Babyfüße. Foto: Nina Maiores
Babyfüße. Foto: Nina Maiores

Geburtenraten: Wie viele Kinder bekommen die Schweinfurter?

Im Durchschnitt bekommt jede Frau in Deutschland 1,50 Kinder. Doch trifft dieser Durchschnitt auch auf einzelne Regionen zu oder sind bestimmte Teile Deutschlands geburtenreicher als andere? Und vor allem: wie sieht es in Schweinfurt aus?

Regional große Unterschiede

Bei der endgültigen Kinderzahl je Frau gibt es innerhalb Deutschlands erhebliche regionale Unterschiede. Das geht aus einer neuen Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung hervor, in der die tatsächliche Kinderzahl von Frauen der Geburtsjahrgänge 1969 bis 1972 (Kohortenfertilität) auf Kreisebene berechnet wurde. Demnach haben Frauen, die im Emsland, im östlichen Baden-Württemberg zwischen Tauberkreis und Allgäu, sowie im Grenzbereich von Mittelfranken und Oberbayern leben, durchschnittlich mehr als 1,7 Kinder geboren. Auch in Teilen Ostbayerns und der Lausitz sowie im nördlichen Schwarzwald liegt die Kohortenfertilität weit über dem Durchschnitt von 1,5.

Schweinfurt über dem Durchschnitt

Auf der anderen Seite weisen einige städtische Agglomerationen die niedrigsten Fertilitätsraten auf. So haben Frauen in den Städten Passau (1,05), Kiel und Gera (je 1,11) im Schnitt die wenigsten Kinder geboren. Passau liegt somit deutlich unter dem Durchschnitt von 1,5 Kindern pro Frau.

Schweinfurt liegt mit 1,64 Kindern pro Frau (Stand 2016) über dem Durchschnitt von 1,5 und überholt so deutlich Städte wie Passau mit 1,05, Kiel oder Gera (jeweils 1,11).

Ursachen für regionale Differenzen

Für die regional abweichenden Werte gibt es eine Reihe von Ursachen, die sich teilweise überlagern und verstärken. So ist die endgültige Kinderzahl besonders in jenen Regionen hoch, die eine niedrige Arbeitslosigkeit haben, überwiegend katholisch geprägt sind und einen Männerüberschuss aufweisen. Des Weiteren lassen sich erhebliche Unterschiede bei der Siedlungsstruktur feststellen. „Die Verfügbarkeit von ausreichend großem und bezahlbarem Wohnraum ist von besonderer Bedeutung, vor allem bei der Entscheidung für ein drittes Kind“, erklärt der Politikwissenschaftler Dr. Martin Bujard vom BiB. Dabei spielt auch das Wohnumfeld mit einer kinderfreundlichen Umgebung eine wichtige Rolle.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung.

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