Hinsehen statt wegschauen: Die Coolrider zeigen Zivilcourage. Foto: VAG-Nürnberg.
Hinsehen statt wegschauen: Die Coolrider zeigen Zivilcourage. Foto: VAG-Nürnberg.

Coolrider: Hinsehen statt wegschauen

Sie schauen hin, wo andere oftmals gerne wegschauen: die Coolrider. Hinter dem Projekt der VAG-Nürnberg stecken jugendliche Fahrzeugbegleiter, die eine fundierte Ausbildung erhalten haben und die den Schulweg für alle Fahrgäste sicherer und angenehmer machen.

Bayernweit haben sich bereits 5.300 Schülerinnen und Schüler in mehr als 90 Schulen speziell ausbilden lassen. In Schweinfurt ist das Coolrider-Projekt bislang leider noch nicht angekommen, dies könnte sich bei einem entsprechenden Interesse in den Schulen vor Ort allerdings rasch ändern!

Konflikte erkennen und lösen

Die Aufgabe der Coolrider besteht darin, sich bei möglichen Konflikten einzuschalten und mittels entsprechender Kommunikation, ohne körperlichen Einsatz, die Situation zu bereinigen. Coolrider übernehmen Verantwortung, wirken beruhigend auf Mitschüler ein und sorgen so nicht nur für eine angenehme Atmosphäre an Bahnhöfen, Haltestellen und in öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern auch für einen sicheren Schulweg.

Die Coolrider helfen dabei Konflikte körperlos beizulegen. Foto: VAG-Nürnberg.

Die Coolrider helfen dabei Konflikte körperlos beizulegen. Foto: VAG-Nürnberg.

Wenn also mal wieder laute Musik die Sitznachbarn in Bus und Bahn stört, Sitze in den öffentlichen Verkehrsmitteln beschmiert oder andere Fahrgäste gar belästigt werden, dann ist dies ein Fall für die Coolrider. Sie schützen Schwächere vor Übergriffen und verhindern durch ihre Aufmerksamkeit und Zivilcourage Vandalismus in Bussen und Bahnen.

Bewährtes Konzept

„Wer selbst ein Coolrider werden möchte, sollte über eine hohe Sozialkompetenz verfügen, regelmäßig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule fahren und mindestens die siebte Klasse besuchen“, sagt VAG-Projektleiterin Andrea Leißner auf der Internetseite der Coolrider-Freunde.

Neue Coolrider nach erfolgreicher Ausbildung. Foto: VAG-Nürnberg.

Neue Coolrider nach erfolgreicher Ausbildung. Foto: VAG-Nürnberg.

Insgesamt durchlaufen die Jugendlichen in zwei Monaten rund 20 Stunden Training, bis sie sich schließlich Coolrider nennen dürfen. Ein professionelles Deeskalationstraining ist ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung. Auch der bewusste Einsatz von Körpersprache, die Anwendung von Selbstschutztechniken und ein Kommunikationstraining stehen auf dem Ausbildungsplan.

Dank der finanziellen Unterstützung der Versicherungskammer-Stiftung konnte das Projekt Ende 2012 auf ganz Bayern ausgedehnt werden. Die Augsburger Verkehrsgesellschaft hat als erstes Verkehrsunternehmen außerhalb des VGN das Coolrider-Programm übernommen.

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