Eine zündende Idee des SKF Anwendungsingenieurs Benjamin Michael nimmt Matsch und Schmutz den Schrecken. Foto: SKF
Eine zündende Idee des SKF Anwendungsingenieurs Benjamin Michael nimmt Matsch und Schmutz den Schrecken. Foto: SKF

Einfallsreicher Biker von SKF beeindruckt MTB-Weltmeister

Tomáš Slavík gilt als einer der besten Fourcross-Fahrer überhaupt: Als Weltmeister, Weltcup-Sieger und mehrmaliger Landesmeister hat der Tscheche auf den härtesten Strecken der Welt schon so manches Rad(lager) verschlissen. Wie man diesen Verschleiß drastisch minimieren kann, erfuhr Slavík nun vom Schweinfurter Benjamin Michael: Der SKF Anwendungsingenieur hat mit „MTRX“ für einen Technologietransfer gesorgt, der jedes konventionelle Lager alt aussehen lässt.

Acht Bikes pro Jahr

Das offizielle Motto von Biker Tomáš Slavík lautet „Always ready to rock!“ Wenn man mal einen Blick auf Slavíks Sportgeräte-Verbrauch wirft, scheint sein Wahlspruch insgeheim auch fürs „Runterrocken“ zu gelten: Jedes Jahr benötige ich bis zu acht neue Bikes“, gesteht der 31-Jährige, der seit 2009 als Profi unterwegs ist und seine Maschinen ganz offensichtlich bis an ihre äußersten Belastungsgrenzen treibt. Zu diesen Belastungen gehören – neben den reinen Fahrtstrecken – auch die enormen Kräfte, die bspw. beim Downhill auftreten, sowie Staub, Schlamm und Wasser. Einflüsse wie diese sind echtes „Gift“ für die im Rad verbauten Lager.

Mountainbike-Weltmeister Tomáš Slavík. Foto: SKF

Mountainbike-Weltmeister Tomáš Slavík. Foto: SKF

„Bikender“ SKF-Ingenieur

Genau davon wusste Benjamin Michael, Anwendungsingenieur bei SKF, schon seit Längerem ein (Klage-)Lied zu singen: „Ich selbst fahre etwa 30.000 Kilometer im Jahr“, so der semiprofessionelle Mountainbiker aus Schweinfurt, „und habe mich ständig darüber geärgert, dass ich in jeder Saison ein bis zwei Mal diverse Lager austauschen musste.“ Die handelsüblichen Lösungen für Tretlager, Naben, Schaltrollen und den Steuersatz hielten bei Michaels Marathon-Cross-Country-Fahrten einfach nicht länger durch.

Ingenieur Benjamin Michael (rechts) und Weltmeister Tomáš Slavík. Foto: SKF

Ingenieur Benjamin Michael (rechts) und Weltmeister Tomáš Slavík. Foto: SKF

„Festes Öl“ als zündender Funke

Auf der Suche nach einer Lösung wurde der Ingenieur im eigenen Hause fündig: Solid Oil („Festes Öl“). Dabei handelt es sich um eine ölgesättigte Polymermatrix, die fast den gesamten freien Raum innerhalb eines Lagers ausfüllt und etwa zwei- bis viermal mehr Öl enthält als herkömmliche fettgeschmierte Lager. Diese Technologie hatte SKF ursprünglich für Anwendungen entwickelt, in denen u. a. hohe Luftfeuchtigkeit und erhebliche Temperaturschwankungen auftreten können – im Bereich von ca. -40 °C bis etwa 60 °C.

Für Umgebung mit speziellen Anforderungen

Da das „feste Öl“ im Lager-Innenraum verbleibt – selbst bei großen Zentrifugalkräften und vertikalen Wellen – , eignet sich Solid Oil außerdem für Umgebungen, in denen es spezielle Anforderungen an die Sauberkeit gibt und deshalb häufig mit starkem Wasserdruck und/oder aggressiven Chemikalien gereinigt wird. „Solche Bedingungen finden sich etwa in industriellen Produktionsanlagen für Lebensmittel“, nennt Benjamin Michael ein Beispiel, „aber aus meiner Sicht sollte sich das Funktionsprinzip dieser Lager eigentlich auch für Mountainbikes eignen.“

Keine Rostnarben und Risse am Bike

Die wesentlichen Gründe für Michaels Annahme: Die Polymermatrix schirmt die umschlossenen Lager-Komponenten viel besser gegen Verunreinigungen ab als jede konventionelle Fettschmierung. Im Zusammenspiel mit maßgeschneiderten Dichtungen versprach die Solid Oil-Technologie auch noch ein weiteres Mountainbiker-Problem zu lösen: Nach einer Fahrt durchs Gelände werden die verschmutzten Bikes oft mit mehr als 15 bar Wasserdruck abgespritzt.

Wasser marsch: Keine Korrosion bei den neuen Lagern. Foto: SKF

Wasser marsch: Keine Korrosion bei den neuen Lagern. Foto: SKF

„Allerdings dürfen die gängigen Standard-Dichtungen maximalen Druckunterschieden von höchstens einem bar ausgesetzt werden“, wie der Anwendungsingenieur bei SKF weiß. Die Folge der Hochdruckreinigung: Wasser und weitere Fremdstoffe gelangen ins Innere, der Schmierstoff kann die Stahloberflächen im Lager nicht ausreichend schützen und es kommt zu chemischen Reaktionen. Rostnarben und Spaltkorrosion verursachen möglicherweise gefährliche Schälungen und Risse. „Auf genau sowas habe ich schon lange gewartet“, begeistert sich Weltmeister Tomáš Slavík für die neue Lösung von SKF.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung von SKF.

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