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Einwegbecher. Symbolfoto: Dominik Ziegler
Einwegbecher. Symbolfoto: Dominik Ziegler

Grüne fordern kommunales Mehrwegbecher-Pfandsystem

In einem Schreiben an den Oberbürgermeister der Stadt Schweinfurt schlägt die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen ein Konzept zur Verringerung der Belastung durch Plastikmüll vor. Die Idee basiert hierbei auf einem Modell aus Hannover, dem so genannten „Hannoccino“. Demnach sollen Einmalverpackungen für „To-go-Getränke“ (z.B. Coffee-to-go-Becher) möglichst vollständig durch Mehrwegbecher mit Pfand ersetzt werden.

Größtes kommunale Pfandsystem

Zitat aus „Städtetag aktuell 6/2018“: Hannover: „Green Tech Award“ für Mehrwegbecher- Pfandsystem – Das Projekt „Hannoccino“ erhält eine Auszeichnung […]. Über 50.000 Becher, 150 Wechselstuben und 60 teilnehmende Betriebe – das nachhaltige kommunale Pfandsystem für „To-go-Getränke“ hat sich in Hannover etabliert. Es ist damit das bundesweit größte kommunale Mehrwegbecher-Pfandsystem bundesweit.

Idee zum Preisträger gekürt

Das überzeugte auch die Jury des internationalen Umweltpreises „Green Tech Awards“. Der rote Hannoccino-Becher ist aus überwiegend biologischen Bestandteilen und in schickem Design mit Hannover-Silhouette. Der wiederverwertbare Kaffeebecher kann an immer mehr Orten in der Stadt erworben und auch wieder abgegeben werden – für zwei Euro Pfand.

Was ist Hannoccino?

Hinter Hannoccino stehen die Stadt Hannover und der kommunale Entsorger, die Abfallwirtschaft Region Hannover. Bei deren Internet-Auftritt wird ausgeführt: „In Deutschland werden pro Stunde 320.000 Coffee-to-go-Becher verbraucht. Mit Hannoccino sagen wir den Einwegverpackungen den Kampf an: Ein wiederverwertbarer Becher in schickem Design. Hygienisch, geschmacksneutral und an immer mehr Orten der Stadt zu haben – für 2 Euro Pfand.“

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Becherbeschreibung

  • natürlich: Der Hannoccino-Becher besteht weitestgehend aus Biobestandteilen. Der Mehrweg- becher ist dementsprechend biologisch abbaubar und löst die Einwegbecher ab.
  • sicher: Der Becher besteht überwiegend aus Biopolymeren, Naturharzen, Cellulose und natürlichen Verstärkungsfasern. Er ist lebensmittelecht und spülmaschinengeeignet.
  • hygienisch: Der Hannoccino-Becher garantiert höchste Hygienestandards. Jeder Mehrweg- becher wird gründlich ausgewaschen, bevor er wieder in den Verkehr kommt.
  • durchdacht: Heißes bleibt im Mehrwegbecher lange heiß und trotzdem lässt es sich ganz bequem transportieren. Der Hannoccino-Becher macht es möglich.
  • sauber: Jeder Becher lässt sich rund einhundert Mal abwaschen und spart so um die hundert Einwegverpackungen auf einmal. Ein gigantischer Müllberg, der gar nicht erst entsteht.
  • praktisch: Unser Becher lässt sich platzsparend stapeln und ist hochstabil. Hannoccino ist bruch-, kratz- und stoßfest und zudem geschmacks- und geruchsneutral.

Wenn dies positive Pfandbecher-Angebot in Schweinfurt nicht ausreicht, dann wäre zu prüfen, ob die Stadt zusätzlich ein kommunales Pflicht-Pfand für Einmal-Geschirr einführen kann (vgl. Begründung). Hinter dem Projekt „Hannoccino“ steht die Region Hannover. Dementsprechend sollte der Landkreis Schweinfurt von vornherein eingeladen werden, sich an dem Projekt zu beteiligen.

Begründung

Es ist unbestritten, dass der Anfall von Plastikmüll rasch und drastisch verringert werden muss – weltweit, aber wegen erhöhtem Anfall besonders in den westlichen Industrieländern, sprich: bei uns. Diese Dringlichkeit führte schon zu Maßnahmen auf höherer politischer Ebene: China hat die Einfuhr von Plastikmüll gestoppt. Die EU arbeitet unterdessen an einem Verbot für Einweggeschirr aus Plastik.

Kostendeckung

Die nötigen Mittel zur Anschub-Förderung sind in den nächsten Haushalt einzustellen. Auf Dauer trägt sich das Projekt selbst.
Bei der Kostenbetrachtung ist zu bedenken, dass verminderter Anfall von Plastikmüll nicht nur ökologisch nötig ist, sondern auch auf Dauer die Kosten von Stadtreinigung und Müllentsorgung vermindert.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Stadtratsfraktion von „Bündnis 90/Die Grünen“.

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