Symbolbild Anti-Zecken-Set. Foto: Dominik Ziegler
Symbolbild Anti-Zecken-Set. Foto: Dominik Ziegler

LK Schweinfurt ist Zecken-Risikogebiet: So kann man sich schützen

Sobald das Thermometer einige Plusgrade erreicht, werden Zecken wieder aktiv. Sie können durch einen Stich verschiedene Erreger übertragen werden, darunter die gefährlichen FSME-Viren. In den Risikogebieten für FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) – so wie der Landkreis Schweinfurt eines ist – sollte daher bereits jetzt an den Impfschutz gegen FSME gedacht werden.

Informieren ist wichtig

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert auf ihrem Internetportal www.impfen-info.de über die FSME-Impfung und gibt mit dem Plakat „FSME-Risikogebiete in Deutschland“ Auskunft über die aktuellen Gefahrenzonen. So ist das Risiko einer Infektion mit FSME in Deutschland vor allem in Baden-Württemberg und Bayern, aber auch im südlichen Hessen (Odenwald) und im südöstlichen Thüringen besonders hoch. Außerdem betroffen sind die Landkreise Marburg-Biedenkopf (in Mittelhessen), Saar-Pfalz-Kreis (im Saarland), Birkenfeld (in Rheinland-Pfalz) und Vogtlandkreis (in Sachsen).

Hierzu erklärt Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA:

„Ein Impfschutz gegen FSME wird allen Menschen empfohlen, die in einem FSME-Risikogebiet wohnen oder arbeiten und sich in der Natur aufhalten. Auch wer Urlaub in einem solchen Gebiet plant, sollte sich rechtzeitig impfen lassen.“

Zahl an FSME-Fällen gestiegen

Im letzten Jahr wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) mehr als 480 FSME-Fälle in Deutschland gemeldet, so viele wie seit 2007 nicht mehr. FSME-Viren können eine Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks hervorrufen. Erwachsene erkranken meist schwerer als Kinder.

Landkreis Schweinfurt ist Risikogebiet

Auf Nachfrage erklärt uns das hiesige Gesundheitsamt, das der Landkreis Schweinfurt ein FSME-Risikogebiet ist, die Stadt allerdings nicht. Auch die meisten anderen Kreise in Bayern sind Risikogebiete. 2017 gab es mit 229 Fällen einen neuen Rekord an FSME-Erkrankungen in Bayern. In Bayern sind mittlerweile 83 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte FSME-Risikogebiete.

„Der Landkreis Schweinfurt zählt seit dem Jahr 2004, in dem es 2 FSME-Erkrankungen gab, ebenfalls zu den FSME-Risikogebieten. Die Stadt Schweinfurt selbst gilt nicht als Risikogebiet. Allerdings ist das Risiko, sich im Landkreis Schweinfurt an FSME zu infizieren, doch recht gering: von 2002 bis heute hatten wir insgesamt 6 Patienten, die sich wahrscheinlich im Landkreis infiziert haben; der letzte Meldefall war im April 2012“, so das Schweinfurter Gesundheitsamt.

Impfung gegen FSME

Die FSME wird durch Viren ausgelöst. Die meisten Infektionen verlaufen wie ein grippaler Infekt. In seltenen Fällen kann es jedoch zu einer Gehirnentzündung und zur Schädigung des Rückenmarks mit Lähmungen kommen. Bei 187 der 229 gemeldeten Fälle im vergangenen Jahr war ein Krankenhausaufenthalt nötig. Das Risiko für eine bleibende Schädigung liegt bei einer FSME- Infektion bei 1:15000 bis 1: 150000.

Für die Behandlung von FSME gibt es keine Medikamente, man kann sich aber dagegen impfen lassen. Für eine Grundimmunisierung braucht man 3 Impfungen innerhalb von 9 bis 12 Monaten, anschließend alle 3 Jahre eine Auffrischungsimpfung. Man kann sich bei jedem Haus- oder Kinderarzt impfen lassen, die Kosten der Impfung werden von den Krankenkassen übernommen.

Von den Einschulungskindern im Jahr 2015 waren in Stadt und Landkreis 36,2 % der Kinder gegen FSME geimpft. Die Impfrate in Bayern lag hier im Median bei 33,3%, so das Gesundheitsamt Schweinfurt.

Überall in der Natur

Die Zecken kann man sich fast überall in der Natur holen, auch im eigenen Garten, vom Beginn des Frühlings bis Ende Herbst. Ob eine Impfung zu empfehlen ist, hängt vom Freizeitverhalten und vom Aufenthaltsort ab. Jäger, Förster, Waldarbeiter, Pilzsammler und auch Hundebesitzer, die häufiger von den Wegen abzweigen und durchs Unterholz oder über hohe Wiesen laufen, ist das Gefährdungsrisiko für einen Zeckenbiss deutlich erhöht, erklärt das Gesundheitsamt.

Der Impfstoff ist sehr gut verträglich, ernste Komplikationen äußerst selten. FSME Impfungen und die Beratungen dazu können beim Haus- oder Kinderarzt durchgeführt bzw. nachgeholt werden, so das Gesundheitsamt.

Vorsicht vor Borreliose

Es gibt auch andere Erkrankungen, die bei uns durch Zecken übertragen werden können, v.a. die Borreliose, die weitaus häufiger vorkommt als die FSME. Hier ist ein Impfstoff nicht verfügbar, die Krankheit ist aber antibiotisch behandelbar, wenn sie rechtzeitig erkannt wird – häufiges Frühsymptom ist die Wanderröte an der Stichstelle. Unbehandelt kann die Borrelien-Infektion zu gefährlichen mittel- und langfristigen Komplikationen (Herz, Gelenke, Nervensystem u.a.) führen. Bei der Borreliose erhöht sich das Infektionsrisiko, je später die Zecke entfernt wird.

Auch hier ist der beste Schutz, die Zecke so schnell wie möglich zu entfernen und die Einstichstelle zu beobachten. Wichtig ist, dass die Zecke mit Kopf und Körper möglichst komplett entfernt wird (am besten mit einer Pinzette). Borrelien können überall von Zecken übertragen werden, nicht nur in FSME-Risikogebieten. Das Risiko für eine Borreliose-Erkrankung nach einem Zeckenbiss ist deutlich höher als das Risiko für eine FSME-Erkrankung.

Einfache Prophylaxe

Das Gesundheitsamt Schweinfurt hat außerdem noch weitere Tipps neben der Impfung: Die beste Prophylaxe gegen FSME – aber auch gegen Borreliose – ist der Schutz vor Zeckenbissen. Wenn man von den Wegen abweicht, sollte man lange Kleidung und festes Schuhwerk tragen. Mückenschutzmittel (z.B. Autan) schützen ca. 5 Stunden lang vor Zeckenbissen. Nach Ausflügen in den Wald, aber auch nach Aufenthalten im hohen Gras und im Garten sollte man sich nach Zecken absuchen. Wenn man die Zecke innerhalb von 6 bis 12 Stunden nach dem Biss entfernen kann, besteht nahezu kein Risiko, dass bereits Krankheitserreger von der Zecke auf den Menschen übertragen wurden. Bevorzugte Saugstellen sind am Kopf und am Hals sowie unter den Armen, zwischen den Beinen und in den Kniekehlen.

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