"The Wine Girl" in ihrem Element - Foto: Conrad Kreilein
"The Wine Girl" in ihrem Element. Foto: Conrad Kreilein

New York, London, Mainfranken – Jana „The Wine Girl“

Noch bibbert Mainfranken in der eisigen Kälte, doch schon bald kommen Frühling und Sommer mit zahlreichen Weinfesten. Dann werden wieder Weinliebhaber aus Deutschland und der ganzen Welt in das schöne Frankenland kommen, um den ein oder anderen guten Tropfen zu genießen. Auch Jana Kreilein freut sich schon wieder auf die Weinsaison! Besser bekannt ist sie vielen vielleicht als “The Wine Girl”. Mit ihrem Blog und Instagram-Account ist sie mittlerweile ziemlich erfolgreich unterwegs.

Vom Sommelier Kurs zum Frankenwein

Aber was genau hat die gebürtige Kanadierin ins schöne Unterfranken verschlagen? Nach einigen Stationen als Schauspielerin, Designerin und BWL-Studentin, zieht es sie bald in ferne Länder. Zwischen 2007 und heute lebt sie u.a. in Tijuana, London, New York und Toronto. In Toronto kommt Jana dann während eines Sommelier Kurses zum ersten Mal konkret mit dem Thema Wein in Kontakt. Frankenwein hält ihr Professor damals aber anscheinend für nicht so wichtig: „Macht euch ein Sternchen neben Franken – wir werden das Thema nicht in der Veranstaltung behandeln, aber vielleicht wollt ihr es euch ja zuhause mal anschauen.“

Auf nach Europa!

Doch die reine Theorie reicht Jana bald nicht mehr: „Ich bin mehr der Typ Mädchen, das mit anfasst und sich die Dinge durch “learing by doing” aneignet. Außerdem wollte ich gerne schonmal einen Fuß in der Tür eines europäischen Weinguts haben.“ Gesagt, getan: Jana bewirbt sich bei verschiedenen Winzereien in ganz Europa. Eigentlich möchte sie in der Friuli-Venezia Giulia Region in Italien bei Jermann arbeiten, aber als eine Zusage vom Weingut “Am Stein” aus Würzburg kommt, überzeugen sie die Nachhaltigkeits-Philosophie und die freundliche, bodenständige Antwort des Unternehmens sofort und sie packt ihre Koffer, um nach Deutschland zu fliegen.

Jana Kreilein bei der Weinlese. Foto: Conrad Kreilein

Jana Kreilein bei der Weinlese. Foto: Conrad Kreilein

Anfangs ist nur ein kurzer Aufenthalt zur Weinlese geplant. Doch schon an ihrem zweiten Tag in den Weinbergen kommt sie mit Ludwig Knoll, dem Besitzer des Weinguts ins Gespräch, der sich für ihre Pläne im Wein-Business interessiert. Nach dem Ende der Weinlese bietet er ihr dann ein einjähriges Praktikum in seinem Weingut an. Hierbei durchläuft Jana sämtliche Stationen vom Weinkeller, über den Shop bis hin zur Arbeit in den Weinbergen.

„Nachdem ich genügend Witze darüber gemacht hatte, dass ich ihren Wein in den nordamerikanischen Markt einführen würde, gaben mir Sandra und Ludwig im Mai 2015 tatsächlich eine Chance dafür. Ich durfte den Würzburger Wein auf Veranstaltungen des ‘German Wine Institute’s Riesling & Co.’ in Toronto und Montreal präsentieren. Sechs Monate später wurde dann extra die Position der “Export Managerin” für mich geschaffen. Neben meinem Blog arbeite ich nebenher immer noch in dieser Position, um den Frankenwein im internationalen Markt bekannter zu machen“, so Jana.

„The Wine Girl“ geht online

Doch wie kam sie auf die Idee ihren Blog zu starten? „Ich wollte mich selbst dazu anspornen, weiterhin die Welt des Weins zu entdecken und ein bisschen das protzige Image, mit dem Weintrinken oft verbunden wird, abzubauen. Auf meinem Blog präsentiere ich mich genauso wie ich bin und nicht etwa als eine Art Wein-Snob, was ich mit meinem Hashtag #notawinesnob auch nochmal besonders unterstreiche.“ Besonders wichtig ist es ihr, den Menschen mit ihren Beiträgen die spaßige und sonnige Seite des Weinmachens und -trinkens zu zeigen.

