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Raphaela hat sich für ihre Leidenschaft entschieden. Foto: IHK Würzburg-Schweinfurt
Raphaela hat sich für ihre Leidenschaft entschieden. Foto: IHK Würzburg-Schweinfurt

Modenäherin Raphaela: Leidenschaft zählt!

Dein Können. Dein Kapital. Die IHK Würzburg-Schweinfurt ermöglicht es, mit zahlreichen Bildungsangeboten fachliche und persönliche Kompetenzen zu stärken. Wie bei Raphaela: Nach einem Nähkurs hat sie sich dazu entschieden, eine Ausbildung zur Modenäherin zu machen. Diese hat sie 2016 als Bundesbeste abgeschlossen. Warum sie seit jeher auf nachhaltige Kleidung steht und Leistung bei ihr nichts mit „müssen“ zu tun hat, verrät Raphaela im Interview.

Was bedeutet diese Auszeichnung für Dich?

Raphaela: Die Auszeichnung ist eine große Ehre für mich! Es war ein besonderes Gefühl, nach Berlin eingeladen zu werden. Die Einladung zeigte mir, dass es sich auszahlt, sich anzustrengen in der Ausbildung. Meine Mühe wurde belohnt.

Wie bist Du auf’s Nähen gekommen?

Raphaela: Ich arbeitete damals bei einer Modekette im Verkauf. Die Sachen gefielen mir schon, aber oft hätte ich lieber einen anderen Stoff oder Schnitt gehabt. Dadurch kam der Wunsch auf, selber an der Maschine nähen zu lernen.

Interview: Absolvent Sebastian

Schließlich habe ich mich für einen Nähkurs angemeldet. Kurz darauf habe ich mich bei René Lezard beworben – und wurde auch gleich genommen!

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War das Dein Plan?

Raphaela: Vor dem Nähkurs wollte ich auch schon in die Modebranche, ins Merchandising und mich um die Schaufenster und Kollektionen kümmern. Doch dann wurde Nähen eben zu meiner Leidenschaft.

Was hast Du bisher gelernt?

Raphaela: In meinem Beruf ist die Geduld das Allerwichtigste. Es darf auch mal länger dauern. Das Ziel ist, am Ende ein perfekt sitzendes Teil zu haben. Die Passform ist das A und O – das lerne ich auch in der Meisterschule.

Wie war die Ausbildung bei René Lezard?

Raphaela: Bei dem Industrieunternehmen lag der Fokus darauf, dass man die gleichen Arbeitsschritte immer wieder übt. Am Anfang ist das zwar anstrengend, aber man sieht am Ende, dass sich die Arbeitsweise lohnt. Jetzt bin ich in dieser Hinsicht viel freier und kann selber entscheiden wie ich etwas verarbeite.

Wie stehst Du zur Nachhaltigkeit?

Raphaela: Ich möchte gerne nachhaltige Stücke herstellen, von denen die Kunden lange etwas haben. Es darf beispielsweise nicht nach einmaligem Tragen gleich ein Riss in der Naht sein. Allgemein achte ich darauf, dass ich nicht zu dieser Wegwerf-Generation gehöre und nachhaltig lebe. Das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben und ist wichtig, damit die handwerklichen Berufe erhalten bleiben.

Gab es Rückschläge?

Raphaela: Vor meiner Ausbildungszeit war ich noch in der Realschule und wäre sogar fast durchgefallen wegen Physik und Chemie. Dann habe ich Schule gewechselt, habe bei der Abschlussprüfung in Physik eine Eins erreicht. Irgendwie ist damals bei mir wohl ein Knoten geplatzt. Ich habe gemerkt: Wenn ich mich richtig anstrenge, dann klappt es doch. Das war ein prägendes Ereignis, eine Art Schlüsselerlebnis.

Was braucht es zur Modenäherin?

Raphaela: Man sollte teamfähig sein. Denn selbst in der Industrie ist es immer eine Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen, Designern oder Schnittmachern. Da ist es wichtig, anderen gegenüber aufgeschlossen zu sein.

Wie sorgst Du für neue Ideen?

Raphaela: In der Schule recherchieren wir sehr viel im Internet oder in unserer Bücherei, wo schöne alte Modebücher stehen. In Mode- oder Kunstbüchern zu stöbern, macht mir total Spaß. Oft lasse ich aber auch Eindrücke aus anderen Bereichen einfließen.

Wie gehst Du mit Leistungsdruck um?

Raphaela: Für mich hat Leistung nichts mit „müssen“ zu tun. Meistens macht mir eine Aufgabe Spaß und manchmal brauche ich halt eine Weile, um reinzukommen. Dann starte ich ganz langsam und arbeite mich schrittweise ans Thema heran – zum Beispiel mithilfe von Moodboards oder ich lasse mich von Models inspirieren.

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Hast Du Vorbilder?

Raphaela: Ich lasse mich sehr gerne inspirieren von Audrey Hepburn. Sie ist eine echte Stilikone! Man denke an das Kleid aus dem Film „Frühstück bei Tiffany“, in dem sie richtig berühmt wurde.

Wie wirkt sich die Digitalisierung auf Deinen Beruf aus?

Raphaela: Da gibt es schon eine Angst. Aber momentan merkt man gerade im Schneiderhandwerk, dass wieder mehr Kunden das Maßschneidern für sich entdeckt haben. Viele wollen diese industriellen Ketten gar nicht mehr haben, weil sie ihnen nicht nachhaltig genug sind. Viele Geschäfte müssen schließen wegen der Übermacht von Onlineshops, aber auch, weil der Trend in Richtung Maßschneiderhandwerk geht. Und man merkt, dass viele Leute wieder anfangen, selbst zu nähen und damit einen Kontrapunkt zu setzen. Andererseits müssen wir viel am Computer machen, zum Beispiel Schnitte erstellen, was für die Arbeit wiederum sehr hilfreich ist.

Wo siehst Du Dich in 10 Jahren?

Raphaela: Mein ganz großer Traum ist es, irgendwann ein eigenes Atelier zu haben. In München oder Würzburg – das steht noch nicht fest. Da lasse ich mich treiben.

Welchen Ratschlag gibst Du zukünftigen Modenähern?

Raphaela: Nicht entmutigen lassen! Auch wenn die Möglichkeiten für die Zukunft etwas eingeschränkt sind: Wenn einem der Beruf wirklich liegt und man dafür brennt, sollte man nichts anderes machen, um vielleicht mal mehr zu verdienen. Die Arbeit soll in erster Linie glücklich machen.

Allround Paket IHK

Die IHK Würzburg-Schweinfurt bietet eine große Palette von Weiterbildungsmaßnahmen an. Ob IT, Gastronomie, Marketing, Sprachen, ob für Azubis, Ausbilder oder Führungskräfte – bei dieser Auswahl findet jeder die passende Chance für die berufliche Zukunft. Also Fähigkeiten Nutzen und Karriere machen. Weitere Infos gibt es auf der Homepage der IHK Würzburg-Schweinfurt.

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