Geld in der Hand. Symbolfoto: Pascal Höfig
Geld in der Hand. Symbolfoto: Pascal Höfig

So geht’s: Steuererklärung im Ruhestand

Grundsätzlich unterliegen auch Ruheständler in Deutschland der Steuerpflicht. Renteneinkünfte und sonstige Bezüge im Ruhestand werden nicht einheitlich besteuert. Sie sind von Kriterien wie etwa dem Renteneintrittsjahr abhängig. Die steuerliche Behandlung von Ruheständlern zeigt zudem große Unterschiede hinsichtlich der Art der Rentenbeiträge im Rahmen der Ansparphase. Das seit 2005 in Kraft getretene Alterseinkünftegesetz sieht eine nachgelagerte Besteuerung der Renten vor.

Ruheständler und die Steuererklärung

Nach deutschem Steuerrecht sind in der Regel sämtliche Einkünfte zu besteuern, die den so genannten Grundfreibetrag übersteigen. Dieser wird jährlich nach oben korrigiert. Im Steuerjahr 2017 liegt er bei 8.820 Euro, während er im Steuerjahr 2018 auf 9.000 Euro angepasst wird. Wer also im Jahr 2018 seine Steuererklärung für 2017 abgibt, für den gilt noch der Freibetrag von 8.820 Euro. Da auch Renteneinkünfte zu den steuerpflichtigen Einnahmen gehören, haben Rentner, deren jährliche Einkünfte den Grundfreibetrag übersteigen, ihre Bezüge zu versteuern. Das zuständige Finanzamt wird Ruheständler dann zur Abgabe einer Steuererklärung aufrufen.

Abhängig vom Renteneintrittsjahr

Die Höhe der zu zahlenden Steuer ist zum einen von der Rentenhöhe und zum anderen vom Renteneintrittsjahr abhängig. Das Alterseinkünftegesetz aus dem Jahr 2005 sieht vor, dass der prozentuale Anteil der zu versteuernden Rente jährlich sukzessive ansteigt. Wer erst später das Renteneintrittsalter erreicht hat, versteuert demnach einen größeren Anteil seiner Rente. Bis 2040 ist der gesamte Rentenbetrag zu versteuern.

Steuerliche Behandlung verschiedener Einkünfte

In Abhängigkeit der Renteneinkunftsart werden verschiedene steuerliche Behandlungen fällig. Private Vorsorgeleistungen werden anders behandelt als gesetzliche Renteneinnahmen. Im Falle privater Vorsorge ist der Ertragsanteil in der Regel niedriger. Dies hängt damit zusammen, dass das Einkommen, welches den Rentenbeiträgen zugrunde liegt, schon in der Vergangenheit besteuert wurde. Relevant ist dies besonders im Zusammenhang mit privaten Versicherungsverträgen, die vor 2005 abgeschlossen wurden. Ebenso betroffen sind private Lebensversicherungen, die nach 2005 abgeschlossen wurden und die darauf basierenden Renten, die nicht die Voraussetzungen einer Riester-Rente oder Rürup-Rente erfüllen.

Anteilige Besteuerung

Was Renteneinnahmen aus der betrieblichen Altersversorgung sowie aus Altersvorsorgeverträgen betrifft, so fallen diese entweder steuerfrei oder zumindest steuerlich bevorzugt aus. Die Ansparphase ist im Allgemeinen durch Inanspruchnahme einer Altersvorsorgezulage geprägt. Renten aus Direktversicherungen oder Riester-Verträge sind Beispiele hierfür. Renteneinkünfte aus solchen Verträgen werden nachgelagert besteuert. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, welche der in der Ansparphase gezahlten Beiträge steuerlich gefördert wurden. Der Rentenanteil, der auf nicht geförderten Beiträgen basiert, erfährt nur eine anteilige Besteuerung. Bei Leibrenten übernehmen Versicherungsträger die Mitteilung des Rentenbezugs an die Zulagenstelle für Altersvermögen. Die Finanzbehörden erhalten die Information von der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Rentenbezogene Ausgaben steuerlich absetzen

Ruheständler haben die Möglichkeit, ihre Steuerlast zu verringern, da sich bestimmte rentenbezogene Ausgaben steuerlich geltend machen lassen. Zu den absetzbaren Positionen gehören insbesondere Werbungskosten, außergewöhnliche Belastungen, Sonderausgaben sowie Beiträge zur Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Vorsorge. Liegen solche Ausgaben vor, können Rentner sie in der Steuererklärung geltend machen. Sie werden vom zu versteuernden Einkommen abgezogen und anschließend nur noch der Differenzbetrag besteuert.

Werbungskosten

Hinsichtlich Werbungskosten wird bei Renteneinnahmen ein Pauschalbetrag von 102 Euro zugrunde gelegt, der automatisch abgezogen wird und damit die Steuerlast verringert. Handelt es sich um mehrere Rentenbezüge, kommt dieser Betrag jedoch nur einmal zum Tragen. Als Werbungskosten können weiterhin Positionen wie Rechts- oder Rentenberatung, Ratgeberliteratur von Haufe oder Fahrtkosten zu Beratungsterminen geltend gemacht werden.

Rentner mit Nebenverdienst

Grundsätzlich dürfen Ruheständler, die das gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht haben und eine gesetzliche Rente beziehen Nebeneinkünfte in unbegrenzter Höhe erzielen. Die Beschäftigung ist gegenüber dem Rentenversicherungsträger auch nicht mitteilungspflichtig und Ruheständler haben weiterhin Anspruch auf die volle Zahlung der Altersrente.

Einnahmen über 450 Euro

Allerdings sind Einnahmen über 450 Euro pro Monat aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung zu versteuern. Einnahmen bis 450 Euro sind dann steuerfrei, wenn es sich um einen Mini-Job handelt, der pauschal seitens des Arbeitgebers mit zwei Prozent versteuert wird. Übersteigt der Nebenverdienst die 450 Euro, ist er steuerpflichtig. Dies gilt allerdings nicht, wenn die jährlichen Gesamteinnahmen unterhalb Grundfreibetrag liegen.

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