Kein Geld in der Tasche. Symbolfoto: Pascal Höfig
Kein Geld in der Tasche. Symbolfoto: Pascal Höfig

Schuldneratlas Unterfranken: Schweinfurt auf Platz 2

In diesem Jahr hat Creditreform Würzburg erstmalig einen regionalen Schuldneratlas für die Region Unterfranken erstellt. Hierbei wurde ermittelt, dass im Regierungsbezirk Unterfranken 76.023 erwachsene Einwohner ab 18 Jahre überschuldet sind (Stichtag: 1. Oktober 2017). Die Zahl der überschuldeten Personen erhöhte sich gegenüber 2016 um 1.751 Personen. Dabei war der Anstieg in Unterfranken prozentual gesehen mit + 2,4 Prozent mehr als doppelt so stark wie in Deutschland insgesamt (+ 1,0 Prozent). Bei den kreisfreien Städten und Landkreisen mit den höchsten Schuldnerquoten ist Schweinfurt ganz oben auf dem Treppchen vertreten.

Starke Unterschiede zwischen Stadt und Landkreis

In fast allen Landkreisen und kreisfreien Städten im Regierungsbezirk Unterfranken erhöhte sich die Schuldnerquote im Jahresvergleich 2016/2017. Am stärksten nahm die Schuldnerquote in der Stadt Schweinfurt zu (+ 0,39 Prozentpunkte auf 10,72 Prozent). Es folgt der Landkreis Rhön-Grabfeld, der ebenfalls einen deutlichen Anstieg der privaten Überschuldung verzeichnete. Eine Stagnation der Schuldnerquote verzeichnete der Landkreis Schweinfurt. Hier gelten lediglich 5,06 Prozent der erwachsenen Einwohner als überschuldet. Rückgänge gab es auf der Kreisebene nicht.

In der Stadt Schweinfurt ist zudem eine starke Spreizung innerhalb des Stadtgebietes (PLZ-Region) festzustellen. Am niedrigsten ist die Schuldnerquote aktuell mit 5,35 Prozent im PLZ-Gebiet 97422, am höchsten mit 17,83 Prozent im PLZ-Gebiet 97421.

Stadt Schweinfurt auf Platz 2

Schuldnerhochburg in Unterfranken ist aktuell die Stadt Aschaffenburg. Knapp elf Prozent der erwachsenen Einwohner (10,99 Prozent) sind als überschuldet anzusehen. Die Stadt Schweinfurt folgt mit 10,72 Prozent auf Platz zwei. Von den Landkreisen ist Miltenberg Negativspitzenreiter (Schuldnerquote: 8,24 Prozent). Die niedrigste Überschuldungsquote in ganz Unterfranken weist die PLZ-Region 97283 (Riedenheim) auf mit einer Schuldnerquote von lediglich 2,13 Prozent.

30- bis 39-Jährige haben finanzielle Schwierigkeiten

Männer sind auch in Unterfranken deutlich stärker als Frauen von Überschuldung betroffen. 8,59 Prozent der erwachsenen Männer weisen Überschuldungsmerkmale auf. Bei den Frauen liegt die entsprechende Quote nur bei 5,16 Prozent. Die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen verzeichnet in Unterfranken die höchste Schuldnerquote. Fast jede zehnte Person (9,96 Prozent) in dieser Altersklasse ist als überschuldet anzusehen. Vergleichsweise gering ist die Überschuldungsbetroffenheit bei den Senioren ab 70 Jahre (Schuldnerquote: 2,16 Prozent).

Der Creditreform SchuldnerAtlas definiert private Überschuldung übrigens als einen Zustand, in dem die Ausgaben und Zahlungsverpflichtungen einer Person dauerhaft höher sind als deren Einnahmen. Hierfür sind u. a. juristische Sachverhalte – wie ein Antrag auf Restschuldbefreiung – oder auch unstrittige Inkasso-Fälle ausschlaggebend.

Deutschlandweiter Anstieg

Die Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland ist seit 2014 zum vierten Mal in Folge angestiegen, allerdings
weniger stark als zu befürchten war. Zum Stichtag 1. Oktober 2017 wurde für die gesamte Bundesrepublik eine Überschuldungsquote von 10,04 Prozent gemessen. Damit sind über 6,9 Millionen Bürger über 18 Jahre überschuldet und weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Dies sind rund 65.000 Personen mehr als noch im letzten Jahr (+ 0,9 Prozent). Die Überschuldungsquote sinkt leicht, da die Bevölkerung nochmals spürbar zugenommen hat.

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