Jana mit ihrer Arbeitsmaschine - Foto: Franziska Schömig

Jana mit ihrer Arbeitsmaschine. Foto: Franziska Schömig

„Außerdem wollte ich mir auch selbst einen Grund geben, mich mit den verschiedensten Weinen auseinander zu setzen, mich weiterzubilden und meine Erfahrungen dann mit meinen Lesern zu teilen. Da ich ja in Würzburg lebe und tagtäglich mit Frankenwein zu tun habe, war es mir wichtig, auch den Rest der Weinwelt nicht aus dem Blick zu verlieren und auch immer wieder aus meiner kleinen “Frankenblase” herauszutreten – auch wenn diese kleine Blase zugegebenermaßen sehr schön ist!“, erklärt Jana mit einem Zwinkern. Das Resultat ist ihr Blog www.thewinegirl.de, den sie seit mittlerweile zwei Jahren regelmäßig mit neuen Inhalten füllt.

Die Idee zu ihrem Instagram-Account “The Wine Girl” kommt Jana dann, als sie zusammen mit ihrem Mann regelmäßig die Bibliothek besucht. „Mein Mann machte damals seinen Doktor und ich wollte mich in puncto Wein wieder ein bisschen weiterbilden. Zuhause war ich zu abgelenkt, aber in der Bibliothek konnte ich mich super konzentrieren. In dieser Zeit hatte ich auch zum ersten Mal die Idee, einen Instagram-Account zu starten, aber niemals hätte ich erwartet, dass dieser tatsächlich so gut ankommt“, erklärt die junge Kanadierin. Regelmäßig lässt sie ihre Follower an ihrem Arbeitsleben und ihren Erfahrungen teilhaben.

 

Diese Idee kommt an: Mittlerweile hat das Profil über 39.700 Follower. „Vor allem jetzt, wo der Account so gut ankommt, spüre ich einen immer größeren Druck, neue und spannende Inhalte zu finden. Diesen Druck empfinde ich aber auf gar keinen Fall als negativ. Im Gegenteil, ich finde es toll! Mittlerweile bekomme ich immer mehr Angebote zu reisen und verschiedene Weingüter und Events zu vermarkten – Dinge von denen ich immer geträumt habe, werden jetzt endlich wahr. Und ich bin gerade erst am Anfang.“

Angekommen im Frankenland

Mittlerweile ist Jana voll und ganz in Würzburg angekommen und fühlt sich heimisch. Auch ihre persönlichen Lieblingsplätze hat sie mittlerweile gefunden: „An Sommerabenden verbringe ich meine Zeit am liebsten in den Weinbergen. Was besseres gibt es nicht! Und wenn ich mal in Ausgehlaune bin, dann ist das Achtele in der Sanderstraße die Anlaufstelle Nummer Eins für mich! Es wurde definitiv Zeit, dass in Würzburg so eine Kneipe eröffnet!“

"The Wine Girl" zwischen den Reben. Foto: Conrad Kreilein

„The Wine Girl“ zwischen den Reben. Foto: Conrad Kreilein

Auch den, vom damaligen Professor als nicht so relevant betrachteten, Frankenwein hat sie lieben gelernt. Zu Janas lokalen Favoriten gehören z.B. der 2015er Müller Thurgau Gegenstrom vom Öko Weingut Rainer Zang, Max Müllers 2016 „Alte Reben“ Sommerach Katzenkopf Silvaner und Weingut am Steins 2016er VINZ Scheurebe, Alte Reben. Aber ihre Liebe gilt natürlich nicht nur dem Wein: „Mein Mann ist nach wie vor mein größter Unterstützer. Er hilft mir dabei, Fotos zu machen und steht mir zur Seite, wenn mein Deutsch bei E-Mails oder Gesprächen doch noch ein bisschen hakt. Er ist definitiv Top ‘Instahusband’-Material!“

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