Fake-Influencer handeln, dann gibt das Durchsichten der Follower oft Aufschluss. Klickt man oben auf die Zahl der Follower und scrollt ein wenig durch, fallen verhältnismäßig viele Accounts ohne Profilbild, mit seltsamen Namen und unseriöser Erscheinung schnell auf! Haben die Profile wie oben auch keinen eigenen Beitrag veröffentlicht, kann es ein weiteres Anzeichen für einen Fake-Account sein.

 

Screenshot Instagram

#firstworldproblems, ich weiß!

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